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Berufspraktikum: Die abenteuerlichsten Jobs der Fürstenberg-Gymmnasiasten

Von Doping, Leichen, Nazi-Jägern



Der 16-jährige Alexander Graf an seinem Arbeitsplatz in USA. Von allen Berufserkundungs-Praktikanten hatte er den weitesten Weg. 

 Donaueschingen – Gestern trafen sie in den Klassenzimmern erstmals wieder alle zusammen, die Berufspraktikanten der Vor-Oster-Woche und die Praktikanten der Nach-Oster-Woche. 183 waren unterwegs gewesen, das Berufsleben zu erkunden. Und viel gab es zu erzählen.

Den allerweitesten Weg zum Praktikumsplatz hatte wohl Alexander Graf. Der 16-Jährige reparierte Maschinen und sortierte Werkzeuge in einer amerikanischen Firma für Elektromagnete. „Es hat mir sehr gut gefallen, ich könnte mir vorstellen, beruflich diese Richtung einzuschlagen“, berichtete er.

Spannend ging es am Praktikumsplatz von Julian Herrmann aus Wolterdingen zu. An der Sporthochschule in Köln arbeitete er in dem Labor mit, in dem mittels Urin-Analyse Dopingsünder überführt werden. „Die Arbeit im Labor machte Spaß, die Kollegen waren nett und lustig“, so seine Bilanz. „Ich könnte mir schon vorstellen, beruflich die Arbeit eines Biochemikers zu verrichten – vor allem Sportbetrüger zu überführen.“



Beim Obduzieren von Leichen war Maren Peschke täglich dabei.

Kein Zuckerschlecken, was sich Maren Peschke (17) für ihr Praktikum suchte. Sie arbeitete im Institut für Rechtsmedizin in Freiburg und nahm täglich an Obduktionen von Leichen teil. „Anfangs war es schon ein komisches Gefühl, dabei zuzusehen, wie Toten die Bauchdecke aufgeschnitten wird und die inneren Organe entnommen werden. Auch Schädeldecken werden aufgesägt.“ Doch mit der Zeit setze eine gewisse Gewöhnung ein. Eine spezielle Erlaubnis war notwendig, weil Maren noch nicht volljährig ist.

 Beim Überführen von Dopingsündern mittels Urin-Analyse half Julia Herrmann mit.

Ganz anders sah ein Tagesablauf bei Niklas Birkenmaier aus Geisingen aus. Im militärhistorischen Forschungsamt in Potsdam hatte der 16-Jährige dreierlei Hauptaufgaben zu erledigen. Dazu gehörte unter anderem die Durchführung einer Transkription, das heißt, „die Tagebucheinträge eines ehemaligen Einheitsmitglieds des Ersten Weltkrieges auf Computer zu übertragen“.

Des Weiteren wurde ihm ein ganz besonderer zusätzlicher Job zugeteilt: Auf der Jagd nach 15 ehemaligen SS-Offizieren mussten deren Daten aus alten Büchern herausgesucht werden. „Besonders gefallen hat mir auch die Ahnenforschung. Nach Feierabend bin ich in die Bibliothek, um ihm Archiv Recherche zu meinem Großvater zu betreiben. Das Berufsfeld eines Historikers ist auf jeden Fall interessant und die Arbeit hier macht Spaß, jedoch ist es nicht leicht hier einen Job zu bekommen und die Verdienstmöglichkeiten sind auch nicht besonders ansprechend.”

 Im Tanzstudio machte sich Damaris Höfler nützlich.

Nicht ganz so weit hatte es Damaris Höfler aus Mundelfingen. Sie interessiert sich sehr für Sport und bewarb sich im neuen Tanz- und Gymnastikstudio „Movimento” in Hüfingen. Hier nahm sie an fast allen Kursen teil und durfte auch schon einiges selber machen. „Manchmal habe ich das Aufwärmen übernommen, und zwei Tanzkurse durfte ich komplett selber gestalten.“ Nicht nur sie fand Geschmack an dem Beruf, auch Studio-Inhaberin Jessica Galvagno war angetan von ihrer ersten Praktikantin überhaupt: „Sie ist interessiert, sportlich und kann mit Kindern umgehen.“

Frauke Jürgensen, Leiterin der Berufsorientierung am Gymnasium, staunte über die Kreativität der Schüler beim Aufspüren von Praktikumsstellen – und war froh über die Bereitschaft der Betriebe, Schüler aufzunehmen. Besonders freute sie sich über das Beispiel von Ina Müller, die in Mainz bei einer Tierärztin war. Die Ärztin habe schlechte Erfahrung mit Praktikanten gemacht und keine mehr aufnehmen wollen. Von Ina war sie so positiv überrascht, dass sie in Zukunft wieder offen für Praktikanten sei. 


Dokumentation aus dem Südkurier  > 28-4-2009 <      Lokalausgabe Donaueschingen

Hinweis:
An dieser Stelle veröffentlichen wir Presseberichte die sich mit unserer Schule befassen. Für die jeweiligen Inhalte sind wir nicht verantwortlich, auch geben diese nicht unbedingt unsere Meinung wieder.
Die Veröffentlichung des Artikels geschieht mit freundlicher Genehmigung des Südkurier.

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