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Jubiläum mit Stolz, Stil und Protesten 


Fürstenberg-Gymnasium feierte 225-jähriges Bestehen 
Erlebnisreiches Programm, Buh-Rufe für Ministerin 


Festlich, stilvoll und unterhaltsam, so hat das Fürstenberg-Gymnasium am Wochenende mit vielen hundert Gästen das 225-jährige Schulbestehen gefeiert. Groß war das Interesse am "Tag der offenen Tür" und an den kulturellen Höhepunkten. Der Festakt erlebte Protest-Kontraste: Schüler demonstrierten offen, manche Lehrer indirekt gegen die aktuelle Bildungspolitik. 


Volles Haus und volles Programm gab es am Samstag beim "Tag der offenen Tür". Hunderte wenn nicht Tausende waren es, die am Wochenende die Gelegenheit nutzten, nach Jahren des Schulabschlusses wieder in die Donaueschinger Bildungsanstalt hinein zu schnuppern. Lehrer und Schüler hatten in aufwändigen Vorbereitungsarbeiten ein umfangreiches Jubiläumsprogramm mit Aufführungen, Ausstellungen und Präsentationen vorbereitet, die die volle Bandbreite des heutigen FG-Schulangebots dokumentierten und die bei den Gästen glänzend ankamen.

Lehrer und Ex-Lehrer nutzten ebenso wie Schüler und ehemalige Schüler am Samstag ausgiebig die Gelegenheit, an der (früheren) "Penne" mit einstigen Weggefährten und Schulkameraden aus längst vergangenen Tagen nach Jahren erstmals wieder ins Gespräch zu kommen. Unerwartet gab es bei so manchem Besucher die Begegnung mit dem früheren Banknachbarn, den man nach dem Abi aus den Augen verloren hatte.

Ein vielfältiges Info- und Unterhaltungsprogramm in der Aula und den Klassenzimmern sorgte dafür, dass die Gäste aus einem mehr als umfangreichen Angebot wählen konnten. 

Fürstenberg-Gymnasium einst und heute: "Schule wie sie früher war" inszenieren Schüler der 6. Klassenstufe zum Jubiläum

Der Lehrerberuf als Drahtseilakt: 
Josef Jägers Unterhaltungseinlage mit aktuellen Realitätsbezügen

Die Aula bildete die Bühne für Theater-, Artistik- und Tanzvorführungen, während in den Unterrichtsräumen von den einzelnen Klassen und Jahrgangsstufen parallel die verschiedensten Angebote aus den Bereichen Bildende Kunst, Biologie, Chemie, Physik, Mathematik, Deutsch, EDV, Fremdsprachen, Religion und Sport offeriert wurden. 



Physikalische Experimente hautnah:
Lehrer Stefan Kambach bei einer Demonstratio
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Festakt mit Vorspiel

Die Schulleitung hatte auf ein störungsfreies Jubiläumswochenende gehofft. Dennoch gab es beim Festakt am Samstagabend Kundgebungen gegen die Landes-Bildungspolitik. Mit Pfiffen und Buh-Rufen wurde Kultusministerin Annette Schavan von rund 80 Schülern empfangen, die sich bei Dunkelheit und zunehmender Kälte vor dem Festakt-Schauplatz Südstern-Halle eingefunden hatten. Mit Transparenten und Plakaten demonstrierten die Schüler gegen die von Stuttgart verordneten Sparmaßnahmen. Innerhalb des Gebäudes blieb es ruhig, gab es Präsente, wurden Nettigkeiten ausgetauscht.



Bild: 
Pfiffe und Buhrufe gab es vor der Tür zum Festakt für Kultusministerin Annette Schavan. Rund 80 Gymnasiasten demonstrierten vor der Südstern-Autohalle gegen die Sparpolitik des Landes. 


"Das ist hier nicht der Anlass, um Protest loszuwerden, sondern eine Feierstunde", war die Parole von Schulleiter Rudolf Strasser. Ungestört blieb der Programmablauf im Beisein von zahlreicher Prominenz, darunter Fürst Heinrich, seine Mutter Paula, der Sprecher der FDP-Landtagsfraktion Ernst Pfister, Oberschulamtspräsidentin Rosemarie Stürmlinger, Landrat Karl Heim, der gesamten Rathausspitze und viele Ratsmitglieder. Erfrischend vor allem das aus jüngeren Jahrgängen zusammengesetzte Orchester des Fürstenberg-Gymnasiums, das mit "Pomp and Circumstances" aufwartete.

Schuldirektor Strasser erinnerte an die Gründungszeit des Gymnasiums 1778, die Endphase des Feudalismus. Eine Ära, in der, wie auch Heinrich Fürst zu Fürstenberg anmerkte, sich vieles im Umbruch befand. Gründervater Fürst Josef Wenzel wählte damals nicht nur die Pädagogen, sondern auch die Schüler einzeln aus. Fürst Heinrich überreichte zum Jubiläum historische Schulordnungen aus dem 18. Jahrhundert aus den FF-Archiven.

Während sich draußen vor der Tür die Demonstrantenschar zu lichten begann, hatte Strasser durchaus spitze Bemerkungen zu der aus Stuttgart verordneten Lehrer-Mehrarbeit (in der Regel eine Wochenstunde für die Lehrer zusätzlich), zu "Teufels Werk", parat, wie er es in Anspielung auf den Urheber der Sparmaßnahmen, den Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, nannte. Sein Dank galt der Stadt Donaueschingen für die gute räumliche Ausstattung.

Annette Schavan, des Zündstoffs gewahr, ordnete die Lehrkräfte in die Reihe der "Kulturschaffenden" ein. Erschreckend sei das Desinteresse, das der Bildungspolitik in weiten Teilen der Bevölkerung entgegenschlage. Trotzdem gelte es, dem Schock der Pisa-Studie Taten folgen zu lassen. 

Schavans "Verteidigung"

Zahlreiche treffsicher formulierte Briefe und Protestschreiben, so die Ministerin, "dürfen mich trotzdem nicht dazu bewegen, für weniger Arbeit und mehr Geld an den Schulen zu sorgen", weil die Mittel dafür nicht vorhanden seien. Schavan: "Ich habe einen Amtseid geleistet". Die kommenden fünf bis zehn Jahre, kündigte sie an, "werden anstrengend bleiben".

Eine kleine Gruppe von Lehrern tat auf eigene Weise ihren stillen Protest kund: 
Sie blieb dem Festakt fern und zog sich ins "Bräustüble" zurück. 

Theaterspaß gibt es heute in der Schulaula: Die Theater-AG zeigt um 20 Uhr ihre Nostroy-Einstudierung "Die schlimmen Buben in der Schule."

VON KLAUS KOCH UND ROLAND SIGWART 

Bilder: Roland Sigwart und Klaus Koch


Dokumentation aus dem Südkurier  >17-11-03<      Lokalausgabe Donaueschingen

Hinweis:
An dieser Stelle veröffentlichen wir Presseberichte die sich mit unserer Schule befassen. Für die jeweiligen Inhalte sind wir nicht verantwortlich, auch geben diese nicht unbedingt unsere Meinung wieder.
Die Veröffentlichung des Artikels geschieht mit freundlicher Genehmigung des Südkurier.

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