| FG räumt mit Vorurteilen auf
Deutsch-Polnischer-Workshop
bringt Licht ins Dunkel
Wie werden Polen und Deutschland in den Schulbüchern des jeweils anderen Landes dargestellt? Warum assoziieren polnische Gymnasiasten ihr europäisches Nachbarland vor allem mit Bier, Berlin und Hitler? Wie bildet sich das Vorurteil deutscher Schüler, Polen sei "grau", "kalt" und
"omamäßig"? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der Deutsch-Polnische-Workshop vom 18. bis 23. Mai unter Leitung von Martin Schmiedeberg (Fürstenberg-Gymnasium Donaueschingen) und Dr. Lutz Bauer (Otto-Hahn-Gymnasium Furtwangen) am Donauschinger Gymnasium. Aus Polen angereist waren 25 Lehrerinnen, Studenten und Schüler der Fachbereiche Geschichte, Geografie und Multimedia, die mit Alois Amann (Gymnasium St. Georgen) und Bernd und Dana Trilling (Otto-Hahn-Gymnasium) deutsche und polnische Schulbücher auf ihre Inhalte prüften.
| Lutz
Bauer und polnische Teilnehmer nehmen die
Darstellung Polens und Deutschlands in Büchern
unter die Lupe |
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Die Tagung begleiteten Thomas Strobel vom Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung Braunschweig als Hauptreferent und aus Lodz Jan Makrocki von der Union Europäischer Föderalisten.
Martin Schmiedeberg stellte in seinem einführenden Referat fest, dass Fotos mehr als Texte prägten. Daher sei es interessant, dass in deutschen Schulbüchern von 1936 bis 2004 das Polenbild nur über das landwirtschaftliche Milieu vermittelt würde, wobei sich nach seiner Aufstellung die Motive auf Gänse, Pferdewagen und Schafe beschränkten. Erst im Lehrbuch aus 2004 tauche ein Traktor auf.
Dr. Lutz Bauer stellte die Einsatzmöglichkeiten des computergestützten Unterrichts und das "eTwinning" als Plattform für Schulpartnerschaften theoretisch vor und ergänzte dies durch praktische
Übungen. Allerdings ist der Einsatz dieser länderverbindenden Arbeitsweise auf polnischer Seite noch eingeschränkt, da der Zugriff auf das Internet für Schüler und auch Lehrer nicht so unkompliziert sei wie an deutschen Schulen.
Strobel hielt zudem das Hauptreferat über die Geschichte der der deutsch-polnischen Schulbuchkommission. In Arbeitsgruppen stellte man sich dem Thema "Was wünschen sich die Polen für die Präsentation ihres Landes in Schulbüchern?".
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