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Das Gebäude des alten Gymnasiums in der Schulstrasse Donaueschingen wechselt den Besitzer


Haus des Handwerks verkauft


VON WOLFGANG LOSERT


Das seit 1. Juli aus seiner Nutzung als einst bedeutende Gewerbe-Akademie verwaiste "Haus des Handwerks" an der Schulstraße wird nicht - wie gelegentlich schon befürchtet - zur Leergut-Immobilie, sondern steht vor einer erfreulichen Perspektive. Die Bräunlinger Bauträger-Gesellschaft Hauptvogel & Schütt will das mächtige Gebäude in ein Geschäfts- und Wohnzentrum verwandeln.


Bild: Rieger 

Eines der markantesten Gebäude des Stadtzentrums: das ehemalige Gymnasium 
(1882-1954) und seit 1969 von der Handwerkskammer Konstanz übernommene "Haus des Handwerks" an der Schulstraße. Jetzt sollen Läden, Büros und auch Wohnungen dort in Teileigentum auf den Immobilienmarkt kommen.


Immer länger wird jetzt die Liste der markanten Gebäude und Baudenkmäler in Donaueschingen, denen ein ungewisses Nutzungs-Schicksal drohte, aus dem dann aber doch ein Glücksfall keimte: Fürstenberg-Kammer Carlton-Hotel, Museums-Kino, Villa Dolly, Kienzle-Schule. Jetzt reiht sich dort auch ein Gebäude an, das mit seiner Größe und exponierten Lage im Herzen der Stadt der wohl augenfälligste Beleg für Strukturprobleme der urbanen City geworden wäre, hätte sich keine Lösung ergeben. Denn

Seit Sommer verwaist

schon seit den Sommerferien steht das 3000 Quadratmeter große Areal des ehemaligen Gymnasiums leer, das bis dahin als gut frequentierte regionale Ausbildungsstätte der Handwerkskammer Konstanz diente. Im Frühjahr hatten zuerst die Stadt, dann der Landkreis Kaufinteresse daran vereint, die Handwerkskammer, die sich abgewandt hatte vom einst eher mit Expansionsplänen in Verbindung gebrachten Standort Donaueschingen, wartete auf Interessenten.

Die haben sich jetzt eingefunden; bei der gestrigen Vollversammlung der Handwerkskammer Konstanz in Tuttlingen gaben die Gremien grünes Licht für den Verkauf.

Nach Informationen des SÜDKURIER wird die im Bräunlinger Stadtteil Döggingen residierende Firma Hauptvogel und Schütt, die sich seit Jahren erfolgreich mit Bauprojektierungen und Schlüsselfertigbau beschäftigt, die mächtig aufragende Immobilie schon in Kürze übernehmen. Die Geschäftsführer Claus Hauptvogel und Peter Schütt planen, das vier Meter über dem Schulstraßennivau thronende Gebäude in Teileigentum zu parzellieren und das Erdgeschoss als Läden, das OG als Büros und die Etagen darüber als Wohnungen zu vermarkten. Umbaukosten in großerem Umfang im Hauptgebäude fallen kaum an, können die Fassaden des Baudenkmals doch nur geringfügig verändert werden. Nicht denkmalgeschützt dagegen sind die hinteren Erweiterungsbauten.


Das mächtige Denkmal wird zum modernen Geschäfts- und Wohnzentrum 


VON WOLFGANG LOSERT                                                       24-11-2006


In Donaueschingens Innenstadt-Kulisse ist es eines der markantesten Gebäude: das 1882 erbaute alte Gymnasium, das seit dem Sommer als Haus des Handwerks ausgedient hat. Jetzt soll - wir berichteten - das mächtige Denkmal zum modernen Geschäfts- und Wohnzentrum werden. Gestern stellten die neuen Eigentümer ihre Pläne vor.

Misst sich das Geschäftsleben der Donaueschinger City mit Nachbarstädten wie Villingen oder Tuttlingen, wo in den urbanen Geschäftsvierteln die Umsatzentwicklung vor allem durch einen angespornten Samstag und Erlebniseinkaufs-Akzente Thermik bekommt, so antworten die Verantwortlichen auf den Trend nur mit Durchhalteparolen. "Wehret den Anfängen", hat etwa der Gewerbeverein am vergangenen Montag im nichtöffentlichen Sitzungsteil der Jahresversammlung seine Opposition bekräftigt gegen jede Form von "Teilzeit-Fußgängerzonen". Nicht einmal sporadisch an Samstagen will man die Karlstraße zum Fußgänger-Dorado machen. "Ein Fehler", so urteilte gestern der 34-jährige Claus Hauptvogel. Doch der Sohn aus dem Haus des bekannten Dögginger Sanitärfachbetriebes und Gesellschafter der gerade gegründeten Planungsgruppe Hauptvogel-Schütt kann einen anderen Trumpf beisteuern, damit Donaueschingens Zentrum bald attraktiver wird. Zusammen mit dem gleichaltrigen Büsinger Architekten Peter Schütt, dem 43-jährigen Unadinger Bau- und Haustechnikingenieur Bernd Sättele und zwei Geschäftsführern lokaler Handwerksbetriebe hat der Betriebswirt das über 3000 Quadratmeter messende Domizil der Handwerkskammer an der Schulstraße gekauft. Aus dem symmetischen Gebäude soll ein neues Geschäftszentrum werden, mit über tausend Quadratmetern Wohnungen huckepack im Dachgeschoss und im bisherigen Werkstatt-Block dahinter.

Noch ist der Kaufvertrag nicht unterschrieben, aber der aus Hüfingen stammende Wilhelm Butschle, der für die Handwerkskammer Konstanz die Verhandlungen führt und die Gesellschafter der "Planungsgruppe" sind sich handelseinig, stellten gestern im Hotel "Öschberghof" die Pläne vor.

Sie sehen vor, spätestens im kommenden März in die Parzellierung und Vermarktung der Flächen zu gehen. Um in den Genuss der Sonderabschreibungen für das Baudenkmal zu kommen, müssen 80 Prozent der 800 Quadratmeter Büro- und Ladenflächen im EG und 1. Obergeschoss und weiterer 800 Quadratmeter Wohnflächen im Dachgeschoss verkauft sein, bevor der Startschuss zu den mit mehr als zwei Millionen Euro kalkulierten Umbauten fällt. Spätestens zum Jahresbeginn 2008 sollte dies sein, kündigten Claus Hauptvogel und Peter Schütt gestern an.

Einkaufen in das Geschäfts- und Wohnprojekt können sich zum Quadratmeterpreis von etwa 2000 Euro Investoren in Büro- oder auch Ladenflächen, aber auch Interessenten an Wohnungen mit 70 bis 160 Quadratmeter Fläche. Aus einem in den 70-er Jahren gebauten Werkstatttrakt sollen ebenfalls Büros, eventuell auch Reihenhäuser werden, ein zweites Werkstattgebäude wird die Garagen der Mieter beherbergen.

Fassaden und Außenanlagen verändern sich durch die Umwandlung des Kammer-Hauses in ein Geschäfts- und Wohnzentrum kaum, allenfalls sollen neue Fenster, Gaupen und eine erneuerte Dachdeckung den historischen Charakter noch stärker akzentuieren, kündigte Architekt Peter Schütt an. Und hinter den Kulissen werde modernste Technik zur energetischen Optimierung - Holzhackschnitzel-Heizung oder gar Wärme von der "Brigachschiene" (wir berichteten gestern) einziehen, kündigte Mit-Gesellschafter Bernd Sättele an.

Das Projekt

Verkäuflich ist das ehemalige Gymnasium und seit 1969 von der Handwerkskammer genutzte Bauwerk an der Schulstraße schon seit Jahren. Damals wollte die Handwerkskammer in einen Neubau am Stadtrand umziehen, verabschiedete sich aber im Frühsommer ganz aus Donaueschingen. Vor zwei Jahren wurde über die Verwendung des Baudenkmals als Stadtmuseum nachgedacht.

Daten: 3066 Quadratmeter Fläche, vier Gebäude, Baujahr Hauptgebäude mit mehr als 1600 Quadratmetern Nutzfläche 1880 bis 1882, Werkstattgebäude mit 330 qm 1970 bis 1975. Zufahrt von der Schulstraße aus. Erschlossen wird das Gebäude weiterhin über das zentrale Portal, erhält aber auch einen Lift zu allen Etagen.

Die Projektierer

Für die Planungsgruppe Hauptvogel-Schütt ist das Haus des Handwerks das erste Vorhaben dieses Formats. Das junge Unternehmen verspricht sich Erfolgschancen vor allem daraus, dass sich fünf Gesellschafter die Last aus Kaufpreisfinanzierung und Umwandlung, Sanierung und Vermarktung teilen und die jeweiligen Fachleute in den eigenen Reihen wissen.


Dokumentation aus dem Südkurier  > 17-11-2006 <      Lokalausgabe Donaueschingen


Hinweis:
An dieser Stelle veröffentlichen wir Presseberichte die sich mit unserer Schule befassen. Für die jeweiligen Inhalte sind wir nicht verantwortlich, auch geben diese nicht unbedingt unsere Meinung wieder.
Die Veröffentlichung des Artikels geschieht mit freundlicher Genehmigung des Südkurier.

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