Da fehlt selbst Schülern
der Stoff zum Lästern
FG lässt Rudolf Strasser nur ungern gehen
Von Birgit Krause-Sittnick

Standing Ovations für Rudolf Strasser (Mitte), der gerade Hubert Stinner auf die Bühne »zitiert«. Der
Chorleiter und Musiklehrer »folgte« dem Chef allerdings erst nach ausgiebigem Applaus. Links Christel
Strasser und OB Thorsten Frei, rechts Regierungsschuldirektorin Gisela Dieterle.
Unglaublich herzlich ist gestern Nachmittag Rudolf Strasser in feierlichem Rahmen als Schulleiter
des Fürstenberg-Gymnasiums verabschiedet worden.
Ob in den Worten der Leitenden Regierungsschuldirektorin Gisela Dieterle,
OB Thorsten Frei oder dem stellvertretenden Schulleiter Hans-Jürgen Martin – eines wurde
sehr schnell deutlich: Gerne lässt man den geschätzten und beliebten Oberstudiendirektor
aus Rottweil, der sechs Jahre lang die Geschicke des FG
geleitet hat, nicht ziehen, wenngleich man ihm den Ruhestand gönnt. Das unterstrich
die Elternbeiratsvorsitzende Rita Bernhart-Männlin, indem sie eine Hängematte
überreichte. Und wenn selbst den Schülern »der Stoff zum Lästern fehlt«, Zitat der Schülersprecher
Matthias Hall und Tobias Tröndle, will das einiges heißen. Auch Reinhard
Zatschler, Geschäftsführender Schulleiter, hat den Schwaben Strasser in sein Herz geschlossen,
wie aus seinen »Annäherungen « an dessen Person hervorging.
Er habe neue Maßstäbe gesetzt, das hätten die Schulleiter bald gespürt. Er habe
nicht nur gute Kontakte geschaffen, sondern mit dem Forum Wirtschaft-Schule auch
eine »vorbildliche Plattform«.
Auf leisen Sohlen, aber keineswegs auf Samtpfoten, dafür mit manch düsterer Vorahnung
auf bevorstehende Reformen, habe Strasser 2001 begonnen, so Gisela Dieterle und
ging auf seine Verdienste ein: zum Beispiel vorzeitiges G8, Ausbau der Elternarbeit, Lehrersprechstunden,
Kooperationen mit Wirtschaft und Vereinen
oder die Ganztagsbetreuung.
Immer wieder fielen ihr dazu »typische Strasser-Sprüche « ein, trocken-humorvoll,
ironisch, manchmal sarkastisch.
Sie attestierte dem einstigen Oberleutnant der Reserve Wissen, Erfahrung, intensives
Engagement und die Fähigkeit vieles zu bewegen. Künftig könne er die schulischen Entwicklungen
mit philosophischer Gelassenheit betrachten.
»Ihre Bilanz kann sich sehen lassen. Kaum zu glauben, dass es nur sechs Jahre waren«, betonte
OB Frei und äußerte sich stolz über die »Forschungsschmiede
« FG, die auch bei den Geisteswissenschaften Spitze sei.
Von einem »Schulleiter,
wie man ihn sich nur wünschen kann«, sprach Bernd Heinowski vom Personalrat.
Strasser habe nicht nur durch Prinzipientreue, Augenmaß und Freundlichkeit überzeugt,
sondern auch durch »unlautere Mittel«, wie Charme und Sympathie. Hinzu
kämen Fleiß, Geist, Humor, Verständnis und ein Schuss Ironie. |
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»Es hat sich gelohnt,
Freude gemacht und Erfüllung gebracht«, fasste Strasser seine Zeit zusammen und verteilte
gleichzeitig etliche Seitenhiebe, allerdings ganz im Strasser-Stil, geistreich und witzig verpackt.
Stilvoll umrahmt wurde die Feier in der Aula vom Vokalensemble Schwarzwald-
Baar (Oberstufenchor FG) sowie einem »Ad hoc Orchester« aus Schülern, Ehemaligen,
Lehrern und Gästen unter Leitung von Hubert Stinner.
Fotos: Krause-Sittnick
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