Freundschaft
auf zwei Rädern
(Raid Verre 2007)
Gymnasiasten auf Radtour mit dem Lycée / FG will
Kontakt halten

Die
deutsch-französische Schülergruppe vor einem ihrer Tagesziele,
dem Chateaux
de Hochberg in Wingen
»Le Raid Verre 2007«, die 'Glastour' , lautete der Titel einer Unternehmung, zu welcher
9 Oberstufenschüler /-innen des Fürstenberg-Gymnasiums in die Partnerstadt Saverne eingeladen wurden , ein Titel, welcher im Vorfeld für die Teilnehmer aus Donaueschingen manche Ungewissheit und Kopfzerbrechen über Inhalt und Verlauf dieser Unternehmung mit sich brachte, dann aber vor Ort viel körperliche Kondition erforderte und schließlich viele guten Eindrücke und Erlebnisse hinterließ. Nachdem bereits vor zwölf Jahren die erste ‘Raid Verre’ als Pionierprojekt und erste Begegnung zwischen den beiden Gymnasien ein Erfolg war, hat nun diese Form von Partnerschaft in den nachfolgenden Jahre eine Kontinuität und Beständigkeit erfahren.
Es war eine Erkundungstour durch die Berglandschaft der Nordvogesen, ebenso auch durch die reiche Kulturgeschichte dieser Region, vorbereitet von einem Lehrer-Team des Lycée du Haut Barr in Saverne, welches als Technisches Gymnasium seinen Schülern Ausbildungsschwerpunkte im Bereich formbarer Materialien vermittelt. Sechs Tage waren 24 französische Schüler mit den deutschen Gästen, Schüler aus verschiedenen 11.Klassen und der Jahrgangsstufe 12 am FG, unter der Leitung des Lehrers Dominik Läuffer und Eberhard Kern unterwegs auf den Spuren eines alten Handwerk- und Industriegewerbes der Nordvogesen und begleitet von einem gut organisierten Planungs- und Versorgungstrupp von Lehrern der Saverner Partnerschule.
Nicht etwa bequem im Omnibus, sondern per eigener Muskelkraft auf geländegängigen Fahrrädern führte die Erkundungstour durch die farbenfrohe Buntsandsteinlandschaft der Nordvogesen, welche jedoch durch ihren Gebirgscharakter die Teilnehmer immer wieder zum Schieben oder auch Tragen des eigenen »Draht-Esels« veranlasste.
Besichtigungen von Handwerksbetrieben, Museen und Zeugnissen unseliger deutsch-französischer Geschichte füllten die Tage aus. Von besonderem Interesse für die Teilnehmer war das Cristallerie–Museum mit Glasbläser-Schauwerkstatt in Meisenthal. Gerade hier wurde in beeindruckender Weise der Aufstieg und Niedergang eines nahezu 2000 Jahre alten Gewerbes in dieser Region deutlich. Mit Film und Schauvorführungen wurde die hohe Kunst der Glasherstellung, Glasbläserei, Glasschleiferei und Verzierung gezeigt. Dabei wurde den Schülern aus Donaueschingen bewusst, dass dieses Gewerbe ähnlich wie im Schwarzwald zu eine besonderen Blüte gelangt war und sich heute gegen eine industrielle Massenfertigung von Glaswaren
und veränderten Bedürfnissen der Käufer von Glaswaren mittels einem eigenen, handwerklich besonders hochwertigem Angebot behaupten muss oder eben einen Niedergang erfahren hat (so wie auch die frühere Glasbläserei in Wolterdingen).
Einen besonderen Eindruck brachte für alle Teilnehmer die Besichtigung zweier Festungsbauten mit sich, allesamt Zeugnisse der Jahrhunderte währenden Kriegs-Konflikte zwischen den jetzt befreundeten Nachbarländern Frankreich und Deutschland. Hier stand im Vordergrund ein weitgehend vollständig erhaltenes, gigantisches Befestigungswerk, die Zitadelle von Bitche und das Fort Simserhof der Maginot-Linie aus dem 2. Weltkrieg mit endlos scheinenden unterirdischen Gängen und aufwendiger militärischer Einrichtungen, Milliardeninvestitionen, die durch die Realität des damaligen Kriegsverlaufes schließlich umsonst und nutzlos waren.
Jeder Tag brachte neue Abwechslung. Ein Orientierungswettbewerb mit dem Fahrrad in gemischten dt.- frz. Gruppen , tägliche Picknicks in freier Natur lockerten die Fahrtentage auf und brachten den Teilnehmern mit ihren besonderen Herausforderungen viel Spaß.
Täglich wechselte die Unterkunft, von rustikalen Wandervereinshütten bis hin zu komfortablem Schloss-Ambiente in Saverne und Wingen wie auch in Phalsbourg und La Petite Pierre; da ließ es sich gut leben und übernachten. Gleichermaßen die Verköstigung: von selbst zubereiteten Mahl bis zum servierten Dinner zeigte sich die französische Küche recht vielfältig und abwechslungsreich.
Erstmals trafen sich am zweiten Tagesziel Wingen beim abendlichen Zusammensein aller Teilnehmer die Schulleiter beider Gymnasien: Bertold Böhm, eigens aus Donaueschingen angereist und seine Kollegin vom Saverner Lycée, Caroline Blessig, zu einem ersten Kontaktgespräch und wurden sich darin einig, den guten Kontakt beider Schulen zu bewahren und zu vertiefen.
Stets wurde die französischen Sprachkenntnisse der jungen deutschen Gäste auf die Probe gestellt, doch zur allgemeinen Erleichterung war die elsässische Sprache, vorwiegend bei der älteren Generation noch verbreitet, zur Verständigung und Wissensvermittlung eine große Hilfe. Das Wetter stand rundum auf Seiten der Radfahrertruppe, Sonne alle Tage, doch auch klamme Morgentemperaturen, welche die Radlerhände am Velo unangenehm erstarren ließen.
So ging es fünf Tour-Tage über Stock und Stein in einer Rundtour auf über 160 Kilometern Gesamtdistanz durch die Nordvogesen wieder zurück nach Saverne.
Doch die 13. Raid Verre endete für die deutschen Teilnehmer mit dem Unheil, das eben die Zahl 13 mit sich bringen kann: Die Zugrückfahrt nach Donaueschingen scheiterte am Streik der Lokführer und erforderte einen verlängerten Aufenthalt in der Partnerstadt – nahezu allen Teilnehmern zur Freude.
Ende November werden nunmehr die französischen Partner zu einer zweitägigen Begegnung in Donaueschingen
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