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Donaueschinger in der Trauer solidarisch 
Thema im Unterricht  / Gedenken vor dem Rathaus / Brigadegeneral sagte Kutschenfahrt ab 
 

Donaueschingen (gm/dj). In Gedenken an die Opfer der Terroranschläge in den Vereinigten Staaten kam es gestern Abend in Donaueschingen zu mehreren Solidaritätsbekundungen.
 

Um 19 Uhr fanden sich etwa 250 Donaueschinger Bürger auf dem Rathausplatz ein, wo sie gemeinsam mit Oberbürgermeister Everke, Diakon Daniel Völker und Pfarrer Arnold Huber der Opfer der Attentate gedachten. In seiner Ansprache gedachte Everke aller Opfer und verurteilte die Tat als feigen Angriff auf einen demokratischen Staat. Everke bezog in das Gedenken auch den vor wenigen Tagen in Bräunlingen getöteten 18-jährigen Donaueschinger mit ein.

Infolge der Terrorakte in den Vereinigten Staaten hatte es gestern auch Änderungen im Besuchsprogramm des scheidenden Brigadegenerals Georg Nachtheim gegeben. So wurde für 11.30 Uhr ein Appell des Jägerbataillons 292 und des 110. Französischen Infanterieregiments angesetzt, während dessen Nachtheim die Vorkommnisse als einen schrecklichen Akt skrupelloser Täter verurteilte. Dem etwa zehnminütigen Appell folgte eine Schweigeminute. Die gemeinsam mit den Kommandeuren Dominique Laugel und Olaf Barth geplante Kutschenfahrt zum abendlichen Empfang im Rathaus wurde abgesagt.

Die tragischen Ereignisse haben auch Auswirkungen auf den Unterricht der städtischen Schulen. Rudolf Strasser, der Direktor des Fürstenberg-Gymnasiums, bat die in den gesellschaftswissenschaftlichen Fächern unterrichtenden Kollegen, in ihren Stunden, auf das Geschehene und die politischen Hintergründe einzugehen. Bereits kurz nach Bekanntwerden der Katastrophe hatte er in der Aula des Gymnasiums einen Gedenkaushang angebracht. Der Rektor der Realschule, Rolf Laschinger hat für heute Morgen eine Lehrerkonferenz angesetzt. Er erwägt, den Schulbetrieb für eine Gedenkminute ruhen zu lassen.

Bürgermeister Everke beschloss seine gestrige Ansprache indes mit den Worten Richard von Weizsäckers: "Lassen sie uns nicht hineintreiben in Feindschaft und Hass gegen andere Menschen, gegen Russen und Amerikaner, gegen Juden oder Türken, gegen Alternative oder Konservative, gegen schwarz oder weiß. Lernen sie miteinander zu leben, nicht gegeneinander." 
 
 

Dokumentation aus dem Schwarzwälder Boten / Lokalredaktion Donaueschingen 
 Datum: 13-9-01
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