Lob
für Schulessen
Ministerium: Küche des Fördervereins Wacker-Schule beispielhaft für
Ganztagesbetreuung
2007 sollen die Schüler am Fürstenberg-Gymnasium ganztags betreut werden können. Ein Eckpunkt des noch nicht feststehenden Konzepts ist der Mittagstisch. Gesund und abwechslungsreich soll das Essen dort sein, fordert das Landesministerium für Ernährung - und nennt als Beispiel für gelungene Schulverpflegung die Arbeit des Donaueschinger Küchenmeisters Norbert
Boos.
VON MARKUS VONBERG
| Gestern brachte Norbert Boos seinen Schülern vegetarisch gefüllte Paprika auf den Tisch.
Bild: Vonberg |
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Donaueschingen - Für 250 Schul- und Kindergartenkinder in Donaueschingen und Villingen kocht Norbert Boos an vier Tagen in der Woche das Mittagessen. Der Küchenmeister und seine 15 Mitarbeiter bereiten die Portionen in der Küche der Donaueschinger Lehrerakademie zu, das Rote Kreuz liefert sie von 11 bis 12.30 Uhr an sieben Einrichtungen in den beiden Städten aus. Größter Abnehmer ist mit rund 80 Essen die Donaueschinger Karl-Wacker-Schule.
Von hier nahm das erfolgreiche Projekt im Jahr 2000 seinen Anfang. Boos wurde damals an der Lerneinrichtung für geistig Behinderte Schulkoch. Noch heute arbeiten regelmäßig Praktikanten von der Wacker-Schule in der Küche, die vom Förderverein der Wacker-Schule mitgetragen wird. Zwei behinderte Erwachsene sind als Vollzeitkräfte angestellt. Auch wegen diesen Aspekts nannte jetzt das Stuttgarter Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft das Donaueschinger Projekt als Beispiel für ein gelungenes Verpflegungsangebot an Schulen.
Monika Radke, Referentin im Ministerium: "Schulessen sollte schmecken und gesundheitlich ausgewogen sein. Im Zusammenhang mit der Ganztagesbetreuung sollten die Gemeinden und Schulen deshalb auf die Qualität und nicht nur auf den Preis achten." Unter dem Motto "Schule is(s)t" wirbt das Ministerium bei den Schulträgern für schmackhaftes, gesundes und bezahlbares Mittagessen.
Nicht mehr als drei Euro dürfen bei Norbert Boos die Zutaten für eine Essensportion kosten. "Die Kunst ist, relativ günstig und zugleich möglichst hochwertig einzukaufen", sagt der Küchenmeister. Sein Budget sei zwar eng, aber "es geht gerade so". Sein Fleisch kauft Boos bei einem Donaueschinger Metzger, Gemüse und Obst bezieht er möglichst ebenfalls aus der Region, etwa zehn Prozent sind Bio. Für 3,40 bis 3,60 Euro werden die Essen an die Schüler abgegeben.
Beim Speiseplan achtet Boos auf ständige Abwechslung, mindestens einmal wöchentlich gibt es Fleisch oder Fisch, mindestens zweimal Obst und Salat: "Es kommen beispielsweise auch vegetarische Gerichte auf den Tisch, denn zu meinen Aufgaben gehört es ja auch, die Kinder beim Essen zu erziehen." Am liebsten, so hat er durch eine Umfrage ermittelt, mögen seine kleinen Kunden Schnitzel, Nudelgerichte und frische Salate.
Boos rechnet damit, dass er auch bei den Essen für die Ganztagesbetreuung am Fürstenberg-Gymnasium zum Zuge kommt. Etwa 50 bis 80 werden hier ab 2007 ausgegeben, so Schätzungen. Damit wäre Boos fast schon an der Kapazitätsgrenze seiner Küche angelangt: "Wir sind schließlich keine x-beliebige Großküche, die ihren Ausstoß mal so eben um 200 Essen höher schraubt." Außerdem bekocht Boos die Lehrerakademie, bis zu 100 Essen gehen hierfür von seinem Herd.
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