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Trend geht wieder zum Gymnasium

Im kommenden Schuljahr mehr als 1100 Schüler - Realschule bekommt Entlastung


Donaueschingen (dan) Die "Hauptschulflucht" in Donaueschingen hält an. Zum kommenden Schuljahr werden erneut überdurchschnittlich viele Grundschul-Abgänger auf Realschule und Gymnasium wechseln. Von einem "Trend zum Fürstenberg-Gymnasium, der so nicht abzusehen war" berichtete gestern Abend Ernst Zimmermann dem Hauptausschuss bei der Vorstellung der aktuellen Schülerzahlen-Prognosen für die kommenden Jahre. Die Schule wird ab Herbst erstmals seit langem die 1100-Schüler-Grenze überklettern. Auch die Realschule verbucht erneut eine überdurchschnittlich hohe Zugangsquote, nimmt aber trotzdem ab. Gründe: Zunehmend viele Hüfinger gehen nicht mehr nach Donaueschingen zur Realschule, sondern nach Blumberg. Und in Bräunlingen wird die vor einigen Jahren eingerichtete Werkrealschule attraktiver für dortige Grundschul-Überwechsler.

1100 Jugendliche besuchen aktuell das Fürstenberg-Gymnasium, im nächsten Schuljahr sollen es 1152 sein. Der Anstiegs-Trend wird laut Vorhersage noch bis zum Schuljahr 2010/2011 anhalten und zu einem Höchststand von knapp über 1200 Schülern führen. Möglicherweise müssen durchgängig fünf Klassen pro Jahrgangsstufe eingerichtet werden; die Schule ist räumlich darauf eingerichtet.

Die Realschule, seit Jahren eine beliebte Adresse für Donaueschinger und Umland-Baaremer und für etliche sogar Gymnasiums-Alternative, meldet für Herbst starken Zulauf aus Donaueschingen. 37 Prozent aller Grundschul-Abgänger wechseln dort hin. Trotzdem bleibt es bei fünf Eingangsklassen, weil der Wegfall von Hüfinger und Bräunlinger "Kundschaft" Entlastung schafft. Die aktuelle Schülerzahl von 970 wird auf 942 fallen und laut Prognose bis zum Jahr 2011 sogar bis zur 900-er-Grenze sinken.

"Schüler-Gipfel" in Sicht

Ein Neuzuschnitt beim Einschulungsalter führt dazu, dass insgesamt an den städtischen Schulen in allernächsten Jahren noch Zuwächse sind. In drei Jahren wird dieser Effekt abklingen, dann gehen die Schülerzahlen über alle Schulformen hinweg deutlich zurück.

Die Eichendorff-Hauptschule rechnet im neuen Schuljahr mit 458 Schülern (heute 440), die Zahl soll in den Folgejahren allmählich weiter sinken.

In der Eichendorff-Grundschule wird mit leicht rückläufigen Schülerzahlen gerechnet. Die Jahrgangsstärke für die kommenden Jahre schwankt laut Stadtprognose zwischen einer schwachen Drei- und starken Zweizügigkeit. Längerfristig werden zwei Klassenzimmer frei, die anderweitig genutzt werden können.

Am Grundschul-Standort Aasen kann in den nächsten fünf Schuljahren laut Stadt je eine Jahrgangsklasse gebildet werden. Am Grundschul-Standort Pfohren steigen die Schülerzahlen, bedingt durch neue Baugebiete noch teilweise. Die Schule wird laut Vorhersage mittelfristig wieder eineinhalbzügig. Ein siebtes Klassenzimmer müsste dann her.

Die Kästnerschule erwartet stabile Schülerzahlen in den nächsten Jahren, bei schwacher Dreizügigkeit und unveränderter Raumsituation.

In Allmendshofen bestätige sich, dass der neu geschaffene dritte Klassenraum über mehrere Jahre hinweg notwendig ist, so die Verwaltungseinschätzung.

Vier Kinder aus dem Neubaugebiet Bühlstraße besuchen derzeit die Allmendshofer Grundschule. Noch nicht entschieden ist, ob der zweite Bauabschnitt dieses Gebiets der Schule Allmendshofen oder der Eichendorffschule zugeordnet wird.

Klassen kleiner oder größer?

Verwirrung bei Stadtpolitik, Lehrern und Eltern stiftet ein neuer Landes-Erlass, wonach die ersten und zweiten Klassen künftig höchstens 28 Schüler statt bisher 32 haben sollen. Zu den Auswirkungen des scheinbar pädagogisch sinnvollen Schrittes skizzierte Stadträtin und Schulrektorin Claudia Weishaar ein zwiespältiges Bild. Da bei der neuen Rechnung alle Schüler der ersten und zweiten Klassen zusammen gerechnet und dann durch 28 geteilt werden, werde es durchaus vorkommen, dass die Klassen künftig größere seien als bisher - und damit auch die Lehrerausstattung der Schule schlechter.

Die konkreten Auswirkungen auf Donaueschingens Klassenstärken und Klassenanzahl schien gestern Abend unklar. Laut Weishaar gilt der neue Modus bereits fürs kommende Jahr, die Stadtverwaltung zeigte sich davon überrascht.

Dokumentation aus dem Südkurier  > 21.06.2006 <      Lokalausgabe Donaueschingen

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