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Sorgenkind Schulmensa
VON KLAUS DANGEL
Das "Turbo-Abi" G8 sorgt mit Lernstress und Durchfallerquote für Debatten im Land; die Politik verspricht Nachbesserung. In Donaueschingen gibt es jetzt einen ganz anderen "G-8-Patienten": Die Schulmensa am Gymnasium. Zwar haben immer mehr Schüler wegen G8 Nachmittagsschule, trotzdem bleiben sie dem Mittagstisch fern. Die Kalkulation geht nicht mehr auf, attraktivere Angebote sollen helfen.
| Die Kleinen der Kästner-Grundschule retten derzeit den Mensabetrieb im Fürstenberg-Gymnasium. Aus dem Gymnasium selbst gehen immer weniger Schüler dort zum Essen.
Vollmer
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"Die Teilnahme entspricht bei Weitem nicht unseren Vorstellungen." Ernüchterung klingt an bei Oberbürgermeister Thorsten Frei. Als die Stadt als Schulträger und die Entscheidungsträger im Gemeinderat den Mensabetrieb auf den Weg brachten, setzten sie gemeinsam mit Elternvertretungen und Pädagogen einige Erwartungen in das neue Angebot. Das gemeinsame Mittagessen sollte das ebenfalls neu eingerichtete Ganztagsangebot sinnvoll komplettieren, sollte Schüler von allerlei "Schnelless-Adressen" im Umfeld der Schule weglotsen, sollte nicht zuletzt auch das Wir-Gefühl an der Schule festigen.
Manchmal nur ein Dutzend
Im ersten Dreivierteljahr ging die Rechnung nicht auf. Beim Informationstag des Gymnasiums Ende vergangenen Samstag erfuhren Eltern aus der Schulstruktur, dass an manchen Tagen nur noch ein Dutzend Gymnasiasten in der Mensa esse. "Die Zahl aus der Anfangszeit ist deutlich gesunken, statt wunschgemäß gestiegen, räumte OB Frei gestern ein, "damit können wir nicht zufrieden sein".
Ein Runder Tisch, bestehend aus Mensa-Pächter, Eltern, Vertretern von Schule und Schulträger, hat in jüngster Sitzung nach Ursachen für den Schwund am Mittagstisch gesucht - und nach Gegenmitteln. "Wir müssen das Mensa-Essen attraktivieren", sagte OB Frei an. "Bei dem Spagat, für einen bezahlbaren Preis möglichst viel Qualität und eine ausgewogene Ernährung zu bieten, ist ein Speiseplan aus Erwachsenensicht entstanden. Auch der Gemeinderat hat seine Vorstellungen eingebracht. Vielleicht müssen wir uns mehr danach richten, was die Jugendlichen wollen."
Aus Schülerkreisen wurde immer wieder die Größe der Portionen bemängelt, aber auch der Geschmack des Essens und der Preis.
Zunehmend enger werden die Spielräume für den Mensa-Pächter. Er trägt das Betriebsrisiko. Zwar kommen von den rund 100 Ganztagsschülern der benachbarten Erich-Kästner-Grundschule etwa 80 regelmäßig zum Mittagessen und bilden damit das wirtschaftliche Fundament, aber das Wegbleiben der Gymnasiasten durchkreuzt die Kalkulation.
Warum so wenig Fürstenberg-Gymnasiasten ihr Mittagstisch-Angebot wahrnehmen -
Meinungen der Schüler
Ich gehe nicht in die Mensa, das Mittagessen ist mir zu teuer und schmeckt mir nicht.
Fabian Hausteiner, 12, Donaueschingen, Klasse 6d.
Ich gehe lieber zum Rewe. In der Mensa riecht es komisch, und das Essen ist zu teuer.
Aylin Tuggum, 12, Klasse 6d, Löffingen.
Meist habe ich genügend Vesper von daheim dabei. Ich würde öfters warm mittagessen gehen, wenn meine Freundinnen mitgehen würden. Der Preis ist ok, und mir schmeckt es dort auch.
Jasmin Draxler, 10, Gutmadingen, Klasse 5c.
Ich kaufe mir höchstens ein Brötchen, da ich für ein längeres Mittagessen keine Zeit habe. In der Pause mache ich meine Hausaufgaben.
Giovanna Latzke, 11, Donaueschingen, Klasse 5b.
Ich gehe gerne in die Mensa. Das Essen schmeckt gut, der Preis ist ok.
Samuel Hedderich, 12, Oberbaldingen, Klasse 6b.
Wenn ich nicht vergessen habe, eine Karte zu kaufen, esse ich regelmäßig in der Mensa.
Saskia Wölfle, 12, Klasse 7a,
Sunthausen.
Für Vegetarier wie mich gibt's in der Menas zu wenig Auswahl.
Larissa Botos, 13, Bräunlingen, Klasse 7c.
Ich kaufe mir höchstens ein belegtes Brötchen. Mir schmeckt das Essen nicht, einfach die falsche Auswahl.
Andreas Heim, 11, Hausen vor Wald, Klasse 6b.
Infos zum Mensabetrieb und Speiseplan im Internet (unter "Essen in der Mensa"):
www.fuerstenberg-gymnasium.de
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