Lehrermangel kein Thema
Lehrermangel ist an den Donaueschinger Schulen zum jetzigen Zeitpunkt kein Thema. Zwar spürt die ein oder andere Schule, dass im Kultusministerium knapper kalkuliert wird, aber wirklich kritisch ist die Lage nirgendwo.
Der Rektor des Fürstenberg-Gymnasiums (FG) Rudolf Strasser konstatiert für die mit 1120 Schülern größte Bildungseinrichtung der Donaustadt bei insgesamt 80 Lehrkräften eine "knappe Versorgung". Und das bei steigenden Schülerzahlen seit Amtsantritt vor sechs Jahren. Er rechnet bei einer
Übergangsquote auf weiterführende Schulen im ländlichen Raum von derzeit 30 Prozent in naher Zukunft nicht mit einer Abnahme der Schülerzahlen. Voraussichtlich erst ab 2015 werden die geburtenschwachen Jahrgänge dann zum Tragen kommen. Ein Engpass zeige sich bereits in einer Jahrgangsstufen: den vier achten Klassen. Bei derzeit 133 Schülern ließen sich gut auch fünf Klassen einrichten, so der Schulleiter. Dafür fehle es jedoch an Lehrern. Mit dem Klassenteiler 34 in einem Fall müsse man somit leben.
Dennoch könne an der Schule neben dem Pflichtunterricht am FG auch Arbeitsgruppen (AGs) zur Ergänzung einrichten werden. Dies sei jedoch doch nur dann möglich, wenn der Pflichtteil abgedeckt ist. Knackpunkt sei vor allem, dass Gymnasien keine zusätzlichen Lehrkräfte bekommen - um wie in Donaueschingen ab 2007 - die Umsetzung der Ganztagsschule zu sichern. Das werde in der Personalversorgung sicher noch die eine oder andere Frage aufwerfen, glaubt Strasser.
An der Realschule unterrichten mehr als 60 Pädagogen 960 Schüler. Was den Pflichtunterricht anbelange, so der stellvertretende Schulleiter Gerhard Laufer, sei die Situation an seiner Schule in Ordnung. Beim Angebot von Arbeitsgruppen dagegen müsse man künftig Abstriche hinnehmen. Auch Krankheitsvertretungen ließen sich heute schwieriger bewerkstelligen. Zudem nehme die Klassengröße teilweise zu. Alle fünften Klassen hätten heute mehr als 30 Schüler, beim Klassenteiler gerate die Schallmauer von 33 in den Blick. Für pädagogische Maßnahmen bleibe da nicht mehr so viel Spielraum wie in früheren Jahren. "Wir merken schon, dass im Kultusministerium seit seit einigen Jahren knapper kalkuliert wird", fasst Laufer zusammen.
Die Kaufmännischen und Hauswirtschaftlichen Schulen (KHS) sieht Peter Hey, stellvertretender Schulleiter, relativ gut versorgt. Gut 80 Lehrer unterrichten hier über 1000 Schüler, darunter rund 600 Vollzeitschüler. In den letzten Jahren habe sich der Lehrkörper erheblich verjüngt, stellt Hey fest. So gesehen braucht den KHS nicht bange werden vor der bis 2015 drohenden Pensionierungswelle. Das Unterrichtsangebot an den KHS unterliege obendrein großen Schwankungen je nach Lage am Ausbildungsstellenmarkt.
Entspannt hat sich die Situation auch an der Eichendorffschule, an der in diesem Jahr 712 Schüler von 55 Lehrern unterrichtet werden. Früher besuchten die Brennpunktschule bis zu 900 Schüler. Die Lehrerversorgung sieht gut aus, so Rektor Reinhard Zatschler. Weil die Eichendorffschule eine Ganztagsschule ist, reichen die Ressourcen für zusätzliche Betreuungsangebote. Woran es hapert sind laut Zatschler männliche Lehrer an der Hauptschule. Vielen Hauptschüler, die ohne Vater heranwüchsen, täte ein männlicher Ansprechpartner gut, das sagten selbst die Mütter, so
Zatschler.
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Dokumentation
aus dem Schwarzwälder Boten / Lokalredaktion
Donaueschingen
Datum: 28.09.2006
Hinweis:
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