FG komponiert für Musiktage
Auf Donaueschinger Avantgarde-Festival führen Gymnasiasten ihr Stück auf
Die Organisatoren der Donaueschinger Musiktage haben mit ihrem diesjährigen Programm ein besonderes Anliegen. Schüler aus der Region sollen einen eigenen Beitrag zu den Musiktagen beisteuern. Als Termin dafür ist Sonntag, 16. Oktober, direkt vor dem Abschlusskonzert vorgesehen. Auch das Donaueschinger Fürstenberg-Gymnasium erhielt eine Anfrage - und Musiklehrerin Desiree Wittkowski sagte sofort zu
Donaueschingen
VON CLAUDIA CHRIST
Donaueschingen - . 15 Schüler aus ihren zwei Musikkursen sind bereit, etwas völlig neues auszuprobieren und Musik aus der Moderne zu spielen. "Es wird sicher interessant und spannend werden bei so einem Ereignis aktiv dabei zu sein", meint Julia Auer aus der Projektgruppe.
Mit den Donaueschingern nimmt die "AG Klangbaustelle" vom Hochrhein-Gymnasium in Waldshut unter der Leitung von Mathias Handschick an dem Projekt teil. Hinzu kommt das Profiensemble "Aventure" aus Freiburg und der Dirigent und Dozent an der Stuttgarter Musikhochschule, Christoph Löser, der für die professionelle und erfahrene Unterstützung sorgen wird.
Die Vorlage für das Jugend-Projekt gibt das Stück "Sculptures musicales" des Komponisten John Cage. Er verfasste dazu einen Text, der einige Bedingungen für das entstehende Stück stellt. Es handelt sich um eine "Ausstellung von Skulpturen", die sich in einem Raum befinden. Jede dieser Skulpturen besteht aus mindestens drei konstanten Klängen, die jeweils "hard-edged" (scharfkantig) beginnen und enden müssen.
Ein seltsamer, ungewöhnlicher Text scheint das zu sein, wie die Schüler finden. Erst einmal musste festgelegt werden, wie viel solcher Skulpturen das Stück enthalten soll. Aber wie? John Cage benutze bei all seinen Kompositionen ein Zufallsprinzip, wie beispielsweise der Münzwurf oder Würfeln. Die Ergebnisse übertrug er auf Parameter, die dann Dynamik, Zeitpunkte oder Klänge in seinen Kompositionen bestimmten. Da es ein Projekt mit John Cage ist, wurde auch wie bei John Cage gehandelt: per Zufall.
Ein Programmierprogramm legte die Anzahl der Skulpturen auf 77 fest.
Durch ein weiteres Programm wurde ein Zeitstrukturplan entwickelt, der die Start- und Endpunkte einer Skulptur festlegt. In den vorgesehenen 60 Minuten werden die Schüler jeweils eine halbe Stunde nach diesem Plan "musizieren".
Nachdem das Gerüst für das extravagante Stück nun steht, geht es für die Schüler an die Praxis. Wie sollen die Skulpturen gestaltet werden? Das ist jetzt die Frage, und das heißt nun Ideen sammeln und einfach einmal auszuprobieren. Improvisation und Kreativität der Jugendlichen ist gefragt. Erste Vorschläge waren beispielsweise Wasser, Küchengeräte, die eigene Stimme oder Instrumente. Mit diesen Vorschlägen soll später dann eine Art "Partitur" erarbeitet werden, die die genauen zeitlichen Start- und Endpunkte der verschiedenen Klänge visualisiert. Man darf also gespannt sein, was die Jugendlichen Komponisten aus ihren Ideen machen und wie diese dann schließlich klingen werden.
Kontakt: musikprojekt@fuerstenberg-gymnasium.de
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