Wiedersehen mit Paradeschülern
Donaueschinger Schulen schultern gemeinsam ein pfiffiges Projekt
Was ist eigentlich aus meinem Banknachbarn aus der neunten Klasse geworden? Wo Kontakte lebenslaufbedingt abreißen, könnte eine neue Abendveranstaltung unverhoffte Wiedersehenserlebnisse bescheren. Denn im Freundeskreis des Fürstenberg-Gymnasiums keimt die Idee einer alle Schulen der Stadt verbindenden Vortragsreihe mit beruflich erfolgreichen ehemaligen Schülern.
VON JENS WURSTHORN
Donaueschingen - Freundeskreis-Vorsitzender Norbert Kammerer ist der Verfechter dieser besonderen Imagekampagne für den Schulstandort und das Donaueschingen Wirgefühl. Geplant ist ein zusätzliches, frei zugängliches "kleines" Wissenschaftsforum für die Stadt. Wechselnde
Veranstaltungsorte wie die verschiedenen Schulaulas und ein Eintrittsmodus auf Basis einer freiwilligen Spende könnten Geld in die verschiedenen Fördervereinskassen spülen.
Im Boot haben möchte Kammerer neben den beiden Gymnasien ausdrücklich auch die Realschule und die Eichendorffschule haben. FG-Direktor Rudolf Strasser kennt den Vortrags-Verbund als Modell aus Rottweil. Er verweist darauf, dass das Fürstenberg-Gymnasium derzeit mit der Universität Konstanz an einer wissenschaftichen Vortragsreihe "strickt". Bei Frank Kühn, Leiter der Kaufmännischen und Hauswirtschaftlichen Schulen (KHS) stößt die Idee auf ausgeprägteres Interesse. "Das ist eine ausgezeichnete Idee, die Kräfte zu bündeln".
Der Vorstoß kommt zur rechten Zeit. Im vergangenen Jahr hat der Förderverein KHS-Kolleg bereits eine Vortragsreihe mit hochkarätigen Referenten aus der Region aufgelegt. Nach sechs Veranstaltungen mit maximal 40 Zuhörern stehen die Zeichen auf Abbruch, eine Entscheidung soll noch vor Jahresende fallen. " Wir sind gescheitert, das Interesse der Donaueschinger war nicht zu wecken", so Kühns selbstkritische Bilanz. Er kann nicht verstehen, dass der Brauchtumsforscher Professor Werner Mezger in Villingen die Tonhalle füllt, aber in Donaueschingen gerade mal 20 Interessierte anlockt.
Der Idee des Freundeskreises, "Ehemalige" referieren zu lassen, fügt Kühn noch Ergänzungen an. Man müsse versuchen Sponsoren zu gewinnen um auch mit Hilfe deren Mailverteiler das Publikum zu erweitern. Vorstellbar wäre für ihn auch eine Art "Autorencafé" mit namhaften Schriftstellern der Region. Selbst eine Gabi Hauptmann wäre hier als Gastrednerin denkbar.
Die Devise "Gesamtstädtisches Denken" stellt Kammerer über sein Vortragsnetzwerk und tendiert dabei in Richtung freier Eintritte mit einer Spendenkasse am Ausgang. Einen Starttermin für die Reihe gibt es noch nicht, gut möglich, dass erste Vorträge 2006 noch unter der Marke "FG" firmieren.
Schulleiter sind angetan
Im Kreis der Schulleiter stößt die Idee auf Zustimmung. "Eine gute Idee", reagiert die Realschul-Chefin Andrea Müller-Janson. Sie gibt aber zu bedenken, dass es unter Umständen schwierig werden könnte, den weiteren Schul- und Lebensweg ihrer Ehemaligen zu verfolgen. Auch Reinhard Zatschler, Rektor der Eichendorffschule, ist sich sicher, aus einem "Ehemaligen-Fundus" schöpfen zu können, der einen interessanten Abend verspricht. "Das wäre eine eher praxisorientierte Variante. Aber bekanntlich macht es ja die gute Mischung", so der Rektor, der schon vor wenigen Monaten "seine" Ehemaligen bei einer Werbeaktion für T-Shirts mit Schullogo erfolgreich eingebunden hat. Zudem wären Ex-Eichendorffler, die es "geschafft haben", als Referenten Beispiele, die den heutigen Schülern
Mut machen und eine Imagewerbung für die häufig kritisch beäugte Schulart Hauptschule.
Mögliche Referenten kommen bisher aus dem Bereich Gymnasium. Der Wetterexperte Alexander Siegmund könnte dem Publikum erzählen wie schnell man Professor werden kann. Zu weiteren Kandidaten gehören der bekannte Augenspezialist Hans-Jürgen Agostini, die Physikerin Karin Jacobs, aber auch der Bühnenregisseur Peter Stein oder der promovierte Germanist Konrad Kunze. Ex-Schulleiter Manfred Glunk hat innerhalb des Freundeskreises die Aufgabe übernommen, Redner zu rekrutieren.
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Dokumentation aus dem Südkurier
>9-12-2005 < Lokalausgabe
Donaueschingen
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Hinweis:
An dieser Stelle veröffentlichen wir Presseberichte die sich
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Die Veröffentlichung des Artikels geschieht mit freundlicher
Genehmigung des Südkurier.
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