Musik als Brücke zwischen Kontinenten
Deutsch-Japanisches Chorkonzert im Fürstenberg-Gymnasium wird zu besonderem Ereignis
Donaueschingen. Volkslieder aus Japan, Kinderlieder aus Deutschland, japanisches Flair mit Gospels und Liedern zum Beispiel aus dem 16. Jahrhundert: Das Deutsch-Japanische Chorkonzert im Fürstenberg-Gymnasium wurde zu einem tollen Ereignis.

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(ergänzt): E.Kern
"Drei Länder, drei Städte", so freute sich Schulleiter Rudolf Strasser darüber, dass die Tour des Kinderchores aus Kishiwada in Donaueschingen eröffnet wird: Nach einem Auftritt in Spanien soll der Abschluss eines "Kontinente verbindenden Konzertes" in Osaka stattfinden. Die Deutsch-Japanische Gesellschaft Donaueschingen und mehr als 50 Schüler des Gymnasiums hatten für japanisches Ambiente gesorgt: In einem Schulprojekt wurden 500 Papiertiere gefaltet und ein "Torii" gebaut, ein Torbogen, der den Eingang eines buddhistischen Tempels bildet.
In der vollbesetzten Aula bedankten sich nach dem fast dreistündigen Auftritt mehrere 100 Zuhörer mit viel Beifall für einen schönen Musikabend: Hiroko Hirono, Takuro Matsuo und Hubert Stinner, die drei Leiter der Chöre, hatten ein stimmungsvolles Programm zusammen gestellt, in dem Tiere und traditionelle Volksmusik die Hauptrolle spielten.
Der Mädchen- und Knabenchor aus Kishiwada, einem Stadtteil von Osaka, war an diesem Abend zu einem reinen Mädchenchor geworden. Die Sängerinnen gingen begeistert und überaus diszipliniert ans Werk. Sie glänzten mit den bekannten deutschen Kinderliedern "Fuchs, du hast die Gans gestohlen", "Alle Vöglein sind schon da" oder "Summ, summ, summ, Bienchen flieg herum". Auch wenn die Aussprache der deutschen Texte stellenweise zum Schmunzeln anregte, ließ der Chor die Herzen höher schlagen: Das Wiegenlied von Brahms und Franz Schuberts "Heidenröslein" wurde mit viel Liebe und plastischem Klang gesungen. Der Schulchor des Fürstenberg-Gymnasiums und Sängerinnen und Sänger des Vokalensembles Schwarzwald-Baar hatten sich Gospels und Chorliteratur aus dem 16. Jahrhundert ausgesucht. Auch hier standen "Allerlei Tiere" im Zentrum, so die Grille, der Floh, ein "Hennlein weiß" und die beiden Esel: Nach einem Text von Christian Morgenstern mit der Musik von Hubert Stinner gab es gar eine Uraufführung zu erleben.
Die traurige Geschichte vom verletzten Kranich, der von einem Bauern wieder gesund gemacht wird, aber am Ende doch weinend davon fliegt, der Berg mit dem goldenen Bambus, ein japanisches Wiegenlied, leidenschaftliche oder elegante Tanzmusik: Der farbenfrohe Chor, dessen Mitglieder zwischen zehn und 18 Jahren alt sind, lässt mündlich überlieferte japanische Volkslieder erklingen. Die Melodien der traditionellen japanischen Musik wurden neu arrangiert, östliches und europäisches Liedgut finden in einem gefühlvollen Chorkonzert spielerisch zusammen.
Die Musik verbindet Völker, auch wenn viele 1000 Kilometer zwischen ihnen liegen. So setzte der gemeinsame Auftritt der Chöre am Ende einen wunderbaren Schlusspunkt: Während Takuro Matsuo Franz Schuberts "Du holde Kunst" leitete, dirigierte Hubert Stinner das japanische Lied "Sakura".
Von Manfred Beathalter
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