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Herzlicher Empfang auf tropischer Insel

Sänger wohlbehalten auf La Réunion gelandet 
Begeisterndes Konzert gegeben



Donaueschingen. Am vergangenen Samstag um 6 Uhr landete die Chorgemeinschaft aus Donaueschingen auf der Insel La Réunion im südlichen indischen Ozean, dem Ziel einer 10 000 Kilometer weiten Reise. Durch Auftritte soll die Freundschaft zu den Inselbewohnern weiter vertieft werden.

Ein Bus der Stadt St. André holte die Donaueschinger vom Flughafen der Inselhauptstadt St. Denis ab und brachte sie zur Musikschule, wo bereits die Familien auf ihre Gäste warteten. Sieben Tage genießen die Reisenden dort Herberge.

Am vergangenen Sonntag stand bereits die erste Konzertfahrt an. Durch eine tiefe Schlucht führte der Weg von dem Küstenstädtchen St. André in die Berge, nach Salazie und Hell-Bourg. Von hier aus waren im vergangenen März einige Schüler vom Collège nach Donaueschingen gekommen. Der Bürgermeister empfing mit Vertretern der Gemeindeverwaltung die Chorgemeinschaft aus Deutschland und lud alle zum Essen im Speisesaal der Schule ein. Das erste Konzert wurde aufgeführt in der malerischen Kirche von Salazie. Die Zuhörer wurden von Bürgermeister Fouassin, vom Leiter der Musikschule St. Andre, Pierre Varo, und vom Reiseleiter der Chorgemeinschaft, Eberhard Kein, begrüßt. Ein über einstündiges Programm führte die Zuhörer in einer Zeitreise von alter Chormusik zur Modeme, vorgetragen vom Gesamtchor wie auch in Soli und einem Terzett.

Chorleiter Hubert Stinner zeigte sich erfreut, erleichtert und zufrieden, nachdem durch brausenden Beifall feststand, dass Qualität und Répertoire in dieser von Deutschland fernen Kulturregion gut ankamen . Weitere sieben Konzerte, teils von einem lokalem Orchester begleitet, werden an verschiedenen Orten der Insel folgen.

Belohnungen lassen in dem reichhaltigen und ausfüllenden Aufenthaltsprogranim nicht auf sich warten. Besichtigungsfahrten, eine Fahrt an die Badeküste, Museumsbesuche, eine Führung durch die zuckerrohrverarbeitende Fabrik und das Haus der Vanille werden in den nächsten Tagen folgen.


Es bestehen seit 1998 Kontakte zwischen dem Fürstenberg-Gymnasium und der Schule in La Réunion, einem Übersee-Département Fankreichs. Im März 1999 kamen 19 Schüler des Collège de Cambuston in St. André für 14 Tage zu Partnern nach Donaueschingen. Im März 2002 fand schließlich die zweite Begegnung statt, nunmehr mit 25 Schülern. Diese Form der Begegnungen soll im Zweijahresrhythmus fortgesetzt werden. Die Donaueschinger Chorreise ist ein erster Gegenbesuch auf der französischen Insel.

Der Aufenthalt auf der Insel und die Konzerte werden organisiert von Pierre Varo, Leiter der École de musique et de danse in St. André, und von Britta Stelzer, Französin deutschen Ursprungs, Lehrerin am Collège de Cambuston in St-André.

Die Insel La Réunion misst zirka 75 Kilometer in der Länge und zirka 50 Kilometer in der Breite. Die Kultur ist geprägt vom Ursprung der meisten dortigen Bewohner: Afrika, Indien, China und ein Stück weit Frankreich. Die Einwohner sprechen kreolisch und französisch.


Gastgeber aus dem Häuschen

»P'tit fleur fané« bringt Donaueschingern ungeahnten Erfolg

Donaueschingen. Weit weg von zu Hause beginnt sich die 45-köpfige Sängergruppe aus Donaueschingen auf der Tropeninsel La Réunion einzuleben. Landschaft, Klima und nicht zuletzt die Menschen zeigen sich auf La Réunion in anderen Farben als in Donaueschingen, so eine Zusammenfassung der Reisenden.

Das Programm der Donaueschinger, die seit Samstag auf der Insel im Indischen Ozean weilen, ist eine bunte Mischung aus vielem. Nahezu jeden Tag wird ein Konzert gegeben, gibt es Busfahrten und Besichtigungen. Auch Baden im Meer war zur Freude der Teilnehmer angesagt. Besichtigt wurde eine Zuckerrohrverarbeitende Fabrik.

Am Donnerstag stand der aktive Vulkan »La Fournaise« auf dem Besuchsprogramm. 2300 Meter über dem Meer zeigten sich die Temperaturen angenehm kühl, die Ausblicke erhaben und die Mondlandschaft rund um den (derzeit nicht) feuerspeienden Krater beeindruckend. Ein Besuch in einem der bedeutendsten Vulkan-Museen rundete diese Erkundungstour ab. 

 

Am Mittwoch morgen gab es ein A Capella-Konzert in der Mediothek der Stadt St. André. Am Abend wurde ein Konzert mit Orchester in der Cathedrale St. Denis gegeben.

Am Folgetag wurden die Reisenden im Rathaus von Bras-Panon, einer Nachbarstadt von St.Andre, empfangen. Vor zahlreichen Gästen betonte der Bürgermeister die Bedeutung der Begegnungen und des kulturellen Austausches zwischen Deutschland und dieser fernen Region Frankreichs. Nach den offiziellen Worten folgte ein Kulturprogramm. Musik- und Tanz-Folklore wurden den Gästen dargeboten. Als die Musikgruppe das Nationallied der Insel »P'tit fleur fané« anstimmte und alle feststellten, dass Donaueschingens Chorgruppe den kreolischen Text lautstark, fehlerfrei und vielstimmig mil singen konnte und die Hüften schwang, gerieten die Gastgeber aus dem Häuschen. Das hatte man dort noch nie erlebt.

Am Abend folgte der Chorkonzert der Donaueschinger in der Kirche von Bras-Panon. Unter den Gästen befand sich die Direktorin der Partnerschule in Cambuston, zahlreiche Lehrer und Schüler, wie auch Partner, die bereits in Donaueschen weilten. Chorleiter Hubert Stinner spielte mehr als eine Stunde am Klavier.

Stinners Stimmgabel machte Geschichte auf dieser Reise. Bei der Gepäckkontrolle zum Flug in Paris wurde sie beinahe beschlagnahmt. Ein langer spitzer Gegenstand mit eigenartiger Form war dem Sicherheitspersonal am Durchleuchtungsmonitor aufgefallen. Der Chorleiter wurde beiseite genommen und musste dieses »seltsame Objekt« vorzeigen. Nach Demonstration der Klangesfunktion ließ man ihn dann ziehen....


Sechs Konzerte hatten die Sänger geplant, doch daraus wurden schnell acht.

Ein Konzert über den Wolken

Insulaner von La Reunion zeigten sich als spendable Gastgeber

Von Madien Willumat

Donaueschingen. Die Donaueschinger Chorgemeinschaft ist von ihrer spannenden und erlebnisreichen Reise auf die Insel La Réunion zurückgekehrt. Ein Resümee zogen nun die Verantwortlichen, in der Aula des Fürstenberg-Gymnasiums.

An der Reise nahmen 46 Sänger, darunter 36 Schüler des FG und anderer Schulen teil. Grund für die Fahrt nach La Réunion war zum einen der vierte Jugendchortreff des Schwarzwaldgau-Sängerbundes und die guten Kontakte zwischen dem Fürstenberg-Gymnasium und zwei Schulen auf der Insel.

Die Kontakte knüpfte Eberhard Kern, der für die Organisation zuständig war, bereits 1998 als er in privater Mission auf der Insel war. In erster Linie ging es den Verantwortlichen, Hubert Stinner und Eberhard Kern um den kulturellen Austausch in Sachen Musik. Nach langer Fahrt kamen die Sänger am Samstag, 28. September an. Knapp 24 Stunden war die Gruppe unterwegs. Zunächst waren sechs Konzerte geplant, doch daraus wurden schnell acht. Das Interesse an der Gruppe war riesig, selbst die ansässige Zeitung »Quotidien« berichtete über die Chorgruppe.

Da wurde glatt in der Presse der Reiseleiter zum Dirigenten und der Chor- zum Reiseleiter umfunktioniert. 
Die Fahrt nach Cilaos gestaltete sich als das Highlight des Aufenthaltes. Nach etwa 400 Kurven erreichte man zum Überraschen der Reisenden 1500 Meter über dem Meeresspiegel tatsächlich eine richtige funktionierende Stadt.

»Das war das höchstgelegene Konzert, was ich je gegeben habe«, freut sich der Chorleiter Hubert Stinner. Ein Ausflug zum Vulkan und eine Busfahrt entlang der Küste waren für alle interessant. Die Bewohner der Insel zeigten sich als begeisterungsfähige und spendable Gastgeber. Die Inselhymne »P'tite fleur flané« war wohl ohne Zweifel am besten bei den Insulanern angekommen. »Aber neben dem Musikalischen war es durchaus auch eine Bildungsreise«, betont Eberhard Kern. Dass man in St. André noch eine Musikschule hat, kam den Sängern gerade recht, so konnten sie auch mit Orchesterunterstützung singen. Britta Stelzer, eine gebürtige Deutsche und nun Lehrerin auf La Réunion, war die optimale Kontaktperson, denn auch mit gutem Französisch sei es teilweise schwierig gewesen den kreolischen Akzent zu verstehen.

Selbstverständlich hat der Chor auch kreolische Eindrücke mit nach Deutschland genommen. 

Auf dem Rückflug wartete eine Überraschung auf die Sänger. Als der Flug-Kapitän erfuhr, dass sich eine Chorgruppe an Bord aufhält, baten er und seine Crew spontan um ein Konzert. Bei Beifall ging die außergewöhnliche Reise dem Ende entgegen. »Man begreift das, was man alles erlebt hat, sowieso erst im Nachhinein«, merkte Stinner an.

Dokumentation aus dem Schwarzwälder Boten / Lokalredaktion Donaueschingen  
 Datum:  Sept. 2002

Hinweis:
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