Neue Töne aus der Schule
Ein Schulprojekt bei den Musiktagen erhielt Anerkennung und Zustimmung
| "Musik" mit dem Staubsauger, dem Kochtopf oder gar mit den Schuhsohlen, die Zeitungspapier trampeln - solche Klang-Erfahrungen einer John-Cage-Komposition verschafften gestern Nachmittag Jugendliche aus Donaueschingen und Waldshut den Zuhörern des Schulprojekts bei den Musiktagen.
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Wenn für ein Konzert Alltagsgegenstände
(miss-)gebraucht werden, Musiker rhythmisch husten oder mit Gläsern anstoßen, dann sind wahrscheinlich Donaueschinger Musiktage. Und der Komponist heißt John Cage.
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Gestern Nachmittag traf beides zu. Und bekam eine regionale Komponente durch Mitwirkende aus südbadischen Schulen. "Sculptures Musicales", von Cage 1989 komponiert, bot den Jugendlichen ein reiches Feld zur individuellen Ausgestaltung.
Genau eine Stunde dauerte die Aufführung in der Erich-Kästner-Halle. Rund um das in der Mitte sitzende Publikum, das nach allen Seiten postiert war, saßen und standen die vielen Akteure: das Ensemble Aventure Freiburg, Schüler vom Grundkurs Musik 13 des Fürstenberg-Gymnasium und Schüler des Hochrhein-Gymnasium Waldshut. Sekundengenau wurden die vielen Miniatursequenzen gespielt, sekundengenau die vielen Pausen eingehalten. Unter der Leitung von Christof M. Löser und Matthias Handschick sowie der Einstudierung von Desiree Wittkowski und Thomas Christ war ein Ensemble zusammengewachsen, das mit hoher Präzision die ungewöhnlichsten Kombinationen zu Gehör brachte.
Die zahlreichen Zuhörer, die teilweise auch zwischen den Musikern Platz gefunden hatten, wurden jedenfalls ständig überrascht. Kassettenrecorder wurden ebenso eingesetzt wie Staubsauger, Bohrmaschine, Rasenmäher oder zwei Autos von außerhalb der Halle. Geschirr, Besteck, Töpfe, Gießkannen und vieles mehr wurden zu Musikinstrumenten und jeweils stimmig zusammengestellt, rhythmisch variiert und zum Klingen, Tönen, Rascheln, Plätschern gebracht.
Rhythmisches Zerstechen von Luftballons gehörte ebenso zum Instrumentarium wie das Gehen auf Zeitungen, Klatschen, Lachen, Schreien oder Durcheinandersprechen. Immer wieder erklangen die Streich - und Blasinstrumente des Ensemble Aventure, die Schüler spielten auf Trommeln, Glockenspielen, Flöten, Keyboard, Klavier und allem, was zum Klingen gebracht werden kann. Und exakt gelang jeder Auftakt, jeder Schluss selbst in der kleinsten Sequenz.
Ein überaus gelungenes Experiment, das den Zuhörern ebenso Spaß machte wie den Akteuren. Musiktage zum Greifen und Begreifen nah.
Gerda Neunhoeffer
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