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Generationswechsel am Fürstenberg-Gymnasium
Horst Fischers Bilanz der Wandlungen

Der letzte von den Ersten geht

VON KLAUS DANGEL

Das Fürstenberg-Gymnasium steckt im Generationswandel. Reihenweise scheiden in jüngsten Jahren Lehrer aus, die sehr lange hier wirkten und den pädagogischen Betrieb prägten. Der Altersmittelbau fehlt teilweise, ein junges Kollegium wächst in die Schlüsselrollen. Jetzt steht ein geradezu symbolhafter Abschied an: Horst Fischer geht in Pension, der letzte, der "FG-Alltag" im heutigen Schulhaus vom ersten Tag an miterlebte.



Die 13d als Abi-Klasse 1972 mit Lehrer Horst Fischer (Mitte): 
So fing es an für den jungen Pädagogen, der jetzt als letzter 
aus der "gymnasialen Umzugsgeneration" in den Ruhestand geht. 


 Erster Schultag nach den großen Ferien, Sägemehl aus den Umzugskisten bedeckt den Teppichboden in Schulchef Williards Zimmer, es riecht nach neu. Neu ist das ganze Schulhaus, "ziemlich neu" auch das Kollegium: Viele junge Lehrergesichter prägen das Bild. Gemeinsam werden sie im Neubau an der Humboldtstraße reif werden in den kommenden Jahrzehnten, gemeinsam die Bildungshoheit über viele Jahrgänge von Schülern ausüben, gemeinsam schließlich Richtung Ruhestand gehen. Ganz neu dabei ist der frisch gebackene Studienassessor Horst Fischer. Ein halbes Jahr Kepler-Gymnasium in Freiburg liegt hinter ihm, Donaueschingen wird seine Wahlheimat werden, als Lehrer für Geschichte und Deutsch, als SPD-Stadtrat und Parteichef, als Musikfreunde-Präsident später und Kirchengemeinderat bei den Evangelischen. Schuljahresstart und Lebenslaufbahnstart im Herbst 1970.

38 Jahre später zählt Fischer den Endspurt herunter. In vier Wochen wird er pensioniert, Tage vor dem 65. Geburtstag, gemeinsam mit Inge Plech, Helmut Stark, Klaus-Werner Ther. Er ist der letzte aus der "Umzugsgeneration" der damals Jungen, die auf ihrem Weg bis heute bisweilen auch die politisch Wilden und Experimentierfreudigen sein sollten, bisweilen die Desillusionierten und Frustrierten. Bildungsnovellen rollten über sie hinweg, mehrere Schulleiter mit ihren Ideen und Kanten, gesellschaftliche Umbrüche, Schülergenerationen im Wandel. Viele Jahre lang stieß so gut wie kein Lehrernachwuchs dazu, heute steht das Gymnasium quasi da wie damals 1970: Noch einige gehen auf die 60 zu und werden bald ausscheiden, die Generation der 40- und 50-Jährigen ist rar, die neuen Jungen sind bald dran.

Eine Lücke klafft im pädagogischen Altersgefüge. Das macht den Erfahrungs-Transfer schwierig, stellt Horst Fischer fest. Aber es ist nur ein Puzzlestein in seiner sehr veränderten Berufswirklichkeit. Konzeptreformen "und die vielen Bildungsmoden" fordern und beanspruchen, der Ruck zu G8 "ohne ein echtes Ganztagsschulkonzept" machen ihn zweifeln. Und laut geworden sei die Schule, "lärmend und gehetzt, mit groben Umgangsformen mitunter." Manchmal nur akzeptabel mit dem Wissen, "es ist ja bald vorbei."

Ob er noch länger Lehrer sein wollte? Sein "Nein" kommt ohne Bedenkzeit. "Ich schaue auf ein befriedigendes Berufsleben zurück", sagt er. Immer noch sei es eine schöne Aufgabe, geschichtliches und politisches Bewusstsein vorzuleben und zu vermitteln, "auch, damit wir mit unserer Vergangenheit richtig umgehen". Aber nun sei es genug. Die neuen Jungen sollen ran.

Bilder: Archiv Fischer, Dangel


Dokumentation aus dem Südkurier  >25-6-2008<      Lokalausgabe Donaueschingen

Hinweis:
An dieser Stelle veröffentlichen wir Presseberichte die sich mit unserer Schule befassen. Für die jeweiligen Inhalte sind wir nicht verantwortlich, auch geben diese nicht unbedingt unsere Meinung wieder.
Die Veröffentlichung des Artikels geschieht mit freundlicher Genehmigung des Südkurier.

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