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Gymnasium begehrt

Doch große Unterschiede bei Empfehlungen

Von Maria Wetzel

Stuttgart. In diesem Schuljahr wählten durchschnittlich 35,3 Prozent der Viertklässler das Gymnasium. Dabei gibt es große Unterschiede zwischen Stadt und Land. Die Universitätsstadt Heidelberg ist einsame Spitze: Von den 1091 Viertklässlern meldeten sich in diesem Schuljahr 507 (55,6 Prozent) für das Gymnasium an. Weit über dem Landesdurchschnitt liegt die Übergangsquote zum Gymnasium auch in Baden-Baden (50,9 Prozent), Freiburg (47,1 Prozent), Tübingen (45 Prozent) sowie in Stuttgart und Ulm (43 Prozent).

Beim Anteil der Gymnasiasten liegt der Kreis Waldshut am unteren Ende der Skala: Dort wechselten 511 (26 Prozent) der 1966 Viertklässler zum Gymnasium. Deutlich unter dem Landesschnitt liegen der Kreis Tuttlingen (28,4 Prozent) und der Schwarzwald-Baar-Kreis (29,6 Prozent). In diesen und anderen ländlichen Gebieten besuchen überdurchschnittlich viele Kinder die Hauptschule. Nach Angaben der Statistiker beruhen die unterschiedlichen Obergangsquoten »zum Teil auf regionalen Abweichungen der schulischen Empfehlungen und der Elternwünsche«.

Große Unterschiede gibt es auch zwischen deutschen und ausländischen Schülern: Jeder siebte Grundschüler ist ausländischer Herkunft. Bei den Gymnasiasten ist nur jeder 18. Schüler Ausländer, bei den Realschülern jeder elfte.

An den Hauptschulen haben dagegen mehr als ein Viertel der Schüler eine ausländische Staatsangehörigkeit. Diese Zahlen bestätigen, was die Experten der internationalen Schülerleistungsstudie Pisa kritisierten: In Deutschland hängt die Schullaufbahn stärker als in vielen anderen Staaten von der sozialen Herkunft ab. Bei gleicher Begabung erhalten Arbeiter- und Bauernkinder weit seltener eine Empfehlung für die Realschule oder das Gymnasium als Kinder von höheren Angestellten, von Lehrern und Professoren.

Dokumentation aus dem Schwarzwälder Boten / Lokalredaktion Donaueschingen  
 Datum:  2-1-2004

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