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Schüler sehen hinter die Kulissen der Macht

Die
Schülergruppe der Klassen 11 des Fürstenberg-Gynasiums
„Warum bekommen Hauptschüler die Busfahrkarte bezahlt und Gymnasiasten nicht?“ diese und andere Fragen stellten Schüler des Fürstenberg-Gymnasiums Politikern bei ihrem Besuch im Stuttgarter Landtag, der von ihren Gemeinschaftskundelehrern, Herr Martin Schmiedeberg und Herr Norbert Schmeiser, vorbereitet wurde. Schüler der Klassen 9 c und 11 d sprachen mit Herrn Buschle (SPD) und Herrn Wolf (CDU), Abgeordnete für den Wahlkreis Tuttlingen-Donaueschingen sowie Herrn Dr. Wetzel (FDP/DVP), Abgeordneter des Bodenseekreises, der sich in Vertretung von Herrn Minister Pfister (FDP/DVP) den Fragen der Jugendlichen stellte.
Diese Politiker hatten sie zuvor in der Fragestunde erlebt, wo sich Herr Wolf und Herr Butschle einen verbalen Disput lieferten und Herr Dr. Wentzel durch Zwischenrufe auf sich aufmerksam machte.
Im Gespräch ließen sich einige Frage klären, so ist es etwa die Schülerbeförderung Angelegenheit des Kreises, wobei sich manchmal Probleme mit dem kreisüberschreitenden Schülertransport gebe. Andere Fragen blieben kontrovers wie die Belastung, die die Schüler infolge der Einführung des achtjährigen Gymnasiums und der Ganztagesschule
empfinden.
Für diese Probleme zeigten die Politiker nicht zuletzt aufgrund von Erfahrungen mit eigenen Kindern Verständnis und mahnten an, „die Unterrichtspläne zu durchforsten“, weil „G 9 sich nicht in G 8 pressen lässt“ – so Dr. Wetzel. Vor allem in Mathematik würde viel neuer Stoff vermittelt, während zum Einüben des Erlernten in der Schule zu wenig Zeit bliebe. Allerdings, so räumten sie parteiübergreifend ein, bliebe das sogenannte G 8 immer stressiger als G 9. Herr Wolf fragte die Schüler nach ihren Aktivitäten in Vereinen. Es zeigte sich, dass die G 8-Schüler (Klasse 9 c) im Vergleich zu G 9-Schülern (Klasse 11 d) durchaus in Vereinen tätig sind, ihre Aktivitäten aber je nach Belastbarkeit einschränken; vor allem wenn sie trainingsintensive Sportarten betrieben, würde die Freizeit knapper.
Gefragt wurden die Politiker auch nach der Arbeitsweise im Parlament. Am Beispiel der Diskussion um die Französisch als erste Fremdsprache an der Rheinschiene wurde das Problem der Koalitionsdisziplin deutlich. Dieses von der CDU vorangetriebene Projekt wurde in der FDP skeptisch beäugt, dann aber gemeinsam mit dem größeren Koalitionspartner in der Öffentlichkeit befürwortet, bevor es gerichtlich gestoppt wurde. Jedes Thema werde also in jeder Partei vordiskutiert. In den Fraktions- und Ausschusssitzungen würden die strittigen Themen erörtert; in den Fachausschüssen fielen die Entscheidungen. Vor der Plenarsitzungen kennen die Ausschussmitglieder aller Fraktionen sowie die Regierungskoalition folglich die Argumente der gegnerischen Position, deshalb sei die Plenarsitzung auch keine Diskussion, sondern Sprecher der Fraktionen im Fünf-Minuten-Takt trügen die Position ihrer Fraktion vor; die Landtagsverwaltung organisiere die Parlamentsdebatten so, dass Rede und Gegenrede möglich seien; formal fielen die Entscheidungen dann im Plenarsaal. Alle Abgeordneten sprächen letztendlich für die Medienöffentlichkeit, sie trügen die Parteilinie vor, die nicht mit ihrer persönlichen Ansicht übereinstimmen müsse.
Norbert Schmeiser
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