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Chefwechsel

Fürstenberg-Gymnasium: Zum Abschied verteilte der Chef auch satirisch Watschen

Rudolf Strassers kantiger Abgang

In der Aula des Fürstenberg-Gymnasiums wurde gestern Abend Rudolf Strasser (Mitte) als Schulleiter verabschiedet, unter anderem von OB Thorsten Frei (links daneben). 

B I L D : R O G E R M Ü L L E R

Nur sechs Jahre lang erlebte der Rottweiler Rudolf Strasser Donaueschingen
und Fürstenberg-Gymnasium als dessen Leiter. Die Eindrücke müssen nachhaltig gewesen sein: Zu seinem Abschied vor 700 Gästen in der Schulaula schoss er gestern Abend, nach einer sympathiereichen Feier, im ironisch durchtränkten Schlusswort spitze Pfeile ab: gegen Kultus- und Stadtpolitik, Geistlichkeit, Frauenbeauftrage im Kollegium und Presse.

Mit einer Straßenlaterne verglich Strasser den Schulleiter-Job: „Oben soll sie leuchten, unten kann jeder…“ Aber genau das Unausgesprochene tat er selbst im „Schlussplädoyer“ seiner Lehrer- und Schulleiterkarriere. An der Bildungspolitik des Landes ließ er wenig gute Haare, die jüngste Verwaltungsreform nannte er Teufelswerk, den Gemeinderäten attestierte er Profilierungsdrang in der Debatte um die Ganztagsschule, zu Lasten einer behutsamen Programmentwicklung an der Schule. Den Stadtpfarrer im Publikum brüskierte er mit einem beißenden Kommentar zum Weltbild des unlängst als Kanzelredner aufgetretenen Bischofs Mixa. 
Bei den „wechselnden Beauftragtinnen für Chancengleichheit“ entschuldigte er sich satirisch für den Fall, „dass ich manchmal das erforderliche Maß an Hilflosigkeit nicht
erreicht habe“ und löste einen kleinen empörten Aufschrei aus. Mit einer kleinen Unflätigkeit machte er Medienproblemen Luft.
Strasser lobte auch in dieser ganz persönlichen „Notenkonferenz“: die Stadtverwaltung für gute Zusammenarbeit und Unterstützung, die anderen
Schulleiter der Stadt für gute Kommunikation, seinen Stellvertreter Hans-Jürgen Martin qualifizierte er als „absolut spitze“. Es habe sich gelohnt, Schulleiter am Fürstenberg-Gymnasium zu sein, so lautete seine Bilanz, trotz der Laternenfunktion.
Veränderungen Anerkennung für ihn kam von den Vorrednern. In seiner Amtszeit sei
„das Leben am Fürstenberg-Gymnasium spannender und erwartungsvoller“
geworden, sagte die Leitende Regierungsschuldirektorin Gisela Dieterle.
Viele Veränderungen habe es gegeben: Einführung des Turbo-Abiturs, vorgezogene Einführung von wöchentlichen Lehrersprechstunden, Ausbau der Elternarbeit, bauliche Veränderungen.
Strasser habe der Schule „in gewisser Weise seinen Stempel aufgedrückt“, sich durch unprätentiöse Art und Fähigkeit zur Selbstkritik Autorität erwirkt.
Große Ziele angestrebt und erreicht habe Strasser, so bilanzierte OB Thorsten
Frei, er zählte dazu auch eine vorbildliche Umstrukturierung der Oberstufe,
die Förderung von technischen und wirtschaftlichen Schwerpunkten, Pioniergeist bei der Vorbereitung des Ganztagsbetriebs. Der Ruf der Schule sei gut, am Gymnasium werde nicht nur Wissen und Können vermittelt, sondern auch Lebensreife. Markant
sei die Wettbewerbskultur der Schule, die sich im Erringen vieler Preise ausdrücke.
Strasser habe es auch verstanden, „die Schüler zu Ordnung, Disziplin und Sauberkeit zu erziehen.“
Reinhard Zatschler, der Geschäftsführende Schulleiter der städtischen Schulen, wies in einem anekdotenreichen Grußwort auf schwäbisch-zwiespältige Wesenszüge Strassers hin. Als Schulleiter habe er „neue Maßstäbe gesetzt“ in der Kontaktpflege zwischen Gymnasium und den anderen Schulen.
Für den Personalrat merkte Bernd Heinowski an, Strasser habe es verstanden,
Autorität und Integrationsfähigkeit zu verbinden. Freilich habe er nie Zweifel daran gelassen, wer die Schule leite.
Rita Bernhardt-Männlin als Sprecherin der Elternschaft schätzte „Aufrichtigkeit und Klarheit“ an Strasser.
Er wiederum habe die Kompetenz der Eltern geschätzt.
Zwei Vertretern der Schülermitverwaltung fiel nach eigenem Bekunden nichts Negatives zu Strasser ein. Er sei „alles andere als gewöhnlich, vielleicht schon außergewöhnlich.“

Rudolf Strasser (geboren 1942 bei Göppingen) übernahm im Herbst 2001 die Leitung des Fürstenberg-Gymnasiums von Manfred Glunk.
Zuvor war er seit 1972 Lehrer am Leibniz-Gymnasium in Rottweil gewesen, zuletzt als Vize-Schulleiter.
Nachfolger ist Bertold Böhm, der momentan noch im Auslandsschuldienst in Chile lehrt. Er hatte von 1975 bis 1984 bereits am Fürstenberg-Gymnasium unterrichtet.


VON
KLAUS DANGEL


Dokumentation aus dem Südkurier  > 20-7-2007 <      Lokalausgabe Donaueschingen

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An dieser Stelle veröffentlichen wir Presseberichte die sich mit unserer Schule befassen. Für die jeweiligen Inhalte sind wir nicht verantwortlich, auch geben diese nicht unbedingt unsere Meinung wieder.
Die Veröffentlichung des Artikels geschieht mit freundlicher Genehmigung des Südkurier.

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