Musikalische
Kostprobe
des kreolischen "Sega"
"La Réunion Island Polyphonia Orchester" startet
Europatour im Bad Dürrheimer Kurpark
Das "Polyphonia Orchestra' aus La Reunion brachte kürzlich mit 45 Musikern - darunter 13
Akkordeonspieler - internationalen Schwung auf die Bühne des Kurhauses
Bad Dürrheim. Sie präsentierten eine wahrlich internationale Mischung aus
Latino, Jazz, Classic und Filmmusik.
Und gaben natürlich eine musikalische Kostprobe des kreolischen "Sega".
Eberhard Kern, Lehrer am Fürstenberg-Gymnasium Donaueschingen, hatte die
Gruppe bei einer Chorreise des Schwarzwald-Gau-Sängerbundes und
dem Gymnasium mit dem Dirigenten und Lehrer Hubert Stinner durch La
Réunion im vergangenen Jahr davon überzeugen können, beim
Gegenbesuch auf der Baar eine musikalische
Kostprobe ihres Könnens zu geben. Gesagt, getan: Mit 13 Akkordeons, Bläser,
Violinen und den unterschiedlichsten Schlaginstrurnenten zeigte das "La
Reunion Island Polyphonia Orchester" beim Start der Europatour in Bad Dürrheim ihre große Bandbreite und einen
Rhythmus, der zum Mitwippen einlud.

Die 45 Musiker aus La Réunion präsentierten dem Publikum im voll besetzten Kurhaus ein internationales
Musikprogramm, das manchen Fuß und manche Hand zum Wippen brachte.
Neben französischen Klassikern wie "Chanson d'amour"" und einem
Medley
mit "La mer" gab es auch einen Spanischen Walzer, den Tango "Comparsita"
(auch bekannt aus dem Film "Manche mögen's heiß", die Tangoszene), eine russische Fantasie und bekannte Jazzlieder
wie "New York, New York" in voller Besetzung zu hören. Pierre Varo, der charismatische Dirigent des Orchesters und Leiter der Musikschule aus der Hauptstadt St. Andre, dirigierte mit Verve
und einer klar akzentuierten Gestik. Tochter Amandine Varo gab der Musik
ihre Stimme, ob bei dem landestypischen Sega, französischen Chansons oder der Nationalhymne der
französischsprachigen Insel im Indischen Ozean: "Petite fleur
fané", einem Walzer.
So schwungvoll wie die Nationalhymne war auch das Programm der 43 Musiker zwischen zwölf und 28 Jahren, die bereits am Vortag
vor der Donaueschinger Sonnhalde ein Open-Air-Konzert gegeben hatten. Nach einem Auftritt in Donaueschingen ging
dann weiter nach Hof zu den bayrischen Akkordeontagen, bei denen die Gruppe als
exotischer Farbtupfer den Auftakt liefert, erklärte Eberhard
Kern, der die Musiker auf der Baar betreute. Danach kommt ein Auftritt in Prag und ein weiterer in Berlin. Auch im Schwarzwald haben sich die 45 Musiker bereits
umgesehen: Sie statteten vor dem Konzert der Musikstadt Trossingen einen Besuch ab. Akkordeonbauer Hohner wurde nebst einer Ausstellung
"100 Jahre Akkordeon" genau unter die Lupe genommen. Das Akkordeonorchester aus La Reunion hat sich 1986 gegründet und hat sich zum heutigen philharmonischen Ensemble mit 45 Musikern weiterentwickelt. Es besteht aus Schülern der Musik- und Tanzschule St.
André und des Conservatoire National de Musique de la Reunion. Sechs Preise haben die Musiker bereits gewonnen, 1994 gewannen sie in Paris den Nationalen Akkordeonwettbewerb.
STEFANIE SAUR
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