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Chorkonzert als Kirschblütenfest
Städtepartnerschaft:
Japanische Sängerinnen sorgen für volle Aula im Gymnasium
Donaueschingen
Sie singen die schwierigsten Texte der lateinischen "Missa Brevis" und das "Kyrie Eleison" fehlerfrei aus dem Gedächtnis, brillieren mit klarer Stimme und sorgten somit auch bei ihren Gastfamilien für heitere Atmosphäre und willkommene Abwechslung: Die 52 Mädchen und acht erwachsenen Begleiter vom Schulchor aus Koriyama machten das Deutsch-Japanische Chorkonzert in der Aula des Fürstenberg-Gymnasium zum gelungenen Gemeinschaftserlebnis.
Dichtgedrängte Zuhörerreihen könnten darüber hinwegtäuschen, dass die Mitwirkenden aus den Reihen des Vokalensembles Schwarzwald-Baar, des Männergesangvereins (MGV) Allmendshofen und der Allmendshofer Chorjugend sowie der Klasse 5 a unter der Gesamtleitung von Hubert Stinner das Publikum bei solcher Gelegenheit zahlenmäßig oft noch übersteigen. Tatsächlich gibt es vor lauter Gasteltern, Familien der Mitwirkenden und mit der Organisation beschäftigten Helfern kaum noch "Unbeteiligte". Allein schon der Bühnenwechsel der Chöre wirft das logistische Problem auf, über Treppenauf- und -abgänge reibungslos aneinander vorbei und rechtzeitig zum Auftritt zu kommen. Erfreute Gesichter und heftiges Kopfnicken bei den japanischen Gästen, als die Allmendshofer Chorjugend Nebelschwaden, die um den Berg Fuji ziehen, in der Landessprache besingt. Mexikanische Elemente fließen beim Vokalensemble mit ein, das "A dios mi chaparita", ein mexikanisches Volkslied in einer Bearbeitung von Ernst Scherer auf die Bühne bringt, und MGV-Chef Martin Schropp entschuldigt sich artig bei Chorleiter Kazuo Saito, als die Sänger mit Inbrunst "Sperrt die Zuckerpüppchen ein" und (trotzdem jugendfrei) "Männer suchen gern zu naschen" intonieren: Die jungen Damen aus dem Land des Lächelns, sagt er, seien damit nicht gemeint.
Im hellblauen Kimono und mit hochgesteckten Haaren begeistert Sopranistin Eva Böhm mit der "Ruine im Modenschein", der junge Jeffrey D. Trambley begleitet die Schar der 15- bis 16jährigen Mädchen, die brav in Schulkleidung auftreten, als Solist in einfühlsamer Weise. Mit mehrstimmigen, im Kanon vorgetragenen Werken des Tschechen Petr Eben, des Ungarn Miklos Kocsar, mit Yuko Akiyama am Piano und unüberhörbaren Avancen an die zeitgenössische Musik begeistert der Mädchenchor, der mit Auftritten in ganz Japan nach Gastaufenthalten in Prag und Schweden bereits zahlreiche Preise einheimste, das Donaueschinger Publikum.
Unter die gemeinsame Leistung aller Beteiligten setzt schließlich die gemeinsame Ode an die japanische Kirschblüte "Sakura" einen gebührenden Schlusspunkt. Zum Nippen am Reiswein (Sake) und (etwas preiswerter zu Großmarktpreisen eingekauftem) Sushi wurde anschließend in lockerer Runde gefeiert. Nach dem Abstecher auf die Baar fuhr der Chor am Samstag nach Freiburg weiter, um dort abends am Münster den nächsten Auftritt zu absolvieren.
Klaus Koch
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