Gewerbeakademie
(das ehemalige Gymnasium)
wechselt den Besitzer
Donaueschingen. Die Gewerbeakademie Donaueschingen wechselt nun endgültig den Besitzer. Die Vollversammlung der Handwerkskammer
Konstanz hat am Montag den Beschluss zum Verkauf gefasst, nachdem ein Käufer für das stattliche Anwesen auf den Plan getreten ist.

"Ein Interessent ist vorhanden", bestätigte Manfred Wolfensperger, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Konstanz, auf Anfrage des
Schwarzwälder Bote. Der Vertrag soll in Kürze unterzeichnet werden. Einen Namen wollte Wolfensperger im Vorfeld jedoch nicht nennen.
Seit Monaten um Interessenten gekämpft
Donaueschingen darf damit aufatmen. Eine schwer vermarktbare Immobilie im
Stadtkern findet einen neuen Besitzer. Seit Monaten rang die
Handwerkskammer Konstanz um Interessenten für das riesige Gebäude sowie die von der Schulstraße zurückgesetzte ehemalige Lehrwerkstatt,
nachdem sämtliche denkbare Varianten einer anderweitigen Nutzung durch die Handwerkskammer nicht in Betracht kamen. Auch die
vorgesehene Umnutzung eines Teils des Gebäudes war gescheitert. Ein Interessent wollte die Werkstatt gerne als Kfz-Werkstatt in der City
nutzen, diesen Antrag jedoch lehnte der Bauausschuss der Stadt Donaueschingen aufgrund der Struktur des Mischgebietes, in dem die
Akademie liegt, ab. Immer wieder waren bange Fragen aufgeworfen worden, ob denn dieses Gebäude denn überhaupt vermarktbar sei, schließlich
zählte es neben der frei werdenden Lehrerfortbildungsakademie und dem Domizil-Möbelhaus zu den Immobilien-Sorgenkindern der Stadt. Das
Grundstück um das schmucke Hauptgebäude und die dazugehörigen Trakte misst stolze 3066 Quadratmeter. Zu dem Anwesen in exponierter
Lage in der Schulstraße 11 zählen das Hauptgebäude, die ehemalige Autowerkstatt, die ehemalige Werkstatt für Metall/Heizung und Sanitär, eine
Doppelgarage und ein Lager. Weil die beiden bebauten Flurstücke in die Liste der archäologischen Kulturdenkmale aufgenommen worden sind, da
sie im Bereich eines merowinger-zeitlichen Gräberfeldes liegen, sind die dort möglichen Maßnahmen natürlich eingeschränkt. Das Gebäude steht
unter Denkmalschutz, das eröffnet Förder- und Abschreibemöglichkeiten, ist aber auch mit Auflagen verbunden.

Die Historie des Gebäudes reicht weit zurück. 1880 bis 1881 wurde es als
Progymnasium erbaut. 1954 bis 1969 war darin die Gewerbeschule zu
finden, seit 1970 nutzte die Handwerkskammer Konstanz es als Gewerbe-Akademie. In den Jahren 1970 bis 1975 wurde es schrittweise
grundlegend saniert, um den neuen Anforderungen der Handwerkskammer gerecht zu werden. In dieser Zeit erfolgte auch der Neubau der
Werkstatt zur Ausbildung im Kfz-Handwerk. Der Neubau der Sanitär-Werkstatt einschließlich eines Lageranbaus für Schweißgase wurde 1980 bis
1981 errichtet. (cos)
Fotos: ergänzt / FG
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