Schüler werden Genforscher
Lehrerakademie informiert mit rollendem Labor über das Reizthema Biotechnologie
Beim Thema Gentechnologie schlagen die Menschen die Hände über ihren Köpfen zusammen: Die einen vor Begeisterung, die anderen vor Entsetzen. Denn was für manche wichtige wissenschaftliche Disziplin ist, um den Forschungsstandort Deutschland zu stärken, das ist für andere der Versuch fehlgeleiteter Forscher, "Gott zu spielen". Die Lehrerakademie Donaueschingen versucht jetzt, die Diskussion zu versachlichen - mit einem rollenden Gentechnik-Labor.
Donaueschingen - "BioLab Baden-Württemberg on Tour" ist eine aus Mitteln der Landesstiftung finanzierte und von Ministerpräsident Erwin Teufel nachdrücklich geförderte Aktion. Das rollende und mit Wissenschaftlern besetzte Labor, untergebracht in einem großen "Truck", reist durch Baden-Württemberg, um - so der offizielle Sprachgebrauch - "den Mitbürgern eine breite Palette an Informationen und Diskussionsmöglichkeiten zu bieten".
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Genexperimente im rollenden
Gentechnik-Labor
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Ulrike Greenway (kleines Bild), seit kurzem Referentin an der Lehrerakademie und Leiterin der Science-Akademie Baden Württemberg, holt die Forschungseinrichtung auf vier Rädern nach Donaueschingen. Und zwar am 4. und 5. Oktober. Der Grund für ihre Initiative: "Die Bevölkerung ist bei der Genforschung emotionalisiert, aber nicht aufgeklärt", so die promovierte Molekularbiologin. Zudem biete das Labor die Chance, über Berufsbilder im Bereich der Biotechnologie zu informieren und so wissenschaftlichen Nachwuchs zu ködern.
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Neben einem komplett ausgestatteten Genlabor ist in dem "Truck" auch eine Ausstellung mit zahlreichen Postern und Exponaten aus der Welt der Lebenswissenschaften und Biotechnologie untergebracht. Ergänzend hierzu stehen allen Besuchern zahlreiche Informationsmaterialien als Broschüren oder im Internet (www.biolab-bw.de) zur Verfügung.
Am ersten Tag seiner Donaueschinger Dienstreise, am Montag, 4. Oktober, ist das "Gentechnik-PR-Mobil" in Schülerhand. Nach einer
Vortrags- und Diskussionsveranstaltung an der Lehrerakademie am Vormittag, gehts nachmittags dann ganz praktisch weiter: Ausgewählte Jugendliche dürfen sich als Genforscher versuchen und Experimente durchführen. So wird beispielsweise einer Tiefseequalle ein Gen entnommen und dieses einer Bakterie "eingepflanzt" - mit dem Ergebnis, das diese zu leuchten beginnt. Erfahrene Wissenschaftler überwachen die einfachen Versuche. In dem "Truck" gelten besonders strenge Sicherheitskriterien - damit sich ja kein manipuliertes Gen auf Wanderschaft über die Baar begibt.
Am Dienstag, 5. Oktober, öffnet das rollende Labor dann zwischen 14 und 16 Uhr für die interessierte Öffentlichkeit seine Türen. Natürlich wieder mit ausgewiesenen Fachleuten an Bord, die Fragen aus erster Hand beantworten.
VON HOLGER NIEDERBERGER
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