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Zehn Botschafter in Japan
VON SIGRUN ARFF-SCHWENK

Zehn Baaremer Schüler im Alter von 15 bis 19 Jahren erkunden bis zum 11. August Donaueschingens Partnerstadt Kaminoyama.


Frühmorgens um 3.30 Uhr trafen sich zehn Donaueschinger Schüler und stiegen zu nachtschlafender Zeit in den Airportshuttle nach Stuttgart. Die 15- bis 19-jährigen sind die diesjährigen Japan-Austauschschüler und begeben sich auf eine spannende Reise. Sie waren im Rahmen der Städtepartnerschaft mit Kaminoyama ausgewählt worden.

Foto: Arff-Schenk

Der achtzehntägige Schüleraufenthalt in Kaminoyama ist ein wesentliches Element der langjährigen Partnerschaft. Vom 25. Juli bis zum 11. August werden Eva Blaurock, Marina Kristic, Melanie Martin, Arthur Meier, Konstantin Ott, Lisa Preis, Svea-Annika Schenk, Claudia Schmidt-Cotta und Valentin von Witzleben ihre Stadt repräsentieren und die Gelegenheit haben, japanische Lebensweise und Kultur hautnah kennen zu lernen. Sie wohnen in Gastfamilien, der Gegenbesuch der japanischen Schüler findet im gleichen Zeitraum nächstes Jahr statt. Beatrix Grüninger, die Organisatorin und Referentin des Oberbürgermeisters weiß, "der Gedanke der Völkerverständigung zwischen Deutschland und Japan könnte nicht besser in die Tat umgesetzt werden, denn er fördert Toleranz und das zwischenmenschliche Verständnis."

Seit 1995 gibt es die Partnerschaft mit der 9000 Kilometer entfernten Stadt am Fuße des Zao-Gebirges, 300 Kilometer von Tokio entfernt. Zum siebten Mal ist nun eine Donaueschinger Schülergruppe unterwegs, und sichert den Fortbestand der Beziehung über den Wechsel der Generationen hinaus. Begleitet werden sie von Mario Mosbacher, Lehrer am Fürstenberg-Gymnasium. Hier wurde ab Oktober sogar eine Japan-AG angeboten. Mitglieder der Deutsch-Japanischen Gesellschaft hatten Schüler mit Sprache, Gebräuchen und Geschichte des fernen Landes vertraut gemacht.

30 Jugendliche hatten sich um die Reise beworben. Die Stadt ist stolz, von jeder Schulform einen Schüler ausgewählt zu haben. Die Eichendorffschule, die Realschule, das Wirtschafts-, Zinzendorf- und Fürstenberg-Gymnasium, die Gewerbliche Schule und die Waldorfschule aus Schwenningen sind jetzt vertreten.

Seitens der Stadt Kaminoyama (40000 Einwohner) wurde ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm zusammengestellt. Die Schüler sind schon am Ankunftstag nach zwölf Stunden Flug in einer Modenschau eingebunden, nehmen aktiv am großen Hanagasa-Tanzfestival teil und haben sich auf einen beidseitigen Workshop vorbereitet. Sie referieren über Traditionen, Vereine und Verkehr in Deutschland und tauschen sich mit den japanischen Schülern aus.

Beim Rathausempfang sollen sie sich von ihrer Schokoladen-Seite zeigen (Keine T-Shirts, keine kurzen Röcke stand in ihren Reiseunterlagen) und Stäbchen sollten nie aufrecht in den Reis gepiekt werden (empfiehlt das Konsulat, um "Fettnäpfchen" zu vermeiden). Visitenkarten seien ein Ehrengeschenk und müssten respektvoll entgegengenommen, aufmerksam betrachtet und herznah in einer Brusttasche verwahrt werden.

Beatrix Grüninger druckte den zehn "Diplomaten" eigene Visitenkarten aus, die in lateinischer Schrift und in japanischen Schriftzeichen eine stilvollendete Gegenüberreichung - und hoffentlich lange Bekanntschaft - ermöglichen. Sie haben versprochen, ein deutsches Essen zu zubereiten - und zuhause noch schnell das Semmelknödelkochen und Spätzleschaben geübt. Sie werden beim Hanagasa-Festival möglichst gekonnt Kimonos tragen und traditionelle Tanzschritte lernen, um einen ganzen Tag inmitten des Umzuges ohne Blamage mitzuhalten. Örtliche Schulen werden besichtigt, und da japanische Kinder selbst in den Ferien Kurse besuchen, auch am Unterricht der Highschool teilnehmen. In den Familien können sie durchatmen - oder auch nicht, denn sie müssten zum Beispiel im Hinterkopf behalten, alle Hausschuhe in der richtigen Reihenfolge zu wechseln und tunlichst kein Taschentuch zum geräuschvollen Naseschnauben zu zücken - in Japan gilt nur "hochziehen" als gesittet. Erholsamer vielleicht der geplante Ausflug ins Zao-Gebirge, zu den heißen Quellen und die Übernachtung in einem Ryokan (traditionelles Hotel). Einen abschließenden Aufenthalt in Tokio haben sich alle ganz großstadtmutig gewünscht.

Am Freitag flogen die Jugendlichen über Paris nach Tokio und reisten mit dem Schnellzug "Shinkansen" nach Kaminoyama. Ihre Erlebnisse veröffentlichen sie zum Mitverfolgen auf der Donaueschinger Homepage (www.donaueschingen.de), unter der Rubrik "Stadt"/ Städtepartnerschaften.


Dokumentation aus dem Südkurier  >28-7-08<      Lokalausgabe Donaueschingen

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Die Veröffentlichung des Artikels geschieht mit freundlicher Genehmigung des Südkurier.

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