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40 Achtklässler des Fürstenberg-Gymnasiums Donaueschingen informierten sich gestern mit ihren Religionslehrern in der Blumberger Moschee über den islamischen
Glauben.
B I L D : B A L T Z E R
Lebendige Religionsstunde: Achtklässler gehen dem Islam auf den Grund
Gymnasiasten besuchen Moschee
VON
REINER BALTZER
Lebendiger kann eine Religionsstunde nicht verlaufen, wie gestern
in der Moschee des Türkisch-Islamischen Kulturvereins in Blumberg. Die Achtklässler des Donaueschinger
Fürstenberg-Gymnasiums mit beiden Religionslehrern Christian Enderle und Markus Eisele,
die sich in der letzten Zeit im Fach katholische Religion mit dem Islam beschäftigt
haben, wollten sich einmal vor Ort in den Räumen dieses Kulturvereins
informieren.
Sie fanden aufgeschlossene Muslime vor, die sie durch alle Räume führten,
darunter auch die Moschee. So standen dann auch der Vorsitzende
des Kulturvereins, Sami Bastuglu, und sein Vertreter Tamer Altun wie auch
der Imam der Gemeinde Rede und Antwort. Eine wichtige Rolle spielten
dabei auch die Religionslehrerin, die
Blumbergerin Eda Özdemir, und vier ihrer Schülerinnen.
Die rund 40 Schülerinnen und Schüler hatten sich gut vorbereitet
und wollten einiges über diese andere Religion wissen. Da ging es dann um
den Fastenmonat Ramadan. Ob auch alle Gläubigen die 30 Fastentage ernst
nehmen? Nur aus Krankheitsgründen
dürfe davon abgewichen werden, hieß es. Dafür müsse dann aber ein Almosen
erbracht werden. Die gefragteste Person war an diesem Tag wohl Eda
Özdemir, die sich im Aufenthaltsraum für die Frauen den Fragen stellte und
sich in der türkischen Tradition und der Lehre des Islam hervorragend auskannte.
Über die fünf Säulen des Islam, das Glaubensbekenntnis, das Gebet,
das Fasten, die Armensteuer und die Pilgerfahrt bis zum Vorbeter in einer
Moschee war alles für die Besucher interessant.
Während sich die Männer zum Freitagsgebet in die Moschee zurückziehen,
beten die Frauen lieber zu Hause, ließ Özdemir ihre Zuhörer wissen.
Fünf Gebete am Tag seien aber Pflicht.
Wie es denn in der Schule oder bei Veranstaltungen mit dem Beten gehen
solle, wollte eine Schülerin wissen. Da gebe es immer ein Eckchen und auch
Zeit, um zu beten, so die Lehrerin.
Auch über die islamischen Feste informierten sich die Jugendlichen.
„Haben sie selbst schon eine Pilgerfahrt nach Mekka gemacht? Ist Fasnacht
bei den Kindern islamischen Glaubens ein Thema? Können deutsche
Bürger Muslime werden? Die Religionslehrerin ist schon in Mekka gewesen,
Fasnacht ist für Muslime tabu, jeder könne zum Islam übertreten -
klare Antworten.
„Unsere Kleidung kommt in Blumberg nicht so toll an, das ist in Großstädten
ganz anders", betonte Özdemir.
„Wir Mädchen dürfen auch keine Freunde mit nach Hause bringen, es
sei denn, es ist der künftige Ehemann.
Blick- und Körperkontakte haben mit männlichen Besuchern zu unterbleiben",
antwortete Özdemir auf die zahlreichen Fragen.
Grundsätzliche Glaubensfragen zum Islam wurden weniger gestellt.
Der anwesende Imam gewährte Einblicke in seine Rolle als Vorbeter. Seine
Ehefrau Eda Özdemir wollte abschließend wissen. „Was gefällt oder missfällt
euch an uns?" Da ging es dann um die Bekleidungsfrage und das Kopftuch.
Dazu bekundeten vor allem die Schülerinnen des Gymnasiums ihren
Respekt vor den gläubigen Klassenkameradinnen, mit welcher Würde sie zu
ihren Idealen stehen.
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