"Abi-Denkmale" dürfen bleiben
Fürstenberg-Gymnasium rückt von Verbot und Beseitigung der Schulhof-Exponate ab / Schüler-Veto hatte Erfolg
Nach anfänglichem Verbot doch die Erlaubnis: Die Abiturienten 2002 den
Fürstenberg-Gymnasiums durften ihr "Abi-Denkmal" aufbauen,
eine umgebaute "Zeitmaschinen-Telefonzelle".
FOTO: KUNZ |
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DONAUESCHINGEN (tk). Der
eingebuddelte Trabi stöhnt erleichtert in die Grasnarbe, der
Aussichtsturm wittert Morgenluft, viele Schüler des Fürstenberg-Gymnasiums
haben den Glauben ans rechte Augenmaß zurückgewonnen: Die
originellen "Abi-Geschenke" auf dem Gelände des
Gymnasiums dürfen weiterleben. Eigentlich hatte der Direktor
schon das "Todesurteil" gesprochen, als er die teils
aufwändig installierten Denkmäler jeweiliger Abgangsklassen
für hässlich und beim Rasenmähen behindernd befand und er
deshalb die Beseitigung verkündete.
Doch nach einem glühenden Schüler-Veto am Mikrofon des
Abschlussballs dieser Tage kam es zur Wende. Schulleiter
Strasser sprach eine Begnadigung für die vorhandenen Exponate
aus. Mehr noch: Auch das angekündigte neue Abi-Geschenk"
des aktuellen Jahrgangs, der übrigens mit dem hervorragenden
Notendurchschnitt von 2,2 abgeschnitten hat, durfte nach anfänglichem
Verbot jetzt doch aufgebaut werden. Sicher ist sicher - für
alle Fälle betonierten die Akteure ihre
"Zeitmaschinen-Telefonzelle" gleich einmal fest in
den Untergrund. Futuristisch sieht es aus, das Werk der
Abiturienten 2002. Eine ausgediente Telefonzelle, die beim
Abistreich als "Zeitmaschine" ihren Zweck erfüllte,
setzten sich die Gymnasiasten als persönliches Denkmal an
ihrer alten Schule.
Und das nach schwierigen Verhandlungen mit der Schulleitung.
Denn der FG-Direktion sind die Abi-Geschenke" der
vergangenen Jahrgänge schon länger ein Dorn im Auge. Hässlich,
abgenutzt und vergammelt würden sie ein optisch negatives
Bild der Schule vermitteln. Außerdem, so Rektor Rudolf
Strasser, hindern die Andenken beim Rasen mähen.
Bei dem aktuellen Geschenk sah Strasser die Gefahr des
Vandalismus. Die Glasscheiben wären nicht sicher vor
eventuellen Zerstörungsaktionen. Doch die Zelle der Telekom
nur hundert Meter weiter auf dem Schulhof hat die letzten Jahre
auch ohne größere Blessuren überstanden.
Aus Sicht der Schüler spiegeln die Geschenke Kreativität der
Abiturienten und Erinnerungen an die Abistreich der letzten
Jahre wieder. Ohne ,Aussichtsturm", ein Geschenk, schon
vor einigen Jahren gemacht wurde, wäre wahrscheinlich nicht
so schnell ein Raucherunterstand für die
"qualmenden" Schüler ins Leben gerufen worden.
Maria Bohnert, Schulbeste des diesjährigen Abiturjahrgangs
argumentierte bei der Abschlussfeier vergangenen Freitag in
der Donauhalle, dass mit dem Beseitigen der Geschenke eine
lange unter Schülern beliebte "Tradition" stört
werde. Und so trug sie einen großen Teil dazu bei, dass die
Schulleitung ihren Standpunkt überdachte.
Montagabend war es dann soweit. Der Abiturs-Jahrgang hatte grünes
Licht bekommen, und dem Bauvorhaben stand nichts mehr im Wege.
Jetzt steht neben dem Aufgang zum Gymnasiums das blaue Objekt.
Zwei Schüler des Jahrgangs wurden als "Paten" für
das Geschenk abberufen. Ein Auge sollen hin und wieder auf die
Zelle werfen. Und die anderen Geschenke? Noch bleiben sie
stehen, doch von Jahr zu Jahr wird der Zahn der Zeit immer
heftiger daran nagen. Aus Schülerkreisen war der Vorschlag zu
hören, im Zuge der Projekttage, die alle zwei Jahre
stattfinden, "Projekt Denkmalpflege" anzubieten.
Vielleicht ist das der erste Schritt, um vielen Erinnerungen
an vergangenen Jahrgänge zu schützen und zu erhalten.
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