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Jumelage auf dem Fahrrad vertieft
Oberstufenschüler des Fürstenberg-Gymnasiums bei der "Glasrallye" in Saverne
Donaueschingen

Zum Abheben: Nicht etwa bequem im Omnibus, sondern per eigener Muskelkraft auf geländegängigen Fahrrädern führte die Erkundungstour durch die farbenfrohe Buntsandsteinlandschaft der Nordvogesen.
La Raid Verre 2004", die "Glasrallye", lautete wiederum der Titel einer traditionelle Reise, zu welcher Oberstufenschülerinnen des Fürstenberg-Gymnasiums in die Partnerstadt Saverne an das dortige
"Lycée du Haut-Barr" eingeladen wurden. Wie in allen - nunmehr schon zehn Jahren - standen im kulturellen Mittelpunkt der Unternehmung vielfältige Besichtigungen, und erforderten vor Ort von den Teilnehmern viel körperliche Kondition, denn eine Woche lang war das Fortbewegungsmittel das mitgebrachte eigene Fahrrad. Viele guten Eindrücke und Erlebnisse brachte diese Tour mit sich.
Nachdem bereits die erste Begegnung zwischen den beiden Gymnasien ein Erfolg war, hat nun diese Form von Partnerschaft über die nachfolgenden Jahre eine Kontinuität und Beständigkeit erfahren und wurde auch am letzten Tag mit verschiedenen Veranstaltungen gebührlich gefeiert.
Es war eine Erkundungstour durch die Glasmacherkunst der Nordvogesen, ebenso auch durch die reiche Kulturgeschichte dieser Region, vorbereitet von einem Team des Lycée du Haut-Barr in
Saverne. Sechs Tage waren 19 französische Schüler mit den deutschen Gästen, zehn Schülerinnen aus der 11. Klasse am
"FG", unter der Leitung des Lehrer Volker Danneberg und seiner französischen Kollegen unterwegs auf den Spuren eines alten Handwerks- und Industriegewerbes der Nordvogesen.
Nicht etwa bequem im Omnibus, sondern per eigener Muskelkraft auf geländegängigen Fahrrädern führte die Erkundungstour durch die farbenfrohe Buntsandsteinlandschaft der Nordvogesen, welche jedoch durch ihren Gebirgscharakter die Teilnehmer immer wieder zum Schieben oder auch Tragen des eigenen "Draht-Esels" veranlasste. Das regnerische Herbstwetter zeigte in den ersten Tagen zwar wenig Erbarmen mit den Radlern, doch die Stimmung in der Gruppe ließ sich davon kaum beeinträchtigen.
Besichtigungen von Glasmacherunternehmen, sowie Museen und Fortifikationen füllten die Tage aus. Von besonderem Interesse für die Teilnehmer war das
Kristallerie- Museum mit Glasbläser- Schauwerkstatt in
Meisenthal. Gerade hier wurde in beeindruckender Weise der Aufstieg und Niedergang eines über 2000 Jahre alten Gewerbes in dieser Region deutlich. Mit Film und Schauvorführungen wurde die hohe Kunst der Glasherstellung, Glasbläserei, Glasschleiferei und Verzierung gezeigt. Dabei wurde den Schülern aus Donaueschingen bewusst, dass dieses Gewerbe ähnlich wie im Schwarzwald zu eine besonderen Blüte gelangt war und sich heute gegen eine industrielle Massenfertigung von Glaswaren mittels einem eigenen, handwerklich besonders hochwertigem Angebot behaupten muss oder eben einen Niedergang erfahren hat (so wie auch in der früheren Glasbläserei Wolterdingen).
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Einen besonderen Eindruck brachte für alle Teilnehmer die Besichtigung zahlreicher Festungsbauten mit sich, allesamt Zeugnisse der Jahrhunderte währenden Kriegs-Konflikte zwischen den jetzt befreundeten Nachbarländern Frankreich und Deutschland. Hier stand im Vordergrund ein weitgehend vollständig erhaltenes, gigantisches Befestigungswerk, die Zitadelle von Bitche und dem Fort Simserhof der Maginot-Linie aus dem 2. Weltkrieg.
Jeder Tag brachte neue Abwechslung. Orientierungs- und Geschicklichkeitswettbewerbe mit dem Fahrrad in gemischten deutsch-französische Gruppen lockerten die Fahrtentage auf und brachten den Teilnehmern mit ihren besonderen Herausforderungen viel Spaß.
Täglich wechselte die Unterkunft, von rustikalen Wandervereinshütten bis hin zu komfortablem Schloss-Ambiente in
Saverne, Wingen und Neuwiller ließ es sich gut leben und übernachten. Gleichermaßen die Verköstigung: vom selbst bereitetem Mahl bis zum servierten Dinner zeigte sich die französische Küche recht abwechslungsreich.
Zum Abschluss schließlich wurde die zehnte Begegnung zwischen den beiden Schulen gebührlich gefeiert. Hierzu reisten aus Donaueschingen
"FG"-Schulleiter Rudolf Strasser mit Frau, weiterhin begleitet von vier Kollegen, die mit den bisherigen Begegnungen betraut waren. Im Empfangssaal des Stadtschlosses von Saverne begrüßte der stellvertretende Bürgermeister die Schülergruppe und Gäste aus Saverne und Donaueschingen und unterstrich, wie auch die weiteren Redner die Bedeutung dieser Schulpartnerschaft. Nun werden Mitte des kommenden Monats die französischen Teilnehmer zu einer zweitägigen Begegnung in Donaueschingen erwartet.
(ek)
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