Kritik an den Pädagogen bleibt nicht aus
Donaueschinger Unternehmerforum diskutiert über Pisa-Studie/Ernst Pfister sieht
Defizit am Schulsystem
Donaueschingen (flo). Die in der Pisa-Studie offengelegte mangelhafte Bildung der
deutschen Jugendlichen ruft auch die heimischen Unternehmer auf den Plan. Während ihres
turnusgemäßen Forums fahndeten die Arbeitgeber und Chefs nach der geeigneten Strategie
zur Beseitigung des Missstandes.
Eine Reform des Bildungswesens wurde wiederholt angedacht, gleichwohl aber geriet auch die
Studie auf den Prüfstand. Diese sei sehr stark auf die Logik ausgerichtet, womit der
Intellekt nicht umfänglich berüksichtigt werde. "Unsere Schüler sind sicher nicht
dümmer als andere", so der Tenor.
Der als Gast in der Runde weilende Landtagsabgeordnete Ernst Pfister (FDP/FW) sieht
Defizite im bundesrepuplikanischen Schulsystem und dachte freiwillige Ganztagesschulen,
finanzielle Anreize für Hauptschullehrer und eine prinzipielle Lehrerauswahl an.
"Die Fähigkeiten der Leute sind unser einziger Rohstoff", so Pfister, auf den
sich seiner Meinung nach ständig verschärfenden Wettbewerb abhebend. Eine Lehrerschelte
wollte man zwar an diesem Abend nicht anstimmen, dennoch wurde Kritik an den Pädagogen
mehrfach laut und auch mit krassen Beispielen hielten die Teilnehmer nicht hinterm Berg.
Eine "Drangsalierung" bereits der Kindergartenkinder halten die Unternehmer
nicht für notwendig, gleichwohl blickte man ins Nachbarland Frankreich, wo eine enge
Verknüpfung zwischen Vor- und Grundschule Tradition ist. "Lassen wir den Kleinen
doch noch etwas Spielzeit", war zu hören, oder: "Japan soll uns in dieser
Hinsicht kein Beispiel sein, dort werden die Kinder in frühestem Stadium fast schon
versklavt."
Einig war man sich hinsichtlich des Stellenwertes der "heilen Familie" als
Voraussetzung für ein weitgehend störungsfreies Lernen. "Ich kann am aktuellen
Singlebewusstsein nichts ändern", ergänzte Ernst Pfister dazu, sah sich aber
prompter Kritik ausgesetzt. "Warum fördern sie Singles und Alleinerziehende dann
derart kräftig?", war bei dem Treffen zu hören.
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