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Turbo-Abi, recht nüchtern betrachtet
Donaueschingen (bea) Von Emotionen keine Spur: Die Informationsveranstaltung des Fürstenberg-Gymnasiums über das achtjährige "Turbo-Abi" war ein ruhiger Abend für Lehrer, Eltern und Schüler, die sich in der gut besetzten Aula sachlich mit eher trockenen Schulfragen
auseinander setzten.
Zwar gibt es bei vielen Eltern und Schülern besorgte Blicke in die Zukunft, doch scheinen sich die Wogen langsam zu glätten: Diese Einschätzung gaben Schulleiter Bertold Böhm ebenso wie Rita Bernhart-Männlin, die Vorsitzende des Gesamtelternbeirats des Gymnasiums. "Die Ängste und Nöte werden sehr ernst genommen", sagte sie im Gespräch mit dem SÜDKURIER, "auch diese Veranstaltung soll mithelfen, die Probleme zu einer gemeinsamen Lösung zu führen."
Das FG Donaueschingen hat als Pilotschule schon vor fünf Jahren die Weichen gestellt und G 8 ein Jahr früher eingeführt als insgesamt im Ländle. Es zeichnet sich inzwischen ab, dass die vermehrte Stundenzahl an den Nachmittagen mit sehr viel Lernstoff "sich bei den Familien an den Wochenenden bemerkbar macht", räumt die Elternbeiratsvorsitzende ein. "G 8 hat ein paar Ecken und Kanten, aber es ist zu schaffen und wir versuchen gemeinsam, die politischen Rahmenbedingungen vor Ort umzusetzen", sagt die Frau, deren Sohn gerade in Klasse 9 ist. Er und seine Klassenkameraden stehen nun gerade an der Schwelle, sich zu entscheiden, ob sie am FG bleiben wollen oder auf das Wirtschaftsgymnasium oder ein Technisches Gymnasium wechseln sollen, um ein Abitur mit fachlichem Schwerpunkt zu machen. Sieben Schüler aus dem FG haben dies eventuell vor, so Schulleiter Böhm. Ein Problem hierbei: Ein mittlerer Bildungsabschluss ist erst dann gegeben, wenn der Schüler bis zur Klasse 11 durchhält und in die "Zwölf" versetzt werden kann. Ansonsten hat er gerade mal einen Hauptschulabschluss.
"Da ist vieles etwas überstürzt eingeführt worden", sagt Rita Bernhart-Männlin. Die vielen Stunden in der Mittelstufe machen den Kindern und Eltern Sorgen. "Der Stoff wird sehr komprimiert vermittelt, die Zeit ist kürzer geworden, um das Wissen zu vertiefen, die Arbeit verlagert sich nach Hause".
Lehrer Mario Mosbacher, der die G 8-Erfahrungen in den vergangenen beiden Jahren statistisch ausgewertet hat, stellte heraus, dass die "gefühlte Resignation" sich nicht an den Fakten nachweisen lasse. "Es gibt keinen G 8-Schwund, die Vereinstage der Schüler sinken nicht, die Noten sind am FG auch nicht schlechter, sondern gar um eine Stufe besser, auch bei der Zahl der Nachhilfestunden gibt es nur kleine Unterschiede zwischen G 8 und G 9.
Mosbacher räumte ein, dass das FG dabei sei, in den Fächern Mathe, Französisch und Latein ein Tutoren-System aufzubauen. Man bemühe sich außerdem darum, die "langen Tage" zu vermeiden und die Stundenpläne zu optimieren. Das Ziel sei es, die Qualität zu verbessern und nicht nur Quantität in die Stundenpläne zu packen. Jetzt will das Fürstenberg-Gymnasium eine ausführliche Information herausgeben in der es um den Vergleich zwischen G 8 und G 9 geht.
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