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Pünktlich zur
ersten Unterrichtsstunde um 7.55 Uhr fiel gestern
für über 200 Schüler der siebten und achten
Klasse des Fürstenberggymnasiums der Unterricht
buchstäblich ins Wasser: Die Klassen 7d und 7e
sowie die komplette Klassenstufe acht hatten das
"Pech", ihre Anfangsstunde direkt unter
der Dachbaustelle zu haben, von der das Wasser den
ganzen Vormittag heruntertropfte. Vor allem die Räume
der Naturwissenschaften hatte es erwischt. Zwei
Chemiesäle, vier Biologieräume sowie eines der
Physikzimmer mussten gestern vorübergehend
geschlossen werden.
Das nicht alles Gute von oben kommt, war eine
Einsicht, an der in Anbetracht eines im Schulhaus
hängenden äußerst muffigen Geruchs, auch
unsensiblere Nasen nicht vorbeikamen. Wären die
Fenster des Chemiesaals auf Grund der
nebenliegenden Baustelle aus Sicherheitsgründen
nicht verschlossen gewesen, man hätte sich gewünscht
gründlich durchzulüften. Dem Wasser war da schon
eher beizukommen: Auf dem Boden, den Stühlen und
Pulten standen Auffanggefäße unterschiedlichster
Größe und Form verteilt.
Schulleiter Manfred Glunk bemerkte indessen
lakonisch, dass er so kurz vor seiner
Pensionierung, mit einem "Wasserfrei"
noch etwas ganz neues kennen lerne
Die Vorgeschichte: Am Montag hatte man damit
begonnen im Zuge der Erweiterungsarbeiten den
bislang vor Unwetter isolierenden Dachaufbau
abzutragen. Zum Schutz legte man eine Lage
Spezialfolie aus. Für Stadtbaumeister Heinz Bunse
war dies die richtige Entscheidung. Denn die
Alternative, für das kritische Zeitfenster ein
komplettes Zelt über dem Dach zu errichten, wäre
mit über 150 000 Mark zu Buche geschlagen. Die
beschädigten Deckenplatten, so Bunse, müssten
trotz des durchgedrungenen Wassers nicht
ausgetauscht werden. Von der Kostenseite sei
folglich die Folie die bessere Lösung gewesen.
Wie immer im Leben, resümiert Bunse das
Geschehene, gibt es eben ein gewisses Risiko, dass
man eingehen müsse.
Laut Planung hätte der Wasserschaden eigentlich
nicht passieren dürfen, wie ein Vertreter der
Firma meinte, welche die Folie geliefert hatte.
Auch das immer vorhandene Restrisiko wäre
ziemlich gering gewesen - dann nämlich, so der
Fachmann gestern, wenn die Abdeckplane korrekt
verlegt worden wären. Da es jedoch undichte
Stellen gab, ereignete sich das, was ein
Anwesender als den klassische "Stöpseleffekt"
umschrieb: Das Wasser fließt unter Druck durch
die vorhandenen Öffnungen ab, wie in der
Badewanne.
Der größte Schaden bestand, wie Bauleiter
Joachim Tretbar anmerkte, in den ausgefallenen
Schulstunden. Ob der Unterricht heute wieder planmäßig
verläuft, stand gestern noch nicht fest.
Von Gregor Moser (sb)
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