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Seine große Leidenschaft heißt Japan
VON JÜRGEN MÜLLER

Daniel Höfler aus Donaueschingen verbrachte fast ein ganzes Jahr in Japan.
Ich möchte auf jeden Fall noch einmal dort hin", meint Daniel Höfler, der ein ganzes Jahr in Japan war und jetzt schon wieder vom Fernweh gepackt wird. Seine "heimliche" Liebe zu dem Land der aufgehenden Sonne gibt er offen zu: "Nachdem ich mit elf Jahren über den Schülerchor den ersten Kontakt zu Japan hatte, wollte ich die Kultur und die Menschen näher kennen lernen."
So hat der Gymnasiast noch heute Kontakt zu den jungen Sängern aus
Koriyama. Verbindung zu seinem Lieblingsland hielt Daniel Höfler auch durch die Städtepartnerschaft Donaueschingens mit
Kaminoyama. 2006 reiste er mit einer Abordnung dort hin und war erneut begeistert. "Nach der Rückkehr habe ich zu meinen Eltern gesagt, dass ich unbedingt länger nach Japan möchte."
So gab es schließlich kein Halten mehr: In Eigeninitiative verschaffte sich der 18-jährige Donaueschinger über die Kulturaustausch-Stiftung GLS die "Langzeit-Fahrkarte" nach Japan. Durch den Besuch von Veranstaltungen und Vorträgen der deutsch-japanischen Gesellschaft, in der Japan-AG seiner Schule, aber vor allem durch intensives Lesen bereitete sich Daniel Höfler auf seine lange Reise vor. Am Gymnasium beantragte der FG-Auswahlchorsänger und erste Bass im MGV Allmendshofen sowie begeisterte Leichtathlet gleich ein ganzes Jahr Ferien - was ihm ohne Probleme gewährt wurde.
Gut vorbereitet, aber dennoch mit gemischten Gefühlen und einem flauen Gefühl im Magen - "ich habe mich zwar riesig gefreut, wusste aber nicht genau, was mich erwartet" - machte sich Daniel Höfler am 5. September 2007 auf den Weg in Richtung "aufgehender Sonne". Seine erste Station war das für japanische Verhältnisse eher kleinstädtische Yasu (60000 Einwohner) nördlich von
Kyoto, wo er nach dem Flug nach Tokio mit dem Schnellzug hingelangte. Von der Gastfamilie Yamamoto mit drei kleinen Kindern, der Vater Manager beim Hitachi-Konzern, wurde er herzlich aufgenommen.
"Da ich schon einmal, wenn auch nur für kurze Zeit, in Japan war, blieb der Kulturschock aus", so der junge
Eschinger. Auch sah er die Vorurteile, "alle Japaner sind klein", nicht bestätigt und war insgesamt positiv überrascht. Schnell merkte er, dass sein Japanaufenthalt alles andere als ein Urlaub ist. Morgens um 8.30 Uhr ging es in die Schule und das auch samstags. Der anstrengende Unterricht - "anfänglich habe ich gar nichts verstanden" - endete um 16.30 Uhr, anschließend konnten freiwillig sportliche und künstlerische Club-Angebote genutzt werden. "Das hat viel Spaß gemacht", so Daniel Höfler, der die Sprachbarriere nach einigen Intensivkurs-Stunden schnell überwand. Nur in den Ferien war Zeit, das "Universal Studio" in Osaka, den japanischen Europa-Park, oder den größten Tempel Japans
"Nara" kennen zu lernen.
Seine nächste, allerdings nur kurze, Station war die Familie Ono in
Ishiyama, wo er lediglich für einen Monat untergebracht war. Die restlichen vier Monate beherbergte ihn die Familie Mori in
Oishi, einer Vorstadt von Ishiyama. So konnte er die ganze Zeit in derselben Schule bleiben, kam im Unterreicht gut voran. "Zum Schluss habe ich sogar Klassenarbeiten mitgeschrieben", erzähl er. Auch viele Freundschaften schloss der Donaueschinger. Mit seiner Gastfamilie flog er in den Schnee nach Hokkaido und besuchte das "Ende von Japan".
Jetzt hieß es Abschied nehmen: "Es fiel mir schwer. Einerseits war ich froh, wieder nach Hause zu meinen Eltern und Freunden zu kommen, andererseits hätte ich es auch noch länger in Japan ausgehalten", so Daniel Höfler. Jetzt hat ihn der deutsche Alltag wieder, der Kontakt zu seinen japanischen Freunden reißt nicht ab. "Ich schreibe am Tag bis zu fünf E-Mails - in Japanisch versteht sich." Geplant ist auch der Besuch einer Gastfamilie in Donaueschingen. Im September geht es wieder in die Schule. Seine stimmlichen und sportlichen Aktivitäten lenken ihn zunächst einmal ab. Aber Japan lässt ihn auch hier nicht los: "Ich werde die Städtepartnerschaft weiter verfolgen und mich eventuell als Dolmetscher anbieten".
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