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Donaueschinger Schulen fehlen Lehrer

Den Donaueschinger Schulen fehlt es, glaubt man den Aussagen ihrer Rektoren, vor allem an einem: An Lehrerwochenstunden.



Der CDU-Fraktionschef im Landtag, Stefan Mappus, war gestern im Rathaus bei einem Diskussionsforum zu Gast, an welchem die Rektoren von dem Fürstenberg-Gymnasium (Rudolf Strasser), der Eichendorffschule (Reinhard Zatschler), der Erich-Kästner-Schule (Renate von Witzleben), der Grundschule Pfohren (Claudia Weishaar) und der Heinrich-Feurstein-Schule (Thomas Sauter) sowie Vertreter der Elternschaft und der Stadtverwaltung teilnahmen. Ganztagsschule und -betreuung standen vorrangig auf dem Programm.

Die Rektoren nutzten die Gelegenheit, den - wie Oberbürgermeister Thorsten Frei ihn charmant vorstellte - "zweitwichtigsten Mann im Land" auf ihre Probleme aufmerksam zu machen.

Rudolf Strasser sagte es ganz ungeschminkt: "Wir brauchen mehr Lehrerwochenstunden." Prognosen sagten der Schule eine bis 2010 steigende Schülerzahl voraus, hinzu komme das achtzügige Gymnasium mit einer deutlich höheren Schülerpräsenz, da gelange man personell an seine Grenzen. Dem schloss sich Reinhard Zatschler gerne an. Die Stadt habe ihre Hausaufgaben gemacht, lobte der Eichendorffschul-Rektor. Die Lehrerwochenstunden, welche das Land bereitstelle, reichten jedoch bei weitem nicht aus, gerade an einer Brennpunktschule, wo der Bedarf an Betreuung für Kinder "aus Familien, die keine mehr sind" höher als im Durchschnitt sei, spüre man diesen Mangel.

In Aasen mache sich der Lehrermangel, so Weishaar, vor allem am Förderunterricht bemerkbar. Um dies zu leisten fehle schlichtweg die Kapazität das Personalkorsett sei so eng gestrickt. Eindrücklich untermauerte Weishaar diese These mit einem Beispiel aus ihrer Schule: eine Englischlehrerin ist dort erkrankt, ihr Unterricht sollte ausfallen - nun sprang eine amerikanische Mutter ein und gab den Kindern Englischunterricht.

Auch bei der Heinrich-Feurstein-Schule steigt der Betreuungsbedarf. Die Förderschule, so Rektor Thomas Sauter, sei zwar keine Ganztagsschule, faktisch werde aber dank eines seit November mit dem Kreisjugendamt initiierten Projektes zunehmend auch nachmittags Betreuung nötig. Die Kinder bekommen ein Mittagessen, nachmittags gibt es Hausaufgaben und erzieherische soziale Gruppenarbeit wünschenswert sei jedoch, dass man für diese Art von Arbeit Fördergelder beziehen könne.

Mappus zeigte sich zuversichtlich, dass das Land auf dem richtigen Weg sei. "Es wird bis 2011 keine einzige Lehrerstelle abgebaut", sicherte Mappus zu, zudem würden binnen neun Jahren allein für das IZBB-Programm für Ganztagsbetreuung an Schulen etwa eine Milliarde Euro investiert. Paradiesische Zustände in der Versorgung mit Lehrerwochenstunden werde man sicherlich nie erreichen, aber eine umfassende Besserung in den kommenden Jahren kündige sich an. Auf die Kooperation mit Vereinen und Ehrenamtlichen will Mappus indes nicht verzichtet. "Es müssen nicht überall Profis sein", so der Politiker, stattdessen forderte er, Lehrer dort einzusetzen, wo dies auch sinnvoll sei - als Betreuungsperson beim Mittagessen sei dies wohl kaum der Fall.

Vertreter der Eltern fühlten sich von den Zukunftsplänen des Landes jedoch wenig getröstet - "wir haben jetzt im Moment zu wenig Lehrer", meinte Annette Bochtler, Elternbeirätin der Grundschule Pfohren. Da helfen die Zukunftspläne akut wenig. Mappus setzte da jedoch ganz auf die Flexibilität vor Ort. Sei ein Lehrer länger krank, werde selbstverständlich Ersatz gestellt - "wenn halt mal ein paar Stunden ausfallen, bricht die Welt auch nciht zusammen".

Dokumentation aus dem Schwarzwälder Boten / Lokalredaktion Donaueschingen  
 Datum:  
16.03.2006 

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