Bewegendes Konzert, volle Kirche
Mehr als 200 Musiker sangen und spielten in St. Johann auf hohem Niveau
Ein bewegendes musikalisches Erlebnis war das Benefizkonzert des Männergesangvereins Allmendshofen gestern Nachmittag in der Stadtkirche St. Johann. In dem vollbesetzten Gotteshaus traten über 200 Musiker auf, Sänger aus fünf verschiedenen Chören, sowie Solisten und Instrumentalisten. Das über zweistündige Konzert stand auf hohem Niveau und bedeutete für den musikalischen Gesamtleiter, Hubert Stinner, auch einen großen persönlichen Erfolg.
VON RAINER SCHÄFER

Einen raffinierten Klangmix boten gestern Nachmittag in der Stadtkirche St. Johann der Schulchor des Fürstenberg-Gymnasiums, die Allmendshofer Chorjugend und das Vokalensemble Schwarzwald-Baar unter der Leitung von Hubert Stinner mit der Aufführung der "Ethno-Messe" von Lorenz Maierhofer.
Seit 14 Jahren hat dieses Benefizkonzert in der Weihnachtszeit seinen Platz. Über 30000 Euro wurden auf diesem Wege für verschiedene karitative Zwecke zusammengebracht. In diesem Jahr kamen die Spenden, die die Zuhörer beim Verlassen der Kirche freiwillig einlegten, der eigenen Chorjugend zu Gute.
Vor 35 Jahren startete der Männergesangverein mit einem eigenen Kinderchor. Eine qualifizierte Jugendarbeit sichert dem Männerchor den Nachwuchs, kostet aber Geld, erklärte Hubert Stinner. Heute umfasst die Chorjugend nicht weniger als 70 Kinder und Jugendliche. Zu besonderen Anlässen ging man in der Vergangenheit auch immer wieder Kooperationen mit anderen Chören ein.
So auch am Sonntag beim Benefizkonzert, das die Allmendshofer Chorjugend gemeinsam mit den Klassen 5a und 5b des Fürstenberg-Gymnasiums eröffnete. Unter der Begleitung von Frank Rieger am Klavier und einer Flötengruppe sang man die "Kirchberger Kinderchormesse", eine komplette Choralsammlung für den liturgischen Ablauf eines Gottesdienstes des österreichischen Komponisten und Musikpädagogen Lorenz Maierhofer. Dieser schrieb auch die "Ethno-Messe", die der Schulchor des Fürstenberg-Gymnasiums, die Allmendshofer Chorjugend und das Vokalensemble Schwarzwald-Baar anschließend vortrugen. Es war ein reizvolles Klangerlebnis, ein Mix aus klassischer Chorliteratur, Spirituals und fremdländisch-ethnischen Elementen. Den jungen Sängerinnen und Sängern hatten sichtlich Freude an dem modernen Arrangement mit seiner exotischen Rhythmik und Melodik.
Danach folgte klassische Chorliteratur, Kirchenmusik von Felix Mendelssohn-Bartholdy und Anton Bruckner, vorgetragen vom Auswahlchor des Vokalensembles Schwarzwald-Baar. Jetzt bekam das Publikum erlesene Vokalpolyphonie allerbester Güte geboten. Das Ensemble beeindruckte durch sein hervorragendes Tonvolumen, auch in dynamischen Passagen oder hohen Sopranbereichen. Sämtliche Register stellten mit ihrer präzisen Stimmführung und ihrer guten Stimmbildleistung den hohen Ausbildungsstand des von Hubert Stinner geschulten und geleiteten Ensembles unter Beweis.
Einfühlsam und ausdrucksstark trug der Allmendshofer Männerchor eine Reihe vor Weihnachtsliedern vor. So zartfühlend und weich, wie man es von über 50 Männerstimmen nicht erwartet hätte, interpretierte der Chor "Es ist ein Ros´ entsprungen". Ruhig und konzentriert wirkte der junge Daniel Preis bei seinen Soloauftritten. Bei dem Lied, ,Als ich bei meinen Schafen wacht" postierten sich vier Sänger auf der Kanzel. Durch die räumliche Entfernung zum Hauptchor verstärkte sich der imitierende Effekt wie bei einem Echo.
Zum Schluss des Konzerts vereinigten sich die Chöre zu einem imposanten Gesamtchor. Männergesangverein und Frauenchor Allmendshofen, sowie der Auswahlchor des Vokalensembles Schwarzwald-Baar und das Orchester des Fürstenberg-Gymnasiums intonierten die, ,Hirtenmesse" von Ignaz Reimann. Diese wohlklingende Pastoralmesse des schlesischen Komponisten der Romantik erforderte von dem Chor noch einmal höchste Konzentration. Danach folgten noch die stimmungsvollen Weihnachtslieder "Tochter Zion" und, ,Stille Nacht". Das Publikum war vor dem Konzert gebeten worden, mit dem Applaus bis ganz zum Schluss zu warten. Jetzt gab es aber kein Halten mehr und die Besucher bedankten sich für dieses eindrucksvolle Klangerlebnis mit lang anhaltendem Applaus.
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