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Wo jede Vokabel vor Ort so nützlich ist

Gymnasiasten fahren nach Millau / 30.Austausch

Frankreich hautnah erlebten in den vergangenen Tagen 29 Schülerinnen und Schüler der verschiedenen achten Klassen des Fürstenberg-Gymnasiums, die just von einem 14-tägigen Sprachaufenthalt an der Partnerschule in Millau / Südfrankreich zurückkamen. 

Der Austauschkontakt zwischen dem FG und dem Collège Marcel Aymard steht auf soliden Beinen, ist es doch nun schon das 30.mal, dass Jugendliche dieser beiden Schulen das andere Land erkunden und dessen Sprache lebendig erfahren.
So zeigt diese Partnerschaft auch schon familiäre Kontinuität: hatte doch bereits der Vater eines der französischen Jugendlichen beim ersten Austausch im Jahre 1975 schon teilgenommen und mit seinen damaligen guten Erfahrungen und Eindrücken nun seinen Sohn zum Sprachaustausch motiviert.

Weit weg von zuhause und der eigenen Familie war es für die meisten der jungen deutschen Teilnehmer eine Herausforderung, sich an das Leben in seiner französischen Gastfamilie und an seinen Partner anzupassen. Vielfältige Gemeinsamkeiten und Unterschiede konnten dabei erfahren werden, vor allem bei französischen Essensgewohnheiten, welche auch in heutigen Zeiten noch manche Unterschiede zum heimischen Familientisch aufzeigen.

Und all dies begleitet von einer Sprache, die es dabei zu erlernen und zu erweitern gilt. Da freuten sich die begleitenden Lehrer Gabriele Rottenecker und Eberhard Kern, zu sehen wie das Vokabellernen bei den Schülern sich von der Pflicht zum Bedürfnis wandelt, wo jedes erlernte Wort doch vor Ort so nützlich sein kann und sich die Kontakte mit den französischen Partnern von Tag zu Tag intensivieren.

Alle Tage ging es gemeinsam mit den Partnern zur Schule, welche, ganz im allgemeinen System des französischen Schulwesens eingebunden, eine Ganztagsschule darstellt, ausgestattet mit zahlreichen Sonderräumen (zB. Schülerbiblio- u. mediathek), vielfältigem Personal und einer Schulkantine. Gegebenheiten also, welche derzeit für das heimische Donaueschinger Gymnasium nach Einführung des G8 (Gymnasium in 8 Jahren) reichlich Diskussionsstoff liefern.
Neben der Teilnahme am schulischen Leben des Collège Marcel Aymard hatten die deutschen Partnerschüler auch Gelegenheit, viele Besonderheiten der südfranzösischen Stadt Millau und Umgebung kennenzulernen. 
Vielfältige Programmangebote bereicherten den Aufenthalt, so auch Besichtigungen innerhalb der Stadt. Zum ersten mal wurde für eine deutsche Schülergruppe eine Besichtigung mit Führung in einer ‚Tannerie’ angeboten, dem traditionellen Gewerbe der Lederherstellung, welches diese Stadt auch landesweit berühmt macht.
Hier konnten die Schüler ‚hautnah’ beobachten, wie aus noch schmutzigen und streng riechenden Tierfellen in vielfältigen Schritten und Handarbeit feinstes, teures und begehrtes Leder hergestellt wird.

Gleichfalls bereichernd waren einige Ausflugsfahrten , wovon eine in den nahe gelegenen Ort Roquefort führte, wo die Besichtigung der weiträumigen Höhlenkeller einer der Käseproduzenten das Interesse an diesem hier weltberühmten Schimmelkäse weckte und einer nachfolgenden Fahrt über die Hochebene des Larzac mit seiner weiten Schafweidelandschaft und den spärlich gestreuten und urtümlichen Dörfern vielfältige Eindrücke dieser besonderen Landschaft hinterließen.
Eine Fahrt in die Camarque und ans Meer ließ trotz steifer Brise und kühlem Wasser bei den Mutigsten Badefreude aufkommen, und bei einem Besuch im sehr modern gestalteten Museum ‚Micropolis’ hinterließ die dort gezeigte Welt der kleinen Lebewesen großartige Eindrücke bei den interessierten jungen Besuchern.
Rundum ein gelungener Aufenthalt (Ausnahme: das für die Maienzeit untypische ‚Aprilwetter’ vor Ort) brachten so bei allen Teilnehmern große Bereicherung und ließ einigen gar die Heimfahrt schwer fallen.
Nun werden Mitte Juni die französischen Partner zum Gegenbesuch nach Donaueschingen erwartet.

Dokumentation aus dem Schwarzwälder Boten / Lokalredaktion Donaueschingen  
 Datum:  18-5-04

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