Mit Helmen und
Staubschutzmasken den Stromboli erkundet
Von ihrer Studienfahrt auf die Liparischen Inseln und ihren Vulkanbergen kehrte der Leistungskurs Erdkunde vom Fürstenberg-Gymnasium am Wochenende zurück. Ein Höhepunkt war die Besteigung eines tätigen Vulkans. Nachfolgender Erlebnisbericht vermittelt Eindrücke von diesem Abenteuer.
" Staub, Rauch und ausströmende Gase erschweren uns das Atmen und die Sonne brennt vom wolkenlosen Himmel . Seitlich der «Sciara del Fuoco», der Strasse des Feuers, einem breiten Hang, über den der Auswurf und die Lavamassen des Vulkans ins Meer stürzen, steigt unsere 26-köpfige Gruppe mit einem italienischen Bergführer aus Meereshöhe hinauf auf 900 m bis zum Kraterrand. Fast drei Stunden dauert der Aufstieg.
Es ist der Stromboli, den zu erklimmen und in seiner Tätigkeit zu beobachten es gilt.

Blick auf den Vulkan Stromboli mit der Klippe Strombolicchio im Vordergrund
Dieser markante Berg darf mit Recht als der interessanteste Vulkan im ganzen Mittelmeerraum - vielleicht der ganzen Welt bezeichnet werden. Durch sein ewiges Feuerwerk (er ist seit Menschengedenken dauerhaft aktiv) wird er auch als "der Leuchtturm des Tyrrhenischen Meeres" bezeichnet.
Am Kraterrand angekommen geht unsere Gruppe im Schutz von Helmen und Staubschutzmasken in Kauer- und Wartestellung. Mit Einbruch der Dunkelheit gibt der Vulkan Einblicke in verschiedene kleine Krater frei, in welchen rotglühende Lava kocht und dabei beißenden Schwefelgeruch und wabbernde Dampfschwaden entläßt.

Nur in Schwarzweiß, doch ebenso eindrucksvoll: eine der Eruptionen des Vulkans,
eine Wasserflasche als Stativ machte diesen Schnappschuß möglich !
Bläulichgraue Rauchwolken verstärken sich plötzlich, ein Zischen setzt ein, und Explosionsartig fliegt eine Lavasäule hoch zum Himmel empor. Gühender Schutt und Asche, Steine und Lavateile wirbeln und fliegen durch die Luft, dann nur noch feiner Regen von erkalteter Vulkanmasse. Die Eruption des Vulkans erfolgt in gewisser Regelmässigkeit, stündlich mehrmals. Fasziniert blicken die Exkursionsteilnehmer in sicherer Entfernung von oben herab in die brodelnde Masse in der Tiefe, ins Erdinnere. Der Dämon Vulkan macht erschauern.
So gelingt es auch, mit der Kamera Augenblicke des grandiosen Schauspiels festzuhalten. Mittlerweile wird es Nacht. Gegen 11 Uhr verlassen wir unseren Standort und begeben uns im Schein der Taschenlampen über staubige Aschenpfade auf den nicht ganz ungefährlichen Abstieg. Erschöpft, doch voller grandioser Eindrücke, erreichen wir spätnachts wieder unsere Unterkunft. "

Aufstieg der Schülergruppe des LK-EK 12 zum Stromboli, im Hintergrund die Klippe Strombolicchio, 43 m hoch, Nebenkegel des Vulkans inmitten des Meeres.
In den folgenden Tagen erkundet die Schülergruppe, begleitet von ihren Lehrern Annemarie Binder und Eberhard Kern, noch zwei weitere der insgesamt sieben Inseln des Äolischen Archipels, das sich nördlich Siziliens erstreckt - Lipari und Vulcano, neben Stromboli die bekanntesten Vertreter. Unangenehm riechende untermeerische Fumarolen , gesundheitsfördernde Schlammbäder, Bimsstein- und Obsidianvorkommen, Grotten und bunte Felsen; wo immer das Auge hinblickt, finden sich dort Spuren vergangener oder gegenwärtiger vulkanischer Tätigkeit.
Spannender und eindrücklicher kann Erdkunde wohl nicht sein, kein Schulbuch und Film vermag diese Eindrücke so intensiv zu vermitteln. Diese Erlebnisse machen die weite An- und Rückreise mit ihren Strapazen wieder wett - nach manchen Nächten im Bus und auf der Fähre wartet schließlich ja wieder zuhause das Bett.
In der gleichen Schulwoche waren auch die anderen Schüler der Jahrgangsstufe 12 des Gymnasiums auf Studienfahrt. Reisen nach Berlin, nach München und nach Florenz in die Toskana brachten vielfältige Erlebnisse für alle Teilnehmer mit sich.
Nun steht der 'Endspurt' an der Schule an - noch 10 Schultage bis zu den Zeugnissen und zuguterletzt: den Sommerferien!
Berichte und zahlreiche Fotos der Studienfahrten werden auf den Internetseiten des FG ( www.Fuerstenberg-Gymnasium.de ) erscheinen.
Alle Bilder © E.Kern
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