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Technisches Gymnasium für Donaueschingen ?
Kultusministerin prüft Antrag der Gewerblichen Schulen /
Umdenken in der Bildungspolitik zugunsten beruflicher
Gymnasien
Donaueschingen (gvo) Der Wunsch nach einem Technischen
Gymnasium (TG) besteht seit vielen Jahren in Donaueschingen,
doch Geldknappheit beim Land ließ diesen bislang nicht
Wirklichkeit werden. Bislang, denn das Kultusministerium in
Stuttgart will nach restriktiven Sparjahren und der
Greencard-Einführung wieder mehr in die Bildung investieren.
Davon sollen vor allem die beruflichen Gymnasien profitieren.
Es wird auch geprüft, ob neue Standorte eingerichtet werden
sollen, um den großen Bedarf an Fachkräften künftig besser
decken zu können. Diese Chance will Günter Besenfelder,
Leiter der Gewerblichen Schulen in Donaueschingen, nutzen. Mit
einer guten Schul-Infrastruktur im Rücken hat er einen Antrag
auf Einrichtung eines TG beim Oberschulamt gestellt.
Auch die Stadt war in der Vergangenheit bemüht, den
Schulstandort Donaueschingen mit der Einrichtung eines
Technischen Gymnasiums aufzuwerten. Doch Günter Besenfelder
winkte vor zwei Jahren noch ab: seit 15 Jahren wurde aus
finanziellen Gründen in Baden-Württemberg kein berufliches
Gymnasium mehr genehmigt. Wohin diese Politik führen kann,
zeigt die Einführung der Greencard, mit der man ausländische
Fachkräfte nach Deutschland locken will, weil man den Fachkräftebedarf
der Wirtschaft mit eigenen Leuten nicht mehr decken kann.
Kultusministerin Annette Schavan will nun gegensteuern und
Werbung für die technischen Berufe, insbesondere der modernen
Informations- und Kommunikationstechnologien, machen. Sie lässt
deshalb in ihrem Haus eine Konzeption für den weiteren Ausbau
der beruflichen Gymnasien erarbeiten. In einem Brief an
Fraktionskollege Franz Schuhmacher MdL, der das Anliegen
Besenfelders an Ministerin Schavan weitergeleitet hatte,
antwortete sie Ende Januar, dass nach Abschluss der
konzeptionellen Überlegungen "das Ministerium auch die
Initiative für ein Technisches Gymnasium in Donaueschingen
erneut aufgreifen und überprüfen" werde.
Günter Besenfelders Schule wäre gut gerüstet. In den
Achtzigern für über 2000 Schüler ausgebaut, werden hier
heute 1300 Schüler unterrichtet. Räumlichkeiten für die
eine geplante Gymnasiumsklasse wären vorhanden. Lediglich der
ein oder andere Lehrer müsste zusätzlich genehmigt und ein
paar Lehrmittel gekauft werden. Zudem befürworten die
Schulleiter Rolf Laschinger (Realschule) und Manfred Glunk (Fürstenberg-Gymnasium)
Besenfelders Initiative, mit der dieser allerdings nicht zum
Schwenninger TG in Konkurrenz treten will.
Bislang kann man an den Gewerblichen Schulen in Donaueschingen
im zweijährigen Berufskolleg die Fachhochschulreife in der
Abendschule erreichen.

Wird das Plansoll nach 30
Jahren erfüllt?
Donaueschingen ist schon seit
1972 als Standort für ein Technisches Gymnasium ausgewiesen
Donaueschingen/Stuttgart. Die Donaueschinger Schullandschaft könnte
bereits im kommenden Schuljahr beachtlich erweitert werden.
Die Einrichtung eines Technischen Gymnasiums ist nicht nur von
der Gewerbeschule gewollt und beantragt (der Schwarzwälder
Bote berichtete), das Anliegen wird zur Zeit auch vom
Kultusministerium ernsthaft geprüft.
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"Derzeit wird im
Ministerium auch im Hinblick auf den Bedarf an Fachkräften
im Bereich der technischen Berufe, insbesondere der
modernen Informations- und Kommunikationstechnologien
eine Konzeption für den weiteren Ausbau der beruflichen
Gymnasien erarbeitet", schrieb Kultusministerin Dr.
Annette Schavan vor wenigen Tagen an den
CDU-Landtagsabgeordneten Franz Schuhmacher. Der hatte,
nachdem ihn Gewerbeschul-Direktor Günter Besenfelder um
Mithilfe gebeten hatte, an die Ministerin geschrieben,
seine Unterstützung des Anliegens bekundet und um
wohlwollende Prüfung gebeten.
In dem Antwortschreiben von Annette Schavan heißt es
weiter: "Hierbei wird untersucht, ob und
gegebenenfalls in welchem Umfang vorhandene Standorte
ausgebaut und ob eventuell an einigen neuen Standorten
Technische Gymnasien eingerichtet werden können. Sobald
diese konzeptionellen Überlegungen abgeschlossen sind,
wird das Ministerium auch die Initiative für ein
technisches Gymnasium in Donaueschingen erneut
aufgreifen und überprüfen."
Dabei wäre Donaueschingen durchaus kein neuer Standort.
Im Schulentwicklungsplan aus dem Jahr 1972 ist die
Donaustadt als Sitz eines Technischen Gymnasiums
vorgesehen. Mit der damaligen Neuorganisation des
Berufsschulwesens war die Donaueschinger Gewerbeschule
allerdings mit rund 2000 Schülern mehr als genug
ausgelastet, weshalb ein Technisches Gymnasium alleine
schon aus Platzmangel nicht eingerichtet werden konnte.
In den vergangenen 15 Jahren wiederum war die Anzahl
dieser Lehranstalten gedeckelt. Mit der Diskussion um
Green Cards und den gravierenden Mangel an Fachkräften
in der Informations- und Kommunikationsbranche, versucht
das Kultusministerium nun allerdings gegen zu steuern.
Eine Chance, die sich Gewerbeschul-Direktor Günter
Besenfelder nicht entgehen lassen möchte, vor allem
auch, nachdem mit diesem Schuljahr die Fachklasse für
IT-Berufe ins Oberzentrum nach Villingen umgesiedelt
wurde. Mit der Grundlage eines Technischen Gymnasiums
sind wesentlich besser Argumentationsmöglichkeiten für
einen weiteren IT-Klassen-Standort im Südkreisbereich
gegeben. Besenfelder hofft, dass die Überprüfung des
Ministeriums in den kommenden zwei Monaten über die Bühne
geht. Dann, so der Oberstudiendirektor, könnte ein einzügiges
Technische Gymnasium in Donaueschingen bereits zum
kommenden Schuljahr Wirklichkeit werden. Räumlich, so
Besenfelder, gibt es keine Probleme und die Kosten für
entsprechende Lehrmittel können über den Schulhaushalt
aufgefangen werden. Das alles, sagt er mit Blick auf den
kostenbewussten Schulträger Landkreis, hält sich in
einem überschaubaren Rahmen.
Von Achim Stiller (sb)
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SCHWARZWALD-BAA R
Donaueschinger
Schulpläne geplatzt
Derzeit sieht der
Kulturausschuss des Kreistags keine Chance für ein neues
Technisches Gymnasium (TG) in Donaueschingen, nachdem das
Kultusministerium entsprechende Pläne bereits im Vorfeld
strikt abgelehnt hat. Daher wurde gestern über einen Antrag
auf Einrichtung dieses Gymnasiums im Ausschuss gar nicht mehr
abgestimmt. Der Landkreis will aber in Stuttgart betonen, dass
weiter Interesse an diesem Projekt besteht. Der Kreis strebt
zudem an, in Donaueschingen ein Berufskolleg "Technik und
Medien" einzurichten.
Einstimmig unterstützt wurde dagegen der Antrag, am
Schwenninger Technischen Gymnasium das neue Profilfach
"Informationstechnik" einzurichten.!--
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jdr
SÜDKURIER 13-3-01
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Dokumentation aus der Badischen Zeitung
> 7-02-01< Lokalausgabe Donaueschingen

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