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"Schule XXL" setzt sich durch 

Betreuungsangebote: Nach Eichendorff- jetzt auch Realschule, weitere sind geplant 
Die neue gesellschaftliche Rolle der Schulen als "Sozialdienstleister" beginnt sich durchzusetzen in Donaueschingen. Nach dem erfolgreichen Start des Ganztagesangebots an der Eichendorff-Hauptschule ziehen andere jetzt nach oder planen es. Nächster Schritt: Ab Montag bietet die Realschule einen Mittagstisch für ihre rund 1000 Schüler an. 


Donaueschingen 
VON KLAUS DANGEL 


Die Idee, dass Schulen ein erweitertes Betreuungsangebot leisten sollten, wurde vor wenigen Jahren noch skeptisch beäugt in Donaueschingen. Schule könne nicht Familien- und Erziehungsersatz sein, nicht gesellschaftliche Veränderungen abfedern, so lautete ein kritisches Hauptargument. Inzwischen fasst die pragmatische Erkenntnis Fuß, dass es ohne mehr oder weniger aufwändige Bemühungen gar nicht mehr geht: weil zunehmend viele Jugendliche sonst keine geregelte Möglichkeit zum Mittagessen haben, weil sie mangels Familienstruktur nachmittags zu Herumtreibern werden - oder einfach weil sie wegen vermehrten Nachmittagsunterrichts mehr "Hohlzeit" in der Schule zubringen zwischen Vormittags- und Nachmittagsschicht. 

Als erste Schule der Stadt geht die Eichendorffschule seit 2003 diesen Weg konsequent. Erst bot sie Ganztagsbetreuung nur für die Klassen 5 bis 7 an, seit dem laufenden Schuljahr für alle Hauptschulklassen bis Stufe 10. 250 der insgesamt 750 Schüler meldeten sich fürs freiwillige Angebot an und verpflichteten sich damit, mindestens ein halbes Jahr lang täglich teilzunehmen. Für sie führt der Weg nach der Schlussklingel nicht nach Hause, sondern an den Mittagstisch in der Schulkantine. Von 13 bis 14 Uhr öffnen sich die Sporthallen zu sportlich/spielerischen Angeboten nach Wahl. Irgendwann zwischen 14 und 15.30 Uhr muss sich jeder Schüler bei der Hausaufgabenbetreuung sehen lassen, das hauptsächliche Zeitbudget bis gegen 17 Uhr kann er aber selbstverantwortlich einteilen: für einen Besuch im Schülercafé, Spielzimmer (Kicker, Dart) oder Kreativzimmer (Gesellschaftsspiele), oder für selbst gewählte Arbeitsgemeinschaften (Computer, Landschaftsgärtnern, Theater, Judo, Entdecker-AG usw.). Von Montag bis Donnerstag sind diese Schüler bis gegen Abend angeleitet und sinnvoll beschäftigt, bezahlt werden muss lediglich das Mittagessen (drei Euro).

Mit dem für Schülerohren abschreckenden Begriff "Ganztagsschule" hat das wenig zu tun. Und viele Schüler hätten das inzwischen auch herausgefunden, bilanziert Rektor Reinhard Zatschler die bisherigen Erfahrungen. Vor allem bei den Fünft- und Sechstklässlern sei die Akzeptanz mittlerweile hoch, bei den 8. und 9. Klassen lasse sie Begeisterung dagegen nach, "der Charme des Angebots wird dort noch nicht in Gänze erfasst". 42 zusätzliche Lehrerstunden ermöglichen das Nachmittagsangebot. Das Mitziehen der Lehrer bezeichnet Zatschler als gut, "es stellen sich mehr Lehrer mit Angebotsvorschlägen zur Verfügung, als wir tatsächlich unterbringen können."

Realschule: erster Schritt

Die zweite Riesenschule der Stadt sammelt ab kommendem Montag ihre ersten Erfahrungen mit "Schule plus": Der Realschul-Mittagstisch startet. Eltern organisieren ihn täglich, der Schulförderverein verantwortet die finanzielle Abwicklung, "Schulrestaurant" ist von Montag bis Donnerstag das Rotkreuzheim in der Nachbarschaft. 3,40 Euro kostet der Essensbon, den jeder Schüler am Tag zuvor im Sekretariat kaufen kann. Die Feursteinschule liefert aus ihrer Küche das Essen - wie auch an die Eichendorffschule. 600 von knapp über 1000 Schülern hatten vorab per Umfrage ihr Interesse daran erklärt.

Das neue Angebot will Schulleiterin Andrea Müller-Janson aber noch nicht als Einstiegssignal für erweiterte Nachmittagsbetreuungen verstanden wissen. Dazu fehle es bislang an Räumen und Lehrerstunden. 

Gymnasium in Wartestellung

Gewehr bei Fuß steht das Fürstenberg-Gymnasium: Das pädagogische Konzept für eine Ganztagesbetreuung ist fertig, Pläne für den Bau der nötigen Räume (Anbau an die Baarsporthalle) liegen griffbereit. Alles wartet auf die 90-Prozent-Zuschusszusage des Landes fürs 1,5 Millionen teure Bauprojekt. 2007 könnte es abgeschlossen sein. Dringlich wird die Nachmittagsbetreuung, weil seit der Umstellung auf das verkürzte Abitur in acht Jahren immer mehr Schüler Nachmittagsunterricht haben. Wer über Mittag da bleibt, kann heute schon in der Feursteinschule essen, rund 40 tun's im Schnitt. 

Mittagstisch für KHS?

Die neueste Initiative wird aus den Kaufmännischen und Hauswirtschaftlichen Schulen (KHS) mit ihren rund 1000 Schülern laut. Dort und an den benachbarten Gewerblichen Schulen (rund 1300 Schüler) ist echter Bedarf für Nachmittagsbetreuung zwar nicht gegeben, weil beide Kreisschulen ohnehin auf Ganztagesunterricht angelegt sind. "Aber eine Schul-Caféteria bräuchten wir dringend", regt der noch neue KHS-Chef Frank Kühn an. Hier soll Mittagstisch angeboten werden, "um von der McDonalds-Kultur weg zu kommen - und um einen Lebensraum für Schüler zu schaffen", so Kühn. Denn nachdem alle verfügbaren Räume aus Platznot zu Klassenräumen umgebaut seien, verfüge das Schulengeflecht über keinerlei Kommunikationsräume. 100000 Euro würde die Caféteria kosten, rechnet er, Sponsorenmodelle seien zur Finanzierung denkbar, Gespräche mit der Kreisverwaltung laufen bereits. 


Dokumentation aus dem Südkurier  > 17.02.2005  <      Lokalausgabe Donaueschingen

Hinweis:
An dieser Stelle veröffentlichen wir Presseberichte die sich mit unserer Schule befassen. Für die jeweiligen Inhalte sind wir nicht verantwortlich, auch geben diese nicht unbedingt unsere Meinung wieder.
Die Veröffentlichung des Artikels geschieht mit freundlicher Genehmigung des Südkurier.

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