Schüler erkunden radelnd Nordvogesen
Unter dem Titel "La Raid Verre - die Glastour" waren bis gestern
13 Oberstufenschülerinnen des Fürstenberg-Gymnasiums auf Einladung der Partnerstadt Saverne zusammen mit einer gleichaltrigen Schülerklasse des Lycée du Haut-Barr mit dem Rad in den Nordvogesen unterwegs.

Gruppenbild
aller Teilnehmer und Betreuer im Park des Chateau de Hochberg
in Wingen s. Moder
Versorgungstrupp
Seit elf Jahren gibt es diese Begegnung. 33 Schüler und ihre Betreuer nahmen dieses Mal daran Teil. Auf geländegängigen Fahrrädern führte die Erkundungstour durch die farbenfrohe Buntsandsteinlandschaft der Nordvogesen. Dabei wurden sie begleitet von einem gut organisierten Planungs- und Versorgungstrupp. Täglich wechselte die Unterkunft, von rustikalen Wandervereinshütten bis hin zu komfortablem Schloss-Ambiente in Saverne, Wingen und Neuwiller. Besichtigungen von Glasmacherunternehmen, Museen, und Besichtigungen der heimeligen elsässischen Dörfer füllten die Tage aus. Von besonderem Interesse für die Teilnehmer erwies sich das Cristallerie-Museum mit Glasbläser-Schauwerkstatt in Meisenthal.
Gerade hier wurde in beeindruckender Weise der Aufstieg und Niedergang eines sehr alten Gewerbes in dieser Region deutlich. Hier wurde den Schülern aus Donaueschingen bewusst, dass dieses Gewerbe in den Vogesen ähnlich wie im Schwarzwald zu eine besonderen Blüte gelangt war und sich heute gegen eine industrielle Massenfertigung von Glaswaren mittels einem eigenen, handwerklich besonders hochwertigem Angebot behaupten muss oder eben einen Niedergang erfahren hat.
Einen besonderen Eindruck brachte für alle die Besichtigung zahlreicher Festungsbauten mit sich, allesamt Zeugnisse der Jahrhunderte währenden Kriegs-Konflikten zwischen den jetzt befreundeten Nachbarländern Frankreich und Deutschland: die Zitadelle von Bitche und Fortifikationen der Maginot-Linie aus dem Zweiten Weltkrieg mit langen unterirdischen Gängen, kompletten Kaserneneinrichtungen, voll eingerichtetem Küchenraum, Operationssaal, und einem Kraftwerk . Milliardeninvestitionen damals, die durch die Realität des damaligen Kriegsverlaufes schließlich umsonst und nutzlos waren.
Sprachkenntnisse
Die französischen Sprachkenntnisse der deutschen Gäste wurde natürlich dauernd auf die Probe gestellt, doch zur allgemeinen Erleichterung ist die elsässische Sprache, vorwiegend bei der älteren Generation noch verbreitet, zur Verständigung und Wissensvermittlung immer wieder eine große Hilfe. Mitte November wird die französische Partnergruppe auf Gegenbesuch nach Donaueschingen auf die Baar kommen. Dabei stehen neben der Wiederbegegnung mit den deutschen Tour-Partnern vor allem Besichtigungen lokaler Industriebetriebe im Vordergrund. Für den Ausbildungs-Schwerpunkt der Saverner Schüler, erweisen sich dabei die zahlreichen hochspezialisierten Firmen der Feinmechanik als herausragende Zentren praktischer Anwendung und Umsetzung der Lerninhalte.
Hervorzuheben ist hier die Firma IMS Gear, welche alle Jahre umfangreiche Führungen im Werk Donaueschingen und Eisenbach für die Saverner Schülergruppe organisiert und - nicht zuletzt - schon mehrfach Praktikumsplätze anbieten konnte.
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