Viel Beifall für Nestroy-Schwank der Theater AG des Fürstenberg-Gymnasiums
Eine Glanzleistung der bösen Buben
| Besser könnten es Profi-Schauspieler fast nicht machen. Mit einer spielerischen Glanzleistung leistet die Theater-AG des Fürstenberg-Gymnasiums seinen Beitrag zum 225-jährigen Bestehen der Schule. Über 300 Zuschauer waren bei der Premiere dabei - und gutierten die Leistung mit stürmischem Applaus.
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"Ich werde brotlos", lässt Johann Nepomuk Nestroy (1801 bis 1862) in seinem Bühnenstück einen Lehrer namens Wampl sagen, "weil meine Schüler hirnlos sind". Fern von solchen an die Pisa-Studie erinnernden Attitüden darf der Theater AG des Fürstenberg-Gymnasiums, die heute sowie am morgigen Donnerstag Nestroys "Böse Buben" ein drittes und ein viertes Mal um 20 Uhr aufführt, eine humorvolle Glanzleistung attestiert werden.
Die Zuschauer besuchten am Montag in der Aula des Gymnasiums die Premiere unter der Leitung von Gabriele Rottenecker, die Friedemann Egender als "Provisorischen Magister", Valeria Borgul als dessen Tochter, und Dominik Haushahn als Aufseher einer Schlossschule in aufreibenden Rollen sieht. In der Handlung reihen sich schmerzhafte Alltagserfahrungen, trockener Witz und Pennäler-Schläue nahtlos aneinander: Baron von Wolkenfeld (Waldemar Röhrig) würde die Schule, die ihm ein Klotz am Bein ist, gerne, schließen. Grund genug, den Pädagogen Wampl, der seit zwölf Jahren vergeblich auf eine Gehaltszulage hofft, einer Lehrprobe zu unterziehen. Wo guter Rat teuer ist, springt der Schulaufseher hilfreich ein. Er verteilt an alle Schüler Spickzettel, die den Test alles andere als narrensicher machen. Denn der renitente Willibald (Felix Wiehl), Sohn der resoluten Hauswirtschafterin (Sophie Krank), vertauscht sämtliche Gedächtnisstützen.
Die Befragung durch den Baron artet in ein Fiasko aus, bei dem Physik, Biologie und Chemie im Hühnerstall, und die Frage nach den Planeten des Sonnensystems im nächstgelegenen Bach enden.
Die dritte Produktion dieser Art unter Regie von Gabriele Rottenecker wurde von den Zuschauern mit stürmischem
Beifall quittiert.
In den weiteren Rollen spielen Benedikt Hopfinger, Martin Walter, Catharina Hägle, Anne Hartl, Leonie Heft, Benedikt Baur, Katharina Degen und Bettina Rinkel als Schülerschar, die sich munter prügelt.
Unübersehbar das gute Zusammenspiel mit Souffleuse Annika Isak, Ellen Uhrhan und Cornelia Ruhtig (Maske), Hatto Knittel und Sebastian Wildt (Beleuchtung), Barbara Huber und Schülern der Klasse 10a, die für die Kulisse, sowie Ute Blassmann und Alexandrina Eberle, die für die Plakate verantwortlich zeichnen. Die Schulbänke stammen aus dem Museum und sind tatsächlich 70 Jahre alt, die Kostüme von einer kommerziellen Konzertagentur, die sich als Sponsor betätigt.
KLAUS KOCH
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