Auf
jeden Fall lockt die Universität
Top-Abiturienten und ihre Ziele
DONAUESCHINGEN (BZ). Abitur - für alle jüngeren Gymnasiasten
ist die Reifeprüfung das große angestrebte Ziel, das am Ende
ihrer Schullaufbahn steht. Bis dahin scheint der Weg von
Schule und Lehrern vorgegeben. Doch je näher das Ziel rückt,
desto stärker wird der Gedanke an das Nachher, die
Gewissheit, dass mit dem Abitur nicht nur ein Abschluss
erreicht ist, sondern ein Tor zu einem Neuanfang
durchschritten wird. Die Freude, es geschafft zu haben, weicht
der Frage: Was fange ich mit meinem Abiturzeugnis an?
Diese Frage stellten wir fünf Abiturienten des Fürstenberg-Gymnasiums,
die sich unter den 83 Absolventen zu den besten zählen dürfen:
Alexander Rupp, Patrick Bäurer, Katharina Higelin, Leonie Weißhaar
und Christoph Bolli (alle 19 Jahre alt) haben
Notendurchschnitte von 1,0 bis 1,4-erreicht.
Erst Luftwaffe, dann transsibirische Eisenbahn
Fallen angesichts solcher Leistungen die Entscheidungen für
die Zukunft leichter? Alexander Rupp aus Dittishausen
hat klare Vorstellungen: Auch wenn er für seine Leistungen
eine Reihe von Preisen und Auszeichnungen bekam, ruft der
Bund: Für die Zeit nach der Grundausbildung hat er sich bei
der Luftwaffe verpflichtet. Dann verbleibt ihm noch ein halbes
Jahr, um wieder auf den Boden zu gelangen: Eine Reise mit der
transsibirischen Eisenbahn ist geplant, bevor das
Studium an der Technischen Uni in München beginnt, das er als
Diplomchemiker abschließen will. Für später liebäugelt er
mit einer Arbeit in der Forschung.
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Für Chemie interessiert sich auch Christoph Bolli aus
Hüfingen. Er möchte ebenfalls Diplomchemiker werden und
einmal entweder in der Forschung oder in
der Industrie landen, aber keinesfalls Lehrer oder Professor
werden. Der Studienplatz in Freiburg ist bereits gesichert,
und auch ein Zimmer in einem Studentenwohnheim wartet auf ihn.
Es wird sich herausstellen, wie viel Zeit für die Hobbys
Lesen und Sport ne ben dem sicher anstrengenden Studium
bleiben wird.
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Der dritte künftige Naturwissenschaftler im Bunde ist Patrick
Bäurer aus Behla, wobei sein Hauptinteresse der Physik
gilt. In Freiburg wird er neben Physik aber auch noch
Mathematik studieren, wobei offen ist, ob seine berufliche
Zukunft auf ein Lehramt, die Forschung oder
die Industrie hinausläuft. Während des Studiums will er aber
auch seinen musikalischen Hobbys nachgehen: Patrick spielt
Klarinette, Saxophon, Klavier und Orgel und kann sich auch
eine Nebentätigkeit als Dirigent vorstellen.
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Leonie Weißhaar aus Döggingen zieht ebenfalls nach
Freiburg. Sie strebt ein Studium der Geisteswissenschaften in
Latein und katholischer Theologie an, das ins Lehramt münden
soll. Dazu passt, dass sie an der Schule unter anderem den
Preis der Stiftung „Humanismus heute" erhielt -
ein Buch über Inschriften in Rom. Auch Leonie hat viel Freude
an der Musik, sie spielt Querflöte.
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Eine Reise nach Brasilien
Wo bleibt das Medizinstudium wird mancher angesichts der
Traumnoten fragen. Katharina Higelin aus Donaueschingen,
die beste Abiturientin des Fürstenberg-Gymnasiums, will
eventuell Kinderärztin werden; auch Allgemeinmedizin und
Neurologie sind nicht ausgeschlossen. Doch bevor sich die
Top-Abiturientin nach Würzburg, Freiburg, Leipzig oder
Regensburg begibt - je nach- dem, wo die Zentrale
Vergabestelle für Studienplätze sie hinschickt - steht noch
eine große Reise auf dem Programm: In Brasilien wird
Katharina ihre Gastfamilie besuchen, die sie während der
elften Klasse bei einem Austauschjahr beherbergte. Als
Vorbereitung fürs Medizinstudium kann sie dort auch ein
Krankenhauspraktikum ableisten.
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| Alexander
Rupp aus Dittishausen hat unter neidloser
Anerkennung und tosendem Applaus seiner Mitschülerinnen
und Mitschüler bei der Abifeier in Donaueschingen die
Goldene Uhr von Fürst Heinrich zu Fürstenberg überreicht
bekommen. Der Abiturient am Fürstenberg-Gymnasium in
Donaueschingen war nicht nur Klassenprimus, sondern
lieferte mit der Note 1,0 ein nicht zu toppendes
Abiturzeugnis. Als „Der klügste Kopf des
Jahrgangs" oder „Zukünftiger Nobelpreisträger"
wird er von seinen Schulfreunden in der Abizeitschrift
betitelt.
Alexander Rupp FOTO:
CHRISTA MAIER
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„Spätestens in 20 Jahren
werden wir ihn wohl alle bei der Verleihung des
Physiknobelpreises wieder sehen" orakelt Klassenprima
Katharina Higelin, die ebenfalls mit einer goldenen Uhr nach
Hause gehen durfte. Trotz seiner hervorragenden Leistungen,
mit denen er auch den Schulpreis für den besten
Notendurchschnitt, den Preis der Firma Sto für die beste
Chemieleistung, einen Preis der Schule für die besten
Leistungen in Naturwissenschaft und Technik sowie eine
Mitgliedschaft bei den Deutschen Physikern ergatterte,
ist Alexander keineswegs unter die Rubrik „Egoistischer
Streber" einzuordnen: „Meine Mathe-Rettung" oder
„Nicht verzagen, Alex fragen" den Kommentaren in der
Abizeitschrift nach zu
urteilen, schätzten seine Mitschüler die Hilfsbereitschaft
und Geduld des „Schnelldenkers", durch den die
Schulstunden wesentlich erträglicher geworden seien. Seine
großartigen schulischen Leistungen und seine Neugier, mit der
er oft die Lehrer an die Grenzen ihres Wissens brachte,
machten „Skatspieler" Alexander nicht zum „geistigen
Überflieger": Er blieb ein umgänglicher junger Mann,
der sich durch Humor und Geselligkeit auszeichnet. Dies bestätigten
unisono seine Mitschüler Ralf Thoma, Kathrin Oschwald, Jasmin
Schmerbach und Julia Maier, die ebenfalls erfolgreich ihr
Abitur am Fürstenberg-Gymnasium in Donaueschingen ablegten.
Vorerst wird Alexander seinen Grundwehrdienst bei der
Luftwaffe ableisten und vor dem angestrebten Chemiestudium
vielleicht auch seine „Reise mit der Transsibirischen
Eisenbahn verwirklichen. |