Rückkehr aus dem schönen Chaos
Caroline Ruthig, Abiturientin am FG, aus Nepal zurück
| In typischer nepalesischer Landestracht meldet sich die junge Hüfingerin Caroline Ruthig mit einem Rundbrief an ihre Freunde und Bekannten. In dieser Woche wird sie nach monatelangen Aufenthalt aus Katmandu wieder in ihre Heimat zurückkehren.
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Abschied nehmen heißt es diese Woche für die junge Hüfingerin Caroline Ruthig (Bild), die nach ihrem Abitur Anfang dieses Jahres nach Nepal reiste, um an einem sozialen Projekt für Frieden und Freiheit der Organisation "Kurve Wustrow" zu arbeiten (wir berichteten). Jetzt wo sie sich mit ihren "Mädels", die sie in Englisch, Musik und anderen wichtigen Dingen fürs Leben unterrichtet, so richtig zusammengerauft hat und auch von vielen interessanten gemeinsamen Erlebnissen berichten kann, muss sie ihre Koffer packen und diesem herrlichen, aber auch chaotischen Land den Rücken kehren.
Während ihres Aufenthaltes in der von Bergen umschlossenen Hauptstadt Katmandu lernte die 20-jährige Tochter des Hüfinger Arztehepaares Hans-Ulrich und Karla Ruthig vieles hinzunehmen, was sie nicht ändern konnte, aber auch die Geduld und Gelassenheit, an der es den Westeuropäern so manches Mal mangelt. Nicht nur durch den politischen Notstand, der derzeit im Land herrscht, sind einfache Handlungen fast undurchführbar, sondern durch das bürokratische und versorgungstechnische Chaos, das einfach schon immer zu diesem Land gehörte.
Dennoch hat Caroline Ruthig auch vielfach schöne und kostbare Erfahrungen in ihrer Zeit in Nepal erleben können, die sie ihren Freunden und Bekannten in Rundbriefen mitteilte. Neben den Lernerfolgen in ihrer Mädchengruppe, die vor kurzem dann auch ein Examen ablegen musste, gehörte auch das gemeinsame Singen, der Gitarrenunterricht, das Tanzen sowie Wanderungen und Ausflüge oder einfach nur das Spielen von "Mensch ärgere dich nicht".
Es wurden verschiedene landestypische Feste vorbereitet und durchgeführt und Caroline, die ein Faible fürs Theaterspielen hat, schloss sich sogar einer Gruppe an, die ihr englisches Stück im April aufführten. An das geregelte Leben in Deutschland wird sich die junge Hüfingerin, die in diesem Jahr ihr Studium für Gesang und Musical in Osnabrück beginnen wird, erst mal wieder gewöhnen müssen. Obwohl in Katmandu, verglichen zu ihrer Heimat, viele Dinge zum Luxus wurden oder einfach gar nicht vorhanden waren wie fließendes Wasser, Sauberkeit, Hygiene, Ordnung und Lebensmittel, wird ein Teil ihres Herzens dennoch in der von 1340 Meter hoch gelegenen Stadt bleiben, in der sie so viele Freunde gewonnen hat.
Gabi Lendle
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