|
Auch in diesem Herbst
waren die Jugendliteratur-Veranstaltungen am Fürstenberg-Gymnasium
ein voller Erfolg. Mit Unterstützung der Sparkasse
Donaueschingen, Ricosta-Kinderschuhe, dem Oberschulamt
und nicht zuletzt den Eltern der Klassen 5 und 6, die
mit ihren Spenden die Veranstaltungen ermöglicht haben,
ging die Veranstaltung über die Bühne.
Nachdem der Auftakt der
diesjährigen Frederick-Veranstaltungen, die
Harry-Potter-Zaubernacht, aus terminlichen Gründen
schon am 13. September stattfinden musste, waren die Fünft-
und Sechstklässler nun gespannt auf den Märchenerzähler
Gidon Horowitz und auf den Jugendbuchautor Kai Meyer.

Gidon Horowitz (Bild)
ist am Fürstenberg-Gymnasium kein Unbekannter, besuchte
er die Schule doch nun schon zum dritten Mal und
fasziniert jedes Mal aufs Neue die Kinder durch seine
lebhafte und lustige Erzählweise. Saskia bemerkte:
"Wenn man die Augen schloss, dann konnte man sich
genau vorstellen, was er erzählte." Verblüfft
waren viele auch, dass er die Märchen, die die Kinder
selbst auswählen durften, nicht etwa vorlas, sondern
wirklich frei vortrug.
Was allerdings Gidon
Horowitz verblüffte und freute, war, dass auch unter
den Kindern einige begabte Erzählerinnen waren, die
ihnen bekannte Märchen erzählten. Alle Geschichten
waren nicht in den bekannten Märchensammlungen zu
finden und boten deshalb etwas Neues. Besonders gut kam
bei vielen das von Gidon Horowitz selbst erfundene Märchen
von der Familie Krummwurm an.
So bedauerten die
Kinder, dass sie nach einer Stunde wieder in den
Schulalltag eintauchen mussten; sie hätten sich gerne
noch länger von der Zauberkraft, die auch heute noch
von Märchen ausgeht, gefangen nehmen lassen.
Zum Abschluss der
Frederick-Woche waren die Klassen 6b und 6d des Fürstenberg-Gymnasiums
in die Donaueschinger Stadtbibliothek eingeladen, um den
Jugendbuchautor Kai Meyer persönlich kennen zu lernen.
Kai Meyer las aus "Die Fließende Königin"
und "Das Steinerne Licht", beides Bände einer
Roman-Trilogie, deren drittes Buch "Das Gläserne
Wort" erst vor kurzem erschienen ist. Die Schüler
ließen sich von Kai Meyer, der als Meister der
magischen Realismus bezeichnet wird, in eine
phantastische Welt entführen und lauschten gebannt, bis
sie am Schluss noch einige Fragen zur Arbeitsweise des
Autors stellen konnten. Besonders beeindruckte er mit
der Bemerkung: "Ideen kommen wie Tagträume. Wenn
man sie gleich aufschreibt - auf Zettel, in Schulhefte
und Notizbücher - kommen immer neue Ideen hinzu."
Wenn dann alle Ideen geordnet sind und das Konzept
steht, braucht allerdings auch ein sehr diszipliniert
arbeitender Autor wie Kai Meyer etwa drei Monate, bis
ein Jugendbuch mit 250 bis dreihundert Seiten
geschrieben ist.
Nicht nur Silvia und
Alexandra, sondern auch Jens und Marc meinten: "Gut
vorgetragen, spannende Geschichten - wir wollen mehr von
Kai Meyers Büchern kennen lernen." Die
Donaueschinger Bibliothek hat vorgesorgt und hält nicht
nur die Titel der Trilogie, sondern auch andere Bücher
des Autors zum Ausleihen bereit. Übrigens schreibt Kai
Meyer, dessen Titel "Die Fließende Königin"
für den Deutschen Bücherpreis 2003 nominiert wurde,
nicht nur für Jugendliche, sondern auch für
Erwachsene, so etwa historisch-phantastische Bestseller
wie "Die Alchimistin" und "Das Haus des Dädalus".
|