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Schulraum reicht in Zukunft

Prognose: Gymnasium wächst noch, die anderen stagnieren 

Nach Jahren der hohen Investitionen kommt Ruhe in die Donaueschinger Schulraumsituation. Aktuelle Prognosen - gestern Abend im Gemeinderat vorgetragen - gehen davon aus, dass die städtischen Schulen bis zum Jahr 2016 keinen akuten Bedarf mehr an zusätzlichen Kapazitäten haben werden. Danach dürfte sich der "Geburtenknick" ohnehin in nachhaltig sinkenden Schülerzahlen auswirken.
Donaueschingen
VON KLAUS DANGEL

Donaueschingen - Allein für das Fürstenberg-Gymnasium erwartet die Stadt als Schulträger noch leicht steigende Schülerzahlen bis ins Jahr 2011 (letzter Abiturjahrgang des neunjährigen Gymnasiums). Falls sich die Übergangsquote von der Grundschule aufs Gymnasium auf hohem Niveau fortsetzen sollte, würden sich möglicherweise durchgängig fünf Klassen pro Jahrgang ergeben. Zusätzlicher Klassenraumbedarf sei nicht erkennbar, so die Vorhersage. Momentan besuchen 1094 Kinder und Jugendliche aus Donaueschingen und Umland das "FG", 1222 könnten es laut Prognose im Jahr 2011 sein, bevor die Kurve absinkt und im Jahr 2014 vielleicht in die Dreistelligkeit mündet.

Weiterhin sehr beliebt bei den Baaremern bleibt die Donaueschinger Realschule, die seit Jahren wegen hoher Übergangsquoten zu einer Riesenschule mit jetzt 1027 Schülern herangewachsen ist. Schon ab dem kommenden Schuljahr soll die Zahl aber absinken, auch weil Familien aus den Hüfinger Stadtteilen neuerdings die verkehrsgünstiger erreichbare Realschule Blumberg bevorzugen. Selbst in der Maximalprognose würde sich kein zusätzlicher Klassenraumbedarf ergeben, rechnet die Stadt.

Die Grundschule Wolterdingen erreicht in den kommenden zwei Schuljahren einen Höchststand (134 Schüler) und fällt dann kontinuierlich ab bis auf 79 im Jahr 2012 laut Vorhersage. Sie soll zunächst eineinhalbzügig bleiben und dann einzügig werden.

Die Eichendorff-Grundschule rechnet mit leicht rückläufigen Belegungszahlen, sie schwankt zwischen schwacher Dreizügigkeit und starker Zweizügigkeit. Raumreserven seien vorhanden, so die Stadt.

Die Grundschule Pfohren (aktuell 111 Schüler) rechnet wegen neuer Wohnbaugebiete mit wieder mehr Schülern. Mittelfristig ist mit einer Rückkehr zur Eineinhalbzügigkeit zu rechnen. Ein siebtes Klassenzimmer wäre dann nötig, vorhandene Räume könnten aber dazu umgenutzt werden. Die Außenstelle Aasen hat aktuell 51 Schüler und wird laut Prognose bis auf 86 Schüler im Jahr 07/08 anwachsen. Sie wird in den nächsten sechs Schuljahren je eine Jahrgangsklasse bilden können. Später wird möglicherweise, mangels Kindern, der Übergang zu einer Kombinationsklasse (Klasse 1 und 2) fällig.

Die Kästnerschule (275 Schüler) erwartet stabile Schülerzahlen für die kommenden Jahre. Auch hier kein Raumbedarf laut Stadt. In der Kästner-Außenstelle Allmendshofen (51) soll die Schulerzahl im kommenden Jahr einen Höchststand erreichen (69). Sie bekommt jetzt einen dritten Klassenraum, drei Kombinationsklassen sollen in unterschiedlicher Zusammensetzung und Größe gebildet werden.

Die Eichendorff-Hauptschule (443) rechnet mit einem Rückgang bis auf 392 Schüler im Jahr 2015. Sie hat im Vergleich zu anderen Hauptschulen eine geringe Zugangsquote von der Grundschule. Bleibt es dabei, so bleibt es auch künftig bei drei Klassen pro Jahrgang, zuzüglich eventueller Kleinklassen für Betreuungsprojekte.

Die Heinrich-Feurstein-Förderschule (120) verzeichnet Rückgänge, Prognosen sind aber schwierig.

"Der langfristige Rückgang der Schülerzahlen wird immer deutlicher", merkte Hauptamtsleiter Ernst Zimmermann in der Sitzung gestern an. Auch Donaueschingens Wanderungsgewinn durch Zuzüge bringe in der Zukunft nicht mehr die Zunahme an Kindern wie früher. Grund: Statt junger Familien ziehen immer öfter ältere Generationen zu. Künstlich erhöht werden die Schülerzahlen sogar noch dadurch, dass der Einschulungsstichtag jetzt um drei Monate vorverlegt wird, also mehr Kinder "eingezogen" werden, was sich über deren ganze Schulkarriere hinweg in Form stärkerer Jahrgänge ausdrücken wird.

Vage Hoffnung für Aasen

Aasen darf seit gestern Abend darauf hoffen, dass aus seiner bisherigen Schulfiliale eine eigenständig verwaltete Schule mit eigenem Rektor wird. Der Gemeinderat unterstützte fast einstimmig den Antrag des Ortschaftsrats. Eher gering wurden allerdings die Chancen eingeschätzt, dass nun auch das Kultusministerium als Hauptzahler mitzieht. Denn überall gehe der Trend zur Konzentration oder gar Reduzierung statt zur Dezentralisierung von Schuleinheiten, merkten Hansjürgen Bühler (FDP) und Ernst Zimmermann an. Die GUB hatte die Verselbstständigung schon vor 18 Monaten gefordert, Aasen hatte da noch vehement abgelehnt. GUB-Sprecherin Weishaars Hoffnung jetzt: dass am Ende wenigstens die Ausweisung einer eigenen Konrektorenstelle herausspringen könnte. Eine kontinuierliche Führung vor Ort sei durch nichts zu ersetzen, unterstützte OB Thorsten Frei.

Dokumentation aus dem Südkurier  > 08.06.2005 <      Lokalausgabe Donaueschingen

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Die Veröffentlichung des Artikels geschieht mit freundlicher Genehmigung des Südkurier.

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