Nach der Schule Japankunde
Schüler-AG erlebt Kulturaustausch
Das Fürstenberg-Gymnasium engagiert sich nun auch über die Austauschbesuche hinaus für die deutsch-japanische Freundschaft zwischen Donaueschingen und Kaminoyama: Seit Beginn des neuen Schuljahres beschäftigen sich in der Japan-AG gut 20 Schüler mit der Geschichte und Kultur des fremden Landes.
VON NATHALIE GÖBEL
Donaueschingen - Partnerschaften wollen gepflegt werden.

Für Schüler ab der 9. Klasse, die sich für die japanische Partnerstadt Kaminoyama begeistern können, hat das Fürstenberg-Gymnasium eine neue Arbeitsgemeinschaft ins Leben gerufen: Die Japan-AG. Etwa 20 Schüler aus den Klassen 9 und 12 erkunden und erleben mit dem Englisch- und Sportlehrer Hubert Kaiser die fremde Kultur.
So erfuhren sie gestern auch aus erster Hand Neuigkeiten aus der Partnerstadt, als sie von Oberbürgermeister Bernhard Everke persönlich im Rathaus empfangen wurden. Die 40000 Einwohner-Stadt Kaminoyama steht vor einem Zusammenschluss mit der nahe gelegenen Universitätsstadt Yamagata (250000 Einwohner). Möglicherweise könnte der bisherige Schüleraustausch dadurch um einen Austausch für Studenten erweitert werden, so Everke.
Wie sehr sich Kaminoyama für die Partnerschaft einsetzt, zeigen selbst Werbetafeln in dortigen Banken, erzählte der OB: Sie bieten ein "Donaueschingen-Darlehen" an - einen besonders zinsgünstigen Kredit für all jene, die in die Baarstadt reisen wollen.
Umso mehr freute sich Everke darüber, dass die Schüler sich auch außerhalb des Unterrichts mit der deutsch-japanischen Freundschaft auseinandersetzen. "Das ist einfach wunderbar", sagte sich der OB. Wer einmal in Japan gewesen sei, sehe Deutschland mit anderen Augen, schwärmte er. Rücksichtnahme und Gemeinschaftsgeist seien Werte, die in einem engen Land wie Japan, wo nur 14 Prozent der Fläche bewohnbar sind, noch gelebt werden. Umso mehr wünsche er sich, dass die Austauschprogramme auch in Zeiten knapper Kassen nicht gekürzt oder gar gestrichen werden. Vielmehr hoffe er, dass das Kontingent für die Reisen erhöht wird, nachdem die Nachfrage in den letzten Jahren stark gestiegen ist.
Gedichte als Wegbereiter
Dem Besuch im Rathaus war ein Abstecher zur Donauquelle vorausgegangen, wo der japanische Dichter und Mediziner Mokichi Saito (1882-1953) mit einem Gedenkstein verewigt ist. Saitos lyrische Liebeserklärungen an die Baar-Stadt waren denn auch Wegbereiter für die Städtepartnerschaft. "In Japan ist Saito so etwas wie bei uns Schiller oder Goethe", erklärte Kaiser seiner AG an der Gedenktafel - übrigens der einzigen Saito-Gedenktafel weltweit, die nicht in Japan steht.
Literatur ist jedoch nicht das einzige Thema, dem sich die AG widmet. Politik, Kultur, Kochaktionen und ein kleiner Sprachkurs sind ebenfalls geplant.
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