Combo des FG erlebt Jazz pur
Jazz-Begegnung in Breisach mit Big Band der US Army
Donaueschingen

Die FG-Combo (vorne von links): Anna Röser, Claudia Schmidt-Cotta, Désirée Wittkowski, Iris Gojowczyk, Marlene Bunse sowie (mitte von links) Philipp Bunse, Andreas Elben und (hinten von links) Thomas Michalek, Michael Käding, Daniel Höfler und Stephan Häfner.
Bild: Christ
Bei der Jazz-Begegnung der Schulen in Breisach, die zum 19. Mal stattfand, war wieder eine Donaueschinger Jazzgruppe mit von der Partie: Die Combo des Fürstenberg-Gymnasiums. Vom 13. bis 17. September befanden sich zehn Schüler unter der Leitung von Désirée Wittkowski in einer Jugendherberge in Breisach, um an dieser Jazz-Veranstaltung des Kultusministeriums teilzunehmen. Diese Tage bereiteten den Schülern Jazz-Genuss der Extraklasse, denn die hochprofessionelle Big Band der US Army, die "Soldiers of Swing", war zu Gast.
Bevor das Musizieren und Ausprobieren richtig losging, gab es eine Eröffnung, bei welcher sich alle Gruppen vorstellten, natürlich musikalisch. Am nächsten Tag starteten dann verschiedene Workshops, in denen die Schüler zu neuen Combos zusammengemixt wurden. Den ersten Unterrichtstag gestalteten die Mitglieder der "Soldiers of Swing", die die Schüler in allen möglichen Instrumenten unterrichteten. "Die lockere und nette Atmosphäre ermöglichte den Jugendlichen ganz neuartige Dinge auszuprobieren, wie etwa das Improvisieren", so Désirée Wittkowski. Außerdem konnten die Schüler dabei noch ihre Englischkenntnisse verbessern.
Am Abend gab die US-Army Big Band in Zusammenarbeit mit einigen Schülern ein Konzert, bei welchem nicht nur die Amerikaner glänzten. Auch am zweiten Tag fand wieder ein Workshop statt, dieses Mal mit Freiburger Dozenten, wobei die Jugendlichen erneut sehr viel lernen konnten. "Besonders das Lernen von Stücken komplett ohne Noten nur nach Gehör war etwas Neues für uns", erzählt Andreas Elben. Ein Besuch in Colmar brachte der Schulgruppe etwas Abwechslung ehe das riesige Abschlusskonzert am Samstagabend stattfand. Hierfür wurde eine Festival Big Band aus allen Gruppen geschaffen, die zusammen mit einem Jazzchor aus Freiburg eine Neukomposition von "Thank you for the music" aufführte. Des Weiteren präsentierten die Musiker, was sie während der Workshops gelernt hatten.
Bei den Donaueschingern war das Ergebnis toll, denn alle glänzten mit improvisierten Solostücken. Es waren auch einige Eltern aus Donaueschingen unter den Zuschauern. Während des Aufenthaltes hatte die Combo die Idee am FG auch eine Big Band zu gründen, die spontan aus der Combo entstand.
Badische Zeitung
vom Mittwoch, 21. September 2005
Improvisieren, was das Zeug hält
Wieder Woche der Jazz-Begegnung der Schulen in Breisach
Von unserer Mitarbeiterin
Ulrike Ehrlacher-Dörfler
BREISACH. Auch wenn das Geld knapper geworden ist – in diesem Jahr ist es Herbert Schiffels als Hauptorganisator erneut gelungen, die traditionelle Jazz-Begegnung der Schulen in Breisach auf die Beine zu stellen. Rund 100 Schülerinnen und Schüler mühten sich, ihr musikalisches Können zu verbessern und mit der Musik zu experimentieren.
Bereits zum 19. Mal ging die Veranstaltung in der Münsterstadt über die Bühne. Dieses Mal dabei die Bigband des Wentzinger-Gymnasiums in Freiburg, der Auswahlchor der Freiburger Schulen, eine Combo des Fürstenberg-Gymnasiums in Donaueschingen, Bands von Gymnasien in Heidenheim und in Laupheim sowie Bigband und Oberstufenchor des Martin-Schongauer-Gymnasiums in Breisach.
Wie in jedem Jahr sei auch dieses Mal die Nachfrage nach dem Treffen sehr hoch gewesen, sagt Schiffels. Unter den Schulen habe sich längst herumgesprochen, dass neben der Begegnung und dem Austausch vor allem der Spaß an der freien Art des Musikmachens im Vordergrund stehen soll. Indem Jazz von Elf- bis 19-Jährigen geübt und gelernt werde, etabliere man diesen an den Schulen. Die Jugendlichen würden bei der Hand genommen und für die Möglichkeiten ihres Instruments begeistert. Die Zahl der Jazzbands an den baden-württembergischen Schulen sei in den vergangenen Jahren denn auch kontinuierlich gewachsen.
Dem Mathe- und Musiklehrer, der auch im Freiburger Jazzhaus-Verein engagiert ist, ist die Jazz-Begegnung ein besonderes Anliegen. Deshalb bedauert er, dass sie aufgrund der Finanzen immer wieder gefährdet scheint. Zwar bezahle das Land nach wie vor die Fahrkosten für die Schülerinnen und Schüler, ansonsten sei es immer schwieriger, Sponsoren zu finden. Im vergangenen Jahr konnte „fast in letzter Minute“ eine Stiftung zur Unterstützung gewonnen werden.
Dieses Mal kam unerwartet Hilfe der US-Army in Heidelberg. Deren Big Band-Musiker, die „Soldiers of Swing“, brillierten bereits 2004 mit einem beeindruckenden Konzert anlässlich der Begegnungswoche in Breisach. Jetzt erklärten sich die „Soldiers“ zum zweiten Mal bereit, nicht nur erneut einen ganzen Konzertabend zu bestreiten, auch leiteten sie einen Tag lang die Workshops, ohne dafür ihre Zeit und Aufwand in Rechnung zu stellen. Das wiederum bedeutet für Schiffels eine Entlastung des Budgets, aber auch, eine neue Art der musikalischen Arbeit den Jugendlichen anbieten zu können.
Denn die Soldaten haben den Heranwachsenden mit viel Freude am Jazz gezeigt, wie dieser tatsächlich klingen muss, wenn eine solche Band gemeinsam auftritt. Außerdem haben sie die Jugendlichen intensiv in ihre gemeinsame Arbeit miteinbezogen. So gab es nicht nur die üblichen Gruppenworkshops – je nach Instrument. Auch wurde gemeinsam mit allen Teilnehmern gejazzt – die „Soldiers“ und Jugendliche standen als große Band auf der Stadthallenbühne. Die Verständigung klappte übrigens auf Englisch. Nebenbei war das eine willkommene Chance für die Gymnasiasten, ihre Sprachkenntnisse zu verbessern.
Bei der Jazzbegegnung ist immer die Musik im Vordergrund, doch gibt es jeweils auch einen Ausflug, um „Luft zu holen“ nach der doch sehr intensiven Probenarbeit.
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