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Nur zu zweit im Klassenzimmer
Corina Fritsch und Leonie Weißhaar absolvierten
als Einzige das Graecum

Zu zweit in der Altgriechisch-Prüfung: Corina Fritsch und Leonie Weißhaar.
Ein komisches Gefühl, zu zweit in einem Kämmerchen zu sitzen und von einem Lehrer bewacht zu werden - nachdem man kurz zuvor noch mit etwa achtzig Leidensgenossen in der Erich-Kästner-Halle die Abiturprüfung abgelegt hat! Corina Fritsch und Leonie Weißhaar unterzogen sich nach den üblichen Fächern einer weiteren Prozedur. Sie absolvierten ein Examen in Altgriechisch, das so genannte Graecum.
Dass sie es bis dahin geschafft hatten, war Winfried Stein zu verdanken, eigentlich Lateinlehrer von Corina und Leonie am Fürstenberg-Gymnasium. Er hatte sich bereiterklärt, zusätzlich eineinhalb Stunden Griechisch in der Woche zu unterrichten. Beide Mädchen hatten ursprünglich ein Lateinstudium angestrebt, für das das Graecum vorausgesetzt wird, beziehungsweise zu Studienbeginn nachgeholt werden muss.
Corina hat sich zwar dann doch für die lebendigen Sprachen Spanisch und Italienisch entschieden. Aber Leonie, die Latein und katholische Theologie gewählt hat, spart durch das vorgezogene Graecum mindestens zwei Semester an der Universität.
Zu Beginn des Sprachkurses hatten die beiden am meisten Bammel vor den fremden griechischen Schriftzeichen, doch die erwiesen sich als unproblematischer als gedacht. Sehr anspruchsvoll dann das eigentliche Prüfungsthema: die Verteidigungsrede des Sokrates, die es ihm schließlich doch nicht ersparte, den Schierlingsbecher zu trinken, aus deren Übersetzung Corina und Leonie aber stolz mit "Bestanden" hervorgingen.
Anne Stark
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