OHG bekommt Chefin
| Ursula Kiefer übernimmt die Schulleitung des
Otto Hahn-Gymnasiums in Furtwangen. |
 |
Für sie liegt die berufliche Zukunft bregaufwärts. Allerdings wird es wohl bis Anfang Februar dauern, dass Ursula Kiefer am Otto-Hahn-Gymnasium in Furtwangen die Schulleitung übernimmt und damit die Nachfolge von Matthias Reuter antritt
.
Wegen der anstehenden Unterrichtsverpflichtungen macht ein Wechsel nur zwischen den Halbjahren Sinn. Die 54-jährige Hüfingerin unterrichtet seit Mitte der
Achtzigerjahre am Fürstenberg-Gymnasium in Donaueschingen. Ihre Fächer Deutsch, Französisch und Ethik wird sie auch in Furtwangen unterrichten: in der Zeit, die ihr die Schulleitung lässt. Nachdem die Schulkonferenz und der Gemeinderat jeweils einstimmig der Geisteswissenschaftlerin das Vertrauen ausgesprochen hatten, verkündete Bürgermeister Richard Krieg die Personalentscheidung beim
Jahresabschluss-Essen des Gemeinderats im Museumsgasthaus "Arche" - obwohl die formale Ernennung durch das Kultusministerium auf Vorschlag des Regierungspräsidiums noch aussteht.
Ursula Kiefer und ihr Ehemann Hubertus haben sechs Söhne im Alter von 18 bis 30 Jahren. Zwei
leben noch zu Hause in Hüfingen. Nach dem Abitur am Fürstenberg-Gymnasium und dem Studium in Konstanz blieb Ursula Kiefer beruflich der Region verbunden. Ihr Referendariat absolvierte sie ab 1977 am Hoptbühl-Gymnasium in Villingen und an ihrem "FG" in Donaueschingen. Dort heuerte sie als ausgebildete Lehrerin nach einer kurzen Zeit am
"Hoptbühl" auch wieder an. Zum Erfahrungen sammeln zählt dabei auch eine einjährige Tätigkeit am Donaueschinger Wirtschaftsgymnasium. Die neue Schulleiterin freut sich auf ihre Aufgabe und begrüßt die geplante Schulerweiterung mit Mensa. "Die Ganztagsbetreuung ist einfach eine Notwendigkeit, die aus dem achtjährigen Gymnasium entsteht. Die Kinder sind
einfach länger an der Schule". Bemerkenswert findet sie das spezielle Modell OHG, das Gymnasium und Realschule unter einem Dach beherbergt. "Diese Kooperation bietet aber auch eine prima Durchlässigkeit zwischen den Schultypen", weiß sie und kann dabei fast einen ihrer Söhne zitieren. Der lernte bereits an der Pädagogischen Hochschule das Modell OHG kennen.
Die designierte OHG-Chefin ist in der naturwissenschaftlich geprägten Hochschulstadt eine Geisteswissenschaftlerin auf dem Schul-Chefposten. Zudem hatte sie noch keine Leitungsfunktion inne: Doch Kiefer entkräftete die mitschwingende Kritik gestern im SÜDKURIER-Gespräch: Durch die Mitarbeit ihre Mitarbeit im Bauausschuss, einem Gremium zur inneren Schulentwicklung oder auch ihre Tätigkeit
als Personalratsvorsitzende habe sie genügend Verwaltungserfahrung sammeln können. Im
übrigen könne eine Geisteswissenschaftlerin den Schülern gut das heute notwendige breite
Wissensspektrum vermitteln. "Eine Geisteswissenschaftlerin muss nicht technikfeindlich sein", sagte die Hüfingerin und führte sich selbst als bestes Beispiel an: Sie ist ein großer "Fan" von Haushalts- und
Unterhaltungelektronik. Einen I-Pod und eine hochwertige Digitalkamera hat sie längst in Gebrauch, derzeit liebäugelt sie mit einem Laptop. Ihre "nichttechnische" Freizeit verbringt die künftige Schulleiterin auch gerne im Theater oder beim Lesen. Außerdem liebt sie es zu kochen und Freunde zu bewirten.
Jens Wursthorn
|