Countdown fürs "Ganztages-FG"
Schule, Stadtpolitik und Gäste klatschten Beifall, als Handwerker-Vertreter Oskar Fleig gestern seinen Richtspruch auf den Gymnasiums-Anbau hielt. Im Gebäude wird die neue Nachmittagsbetreuung stattfinden.
Links vorne Schulchef Rudolf Strasser, rechts OB Thorsten Frei mit Hauptamtsleiter Ernst Zimmermann. |
 |
Donaueschingen (dan) Spätestens in einem Jahr wird das Fürstenberg-Gymnasium eine Ganztagesbetreuung anbieten können - als zweite große Schule in der Stadt nach der Eichendorffschule. Gestern feierten Stadtpolitik, Schule, Handwerker und Gäste das Richtfest für den 1,5 Millionen Euro teuren Anbau, in dem 2007 eine "Pilotklasse" erste Erfahrungen mit der Kombination aus Regelschule und nachmittäglichem Kür-Programm sammeln wird.
Die Pioniere stehen bereits fest: Rund 30 Schüler, die vor einer Woche als Klasse 5b im Gymnasium starteten, werden in einem Jahr die Ganztages-Erstlinge sein. Zusammengebaut wurde die Klasse aus Donaueschinger und auswärtigen Kindern, deren Eltern Interesse am Betreuungsmodell bekundet hatten. Ein Drittel der rund 150 Fünftklässler-Eltern signalisierte Bedarf, "aber wir wollen mit einer überschaubareren Zahl beginnen", so Schuldirektor Rudolf Strasser gestern am Rande des Richtfests. Ziel auf Sicht sei es, "zumindest allen Unterstufen- und Mittelstufenschülern die Ganztagesbetreuung anzubieten."
 |
Handwerker-Vertreter Oskar Fleig
nach seinem Richtspruch auf den Gymnasiums-Anbau
im Begriff zu Ehren des Ereignisses sich ein
Glas Rotwein zu genehmigen.
|
Was die Pioniere vorfinden werden, steht in groben Zügen fest: Angebote, die auf soziales Lernen, gesunde Ernährung und Bewegung, musische Bildung und Spiel/Entspannung abzielen. Kraftraum, Fitnessraum und Kletterwand wird es geben; derzeit werden schon Schülermentoren für den Bereich Sport ausgebildet; Kooperationen mit Turnverein, MGV Allmendshofen, Musikschule, Kunstschule und anderen Partnern sollen für Angebotsbreite sorgen. Mensa und Selbstlernräume können auch von anderen Schülern genutzt werden. Als kaum realisierbar erwiesen hat sich nach Strassers Erkenntnis die Absicht, Eltern stark in die ehrenamtliche Betreuung einzubinden: "Zwei Drittel der Schüler sind Fahrschüler, die Eltern wohnen also auswärts, die Wege sind zu weit."
Beim Richtfest beschrieb Strasser den Beginn des Ganztagsbetriebs als markante Zäsur und machte biblisch Appetit: So wie Moses sein Volk aus der ägyptischen Gefangenschaft ins gelobte Land geführt habe, so sei der bisherige Regelschulbetrieb die Gefangenschaft gewesen, das neue Modell aber sei das gelobte Land. Und so wie Moses selbst das gelobte Land nie mit eigenen Füßen betreten habe, so werde auch er, der Schulleiter, die neue Ära nur aus der Entfernung erleben. Strasser geht zum 31. Juli 2007 in Pension.
OB Thorsten Frei wertete den Bau des Betreuungshauses zwischen Gymnasium und Kästner-Turnhalle (90 Prozent der Kosten trägt das Land, zehn Prozent die Stadt) als hervorragende Zukunftsinvestition. "Mittelfristig werden wir als Standort davon profitieren."
Dangel / SK
|