Noch darf geraucht werden
Schulen setzten auf Aufklärung, aber auch ausgewiesene Raucherzonen
Noch haben sie sich nicht in Luft aufgelöst, die Raucherzonen an den Schulen der Region. Bislang setzen die Bildungseinrichtungen auf individuelle Konzepte, um Schüler vom Rauchen abzuhalten. Festgelegte Raucherzonen und aufklärende Maßnahmen dienen dazu, das Problem mit dem "blauen Dunst" in geordnete Bahnen zu lenken und den Reiz des Verbotenen zu verringern.
VON JENS FRÖHLICH
Damit könnte allerdings bald Schluss sein, wenn der CDU-Parteitagsbeschluss, ein generelles Rauchverbot an Baden-Württembergs Schulen einzuführen, tatsächlich umgesetzt wird. Wie würde ein solches Dekret die einzelne Schulen treffen? An Realschulen ist die Rechtslage ohnehin klar. Denn der Gesetzgeber erlaubt es den Schulen bisher, as Rauchen erst ab der 11. Klasse in bestimmten Bereichen außerhalb von Gebäuden zu erlauben. "Wir haben nur Klassen bis zur 10. Jahrgangsstufe", erzählte Rektor Rainer Beha der Realschule Blumberg. Deshalb gelte ein generelles Verbot auf dem ganzen Schulgelände. Verstöße gäbe es immer wieder, welche dann mit Schulstrafen geahndet würden, so Beha weiter. In Blumberg gehen die Lehrer mit gutem Beispiel voran und verzichten auf den Tabakkonsum während der Unterrichtszeit.
Im Gegensatz dazu stehen die Leitungen weiterführender Schulen wie Gymnasien oder berufliche Schulen oft im Zwiespalt. Sollen sie älteren Schülern das Rauchen erlauben? So dürfen am Fürstenberg-Gymnasium nur Schüler der 12. und 13. Klasse in der Raucherecke zum Glimmstängel greifen. Die Ecke wird von Lehrern streng kontrolliert, damit sich nicht auch die jüngeren dazugesellen, erläuterte Schulleiter Rudolf Strasser, an dessen Schule immer noch zwei getrennte Lehrerzimmer existieren: je eines für Raucher und Nichtraucher.
Ein ähnliches Konzept wurde an den Kaufmännischen Schulen in Donaueschingen eingeführt. Hier ist das Rauchen aber zusätzlich auf festgelegte Zeiten beschränkt. Nur vor der ersten Stunde, in der großen Pause und nach der Schule dürfen die Oberstufenschüler auf dem Schulhof rauchen. "Wenn wir die Raucherpunkte verbieten, dann suchen sich die Schüler andere Plätze", rechtfertigte Schulleiter Frank Kühn die Raucherzonen. Zweimal versuchte die Schule bereits Entwöhnungskurse anzubieten. Aber nur eine einzige Schülerin habe das Angebot wahrgenommen, so Kühn weiter.
Der Schulleiter der Gewerbliche Schulen Donaueschingen, Gerhard Gaiser, setzt ebenfalls auf ausgewiesene Raucherzonen. Das Kollegium verzichte sogar ganz auf Zigaretten in der Schule. "Wir beobachten seit einiger Zeit sogar einen leichten Rückgang der Raucherzahl", erzählte Gaiser hoffnungsvoll. Wichtig am Konzept sei es, die Schüler persönlich anzusprechen und auf sie zuzugehen. Damit könne man die Jugendlichen am besten von den Gefahren des Rauchens überzeugen.
Ein striktes Verbot könne die Schule gar nicht überwachen. Die Jugendlichen würden nämlich einfach das Schulgelände verlassen, sagte die stellvertretende Vorsitzende des Gesamtelternbeirats Donaueschingen Christine Hölzenbein. Ein Ärgernis für die Nachbarn wären dann weggeworfene Zigarettenstummel und Lärm. Nur mit Hilfe begleitender Maßnahmen und Aufklärung könne man die Jugendlichen vom Sinn eines generellen Rauchverbots überzeugen.
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Dokumentation aus dem Südkurier
> 14-12-05< Lokalausgabe
Donaueschingen
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